Bures setzt Kindersicherungs-Offensive im Straßenverkehr fort

Broschüre zu richtiger Kindersicherung in allen Baby-Startpaketen - Anzahl ungesicherter Kinder um 17,4 Prozent gesunken

Wien (OTS/BMVIT) - Verkehrsministerin Doris Bures setzt ihre Offensive für mehr Kindersicherheit im Straßenverkehr fort. Ihre nächste Initiative startet jetzt im April, in ganz Österreich werden den Baby-Startpaketen Broschüren beigelegt, in denen erklärt wird, wie man sein Kind im Auto richtig sichert. Insgesamt werden jährlich rund 77.000 Broschüren in Boxen verschickt. "Schon vor der ersten Ausfahrt, sollen die Eltern wissen, wie sie ihr Baby richtig sichern", so Bures. "Ein ungesichertes Kind ist enormen Gefahren ausgesetzt, die Folgen bei einem Unfall sind oft fatal. Für mich steht daher im Vordergrund, für größtmögliche Sicherheit für unsere kleinsten VerkehrsteilnehmerInnen zu sorgen." ****

17 Prozent weniger Verstöße gegen Kindersicherungspflicht

Die Verkehrsministerin hat bereits etliche Maßnahmen im Bereich der Kindersicherung gesetzt - die auch Wirkung zeigen. Wie aus der Einsatzstatistik der Polizei für das Jahr 2009 hervorgeht, sind die Anzeigen aufgrund ungesicherter Kinder um 17,4 Prozent gesunken. Hat es im Jahr 2008 noch 9.031 Verstöße gegen die Kindersicherungspflicht gegeben, so waren es 2009 7.461 Verstöße. "Diese Zahlen zeigen, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, richtig ist. Diesen Kurs möchte ich auch konsequent fortsetzen", so Bures.

251 weniger verletzte Kinder, drei Todesfälle mehr

Ein Rückgang ist auch bei Unfällen zu verzeichnen, bei denen Kinder verletzt wurden: Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Kinder ging 2009 um 251 zurück. Es gab 2.938 Straßenverkehrsunfälle mit Kindern unter 14. Jahren (minus 5,9%), 3.182 Kinder (-7,3%) wurden verletzt, womit das bisher niedrigste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen vorliegt. Einen Anstieg gab es leider bei Unfällen mit Todesfolgen: Im vergangenen Jahr kamen 15 Kinder ums Leben, das sind drei mehr als 2008. Insgesamt ist aber auch hier der Trend rückläufig; 2006 haben 23 Kinder ihr Leben im Straßenverkehr verloren. Die meisten der 2009 verstorbenen Kinder kamen als Pkw-Insassen (6) ums Leben, 4 als Fußgänger, 3 als Radfahrer, und je ein Kind als Traktor-Mitfahrer und am Kinderdreirad.

Bei Frontalunfall mit 50 km/h wirkt 30-faches Körpergewicht auf Pkw-Insassen

Wie wichtig die richtige Kindersicherung ist, führen Studien drastisch vor Augen: Bei einem frontalen Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h wird ein ungesichertes Kind mit dem 30-Fachen seines Körpergewichts nach vorne geschleudert. Das entspricht einem Sturz aus dem dritten Stock. Bereits mit 15 km/h kann ein Aufprall für ein ungesichertes Kind tödlich enden.

Kindersicherung wirkt
Seit Einführung der Kindersicherungspflicht im Jahr 1994 ist die Quote gesichert mitgeführter Kinder stetig gestiegen. Die Wirksamkeit der Kindersicherung im Pkw belegen folgende Zahlen: Während von den gesichert mitgeführten Kindern, die bei Unfällen Verletzungen erlitten, 4,4 Prozent schwere oder tödliche Verletzungen erlitten, waren es bei den ungesicherten Kindern 14,5 Prozent (Q: Statistik Austria).

Neue Initiativen im Bereich Kindersicherung

Von 2006 auf 2007 hat sich die Zahl der ungesicherten Kinder im Auto fast verdoppelt (2006: 9,2 Prozent der Kinder ungesichert, 2007: 18,5 Prozent). Die mangelhafte Sicherung von Kindern im Auto ist das zweithäufigste Vormerkdelikt (nach 0,5 Promille). Deshalb hat Ministerin Doris Bures gleich nach Amtsantritt gehandelt.

* Kindersicherungsseminare im Rahmen des Vormerksystems: bei zwei Vormerkungen wird das Seminar verordnet (Kindersicherung geht jedem Delikt vor, außer Alkohol und mangelnder Sicherheitsabstand). Seminare können auch jederzeit in den Autofahrerclubs und Fahrschulen freiwillig besucht werden. Seit 1. September 2009 musste aufgrund der vorgemerkten Delikte bei 210 Personen ein Kindersicherungskurs als besondere Maßnahme angeordnet werden.

* Eine Broschüre zur Kindersicherung wurde aufgelegt und auch in den Bundesländern Wien und Steiermark den Baby-Startpaketen beigelegt. Jetzt wird die Initiative auf ganz Österreich ausgeweitet.

* Damit die Sprache keine Barriere darstellt, gibt es auch einen Info-Folder zur richtigen Kindersicherung auf deutsch und in zehn Fremdsprachen.

* Plakate, welche die Bedeutung richtiger Kindersicherung in Erinnerung rufen, wurden neben Autobahnen affichiert.

* Nur moderne und hochwertige Kindersitze garantieren größten Schutz. Deshalb hat Ministerin Bures durch eine Änderung der KDV (Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung) den Verkauf von alten Kindersitzen (unter Norm 44.04) verboten. Verwendet werden dürfen Kindersitze, die mit der Prüfnummer 03 und 04 beginnen. Außerdem wird der Handel mit gebrauchten Sitzen auch durch Privatpersonen eingeschränkt.

Downloads:

Kindersicherungs-Broschüre:
www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/strasse/downloads/brosc huere/sicherunterwegs.pdf

Kindersicherungs-Folder:
www.bmvit.gv.at/service/publikationen/verkehr/strasse/downloads/folde r/sicherunterwegs.pdf

(Schluss)

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