"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Fatale Signale"

Solange sich Strache mit Ewiggestrigen umgibt, wird er Probleme haben.

Wien (OTS) - Vor 21 Jahren hat Heinz Fischer, damals Klubchef der SPÖ, die Rede eines Freiheitlichen mit dem Ruf "Sieg Heil" unterbrochen. Das ist jetzt, kurz vor der Hofburg-Wahl, bekannt geworden. Die Absicht ist klar; diese "Enthüllung" soll dem Amtsinhaber schaden. Fischer kann man manches vorwerfen, etwa dass er übervorsichtig ist, sich um klare Worte windet. Ihm Nazi-Gedankengut zu attestieren, ist absurd.
Anders ist das bei Proponenten des Dritten Lagers. Immer wieder senden sie Signale in das extrem rechte Eck. FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz wollte die in zig Interviews gestellte Frage, ob es während der NS-Zeit Gaskammern gegeben hat, lange nicht eindeutig beantworten. Mit dem Verbotsgesetz hat sie ebenfalls ein Problem. Die Reaktion der Parteispitze ist jedes Mal dieselbe: Empörung. Blauen werde bewusst "Böses" unterstellt. Insofern ist bemerkenswert, dass nun Obmann Strache die Parteifreundin kritisiert. Hätte sie ihre Ansichten zum Verbotsgesetz klarer formuliert, wäre der Wirbel nicht entstanden.
Würde sich Strache endlich von den Ewiggestrigen trennen, blieben ihm fortan eidesstattliche Erklärungen, Präzisierungen und Distanzierungen erspart.

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