Preissteigerung bei Betonstahl bedroht Bauindustrie

Wien (OTS) - Die von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffene Bauindustrie ist durch enorme Preissteigerungen am Betonstahlmarkt zusätzlich schwer belastet. Die zu Fixpreisen abgeschlossenen Aufträge sind durch die rasante Preisentwicklung nicht mehr erfüllbar.

Auch andere vom Stahlpreis abhängige Branchen sind betroffen. So fordert der Betriebstrat von Thyssen-Krupp ein Einschreiten der deutschen Regierung, weil in Deutschland 30.000 und in der EU hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen.

Die Stahlerzeuger beklagen einen 90 % Aufschlag bei Eisenerz, der an den flauen Absatzmarkt weitergegeben werden muss, wobei die durchschnittliche Auslastung der Werke bei 80 % liegt.

Der für Betonstahlerzeuger wichtige Schrott erlebt einen Preishöhenflug, weil durch die Krise bedingt weniger Schrott enfällt. Die geringeren Mengen werden zudem ins EU-Ausland verkauft. Dazu trägt die Euro-Schwäche gegenüber dem Dollar bei, da Schrott auf Dollar-Basis gehandelt wird.

Die Energiepreise, entscheidend für die Herstellung von Betonstählen, sind ebenfalls stark angestiegen.
Betonstahlerzeuger reagieren unterschiedlich auf diese Marktgegebenheit. Manche stellen die Produktion ein, manche nehmen nur limitierte Mengen zu wöchentlich neuen Preisen in Auftrag und manche stornieren Aufträge, die zu neuen Preisen wieder gebucht werden können.

Für laufende Bauprojekte drohen Versorgungsengpässe, weil Aufträge nur unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit angenommen werden. Existenzgefährdet sind Betonstahl Verarbeiter, deren Materialanteil bei 84 % liegt und keine offizielle Basis zur Weitergabe von Preisschwankungen haben. Die Verbände der Betonstahl Verarbeiter fordern daher einen gesonderten Index für Betonstahl, der wie bei Bitumen die hohen Preisdifferenzen abbildet und als durchgehender Maßstab für Preisanpassungen dient.

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Herbert Bartosch
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