Wie fahrradfreundlich sind die ÖBB?

Fahrradtageskarte um mehr als 70% teurer!

Wien (OTS) - Spätestens zu Ostern ist es wieder so weit: angelockt vom warmen Wetter und zusätzlicher Freizeit beschließen viele Menschen, auch im Sinne des Umweltschutzes und der damit verbundenen CO2-Ersparnis, Ausflüge mit dem Fahrrad zu unternehmen. Eine kombinierte Reise mit der Bahn bietet sich an, die vielen Menschen kostengünstig erscheint.

Umso größer ist die Verwunderung über die neue Preisgestaltung der ÖBB für die Mitnahme von Fahrrädern, die seit 1. Jänner 2010 in Kraft ist. So kostet die Fahrradtageskarte für VollzahlerInnen 5 Euro statt wie bisher 2,90! "Das entspricht einer Verteuerung von mehr als 70%!", rechnet Hans Doppel von der Radlobby ARGUS vor.

Zur Veranschaulichung ein simples Beispiel: Bahnreise von Wien-Heiligenstadt nach Greifenstein, um dann die Donau entlang heimwärts zu radeln. Die Personen-Fahrkarte kostet 3,60 bzw. 1,80 Euro mit Vorteilscard, das Ticket fürs Fahrrad 5 bzw. 2,50 Euro mit Vorteilscard. Dieses Beispiel belegt einen erstaunlichen Sachverhalt, dass nämlich in beiden Fällen der Radtransport teurer als der Personentransport kommt!

Wenn dieselbe Reise - eine Strecke per Rad, die zweite per Bahn von einer Familie mit zwei Kindern unter 15 Jahren zurückgelegt wird, entstehen folgende Kosten für VollzahlerInnen: 2x 3,60, 2x 1,80, 4x 5 Euro = 30,80 Euro, für InhaberInnen einer "Vorteilscard family" = 13,60 Euro.

Obwohl es sich um eine langjährige Forderung der ARGUS handelt, BesitzerInnen der Vorteilscard wieder eine Vergünstigung für das Fahrrad-Ticket zukommen zu lassen (die verbilligte Fahrradtageskarte für Vorteilscard-Inhaberinnen von 0.80 Cent wurde 2004 abgeschafft, darauf gab es 6 Gratisfahrten fürs Rad, dann 4, dann 3, jetzt 0 und nun gilt der halbe Normaltarif = 2,50 Euro), ist die Verteuerung für VollzahlerInnen nicht in ihrem Sinn. "Denn die GelegenheitsfahrerInnen von heute, die den vollen Tarif zahlen, sind die potentiellen ÖBB-KundInnen von morgen", betont Hans Doppel von der ARGUS. "Die ÖBB, als Betreiber eines umweltschonenden Verkehrsmittels, sollten einerseits mit attraktiven Angeboten für StammkundInnen punkten, andererseits mit einer vernünftigen Preisgestaltung mehr Menschen dazu bewegen, ihre Reise gemeinsam mit der ÖBB und dem Rad anzutreten, anstatt die Räder aufs Autodach zu schnallen", so Hans Doppel weiter.

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