- 07.04.2010, 10:31:07
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Burgtheater: "Leichte Erhöhung" der Eintrittspreise
Hartmann verteidigt sein Budget und kündigt Sparkurs an
Wien (OTS) - "Ich bin auf sehr vorsichtige Weise in das Haus
gekommen, um erst einmal zu lernen, wie das hier alles funktioniert.
Jetzt könnte es ungemütlicher werden. Es gibt ein paar Dinge, die mir
aufgefallen sind. Seitens der öffentlichen Hand besteht ein
Sparzwang, und ich kann mich diesem gesellschaftlichen Phänomen, das
nun mal alle trifft, nicht entziehen." Mit diesen Worten kündigt
Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann in der morgen erscheinenden
NEWS- Ausgabe einen sich anbahnenden Sparkurs an. Die Frage nach
einer möglichen Verkleinerung des Ensembles will er "nicht über die
Presse erörtern. Aber wir werden nicht darum herumkommen, die
Eintrittspreise leicht zu erhöhen."
Anlässe für Hartmanns Skepsis sind die derzeit vorgenommene
Evaluierung der Bundestheaterbudgets und Anmerkungen des
designierten Staatsoperndirektors Dominique Meyer, der die "Burg"
prozentuell überdotiert sieht. Hartmann: "Das Gute am
Bundestheatergesetz ist, dass der Änderung der Verteilung alle
zustimmen müssen. Man sollte alles dafür tun, dass das immer so
bleibt. Wir haben viel mehr Spielorte und Produktionen als die Oper,
derzeit sechsundzwanzig zu vier. Und was sie aus den Eintrittspreisen
generieren, ist für das Sprechtheater undenkbar. Wenn Herr Meyer ein
anspruchsvolles Programm bieten und sich von dem sehr auf Effizienz
bedachten Vorgänger unterscheiden möchte, ist das seine Entscheidung.
Aber aus dem Budget des Burgtheaters lässt sich das sicher nicht
rekrutieren. Das weiß auch Herr Meyer."
Für die Zeit ab dem 14. April kündigt Hartmann vier "öffentliche
Proben" seiner Adaption von Tolstois "Krieg und Frieden" im
umgebauten Kasino an. Wie es mit dem Projekt weitergeht, ist
ungewiss. Hartmann: "Wann und ob wir weiterproben, ist noch nicht
entschieden. Ich habe am Anfang nach allen Regeln der Kunst versucht,
ein neues Repertoire aufzubauen, auch mit vielen Inszenierungen von
mir. Wenn man ein Haus aber irgendwann wie ein
Repertoirebefriedigungsgerät führt, muss man auch mal ausscheren und
Dinge machen, die nicht ergebnisorientiert sind. Das ist ja das
Künstlerische im Eigentlichen - Bereiche zu erkunden, die Neuland
bedeuten."
Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103
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