- 01.04.2010, 10:44:21
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FORMAT: Meinl Bank schüttete 225 Millionen Euro Rekorddividende aus
Geheimer OeNB-Prüfbericht enthüllt die Transaktionsdetails
Wien (OTS) - Wien (OTS) - Die Meinl Bank schüttete im Vorjahr eine
Rekorddividende von 225 Millionen Euro an die Aktionäre aus. Dies
berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag
erscheinenden Ausgabe.
Die millionenschwere Transaktion wird in einem streng vertraulichen
Prüfbericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) detailliert
beschrieben. Das rund 100 Seiten starke Geheimpapier liegt FORMAT
exklusiv vor. Ausgeschüttet wurden nicht Cashbeträge, sondern Aktien
der Karibikfirma Oryx Limited. Zitat aus dem OeNB-Bericht: "In der
Hauptversammlung 2009 wurde beschlossen, die Oryx in Form einer
Sachdividende an die Meinl Bank Aktionäre auszuschütten." Julius
Meinl V. gehört die Meinl Bank über Zwischengesellschaften.
Vor der Ausschüttung wurde die auf den Cayman Islands domizilierte
Oryx Ltd. mit dem Geld aus der Ablöse der Managementverträge mit der
börsenotierten Meinl European Land (MEL; heute: Atrium European Real
Estate) gespeist. Außerdem wurden von der Meinl Bank laut FORMAT
Anteilsscheine an den börsenotierten ehemaligen Meinl-Gesellschaften
MIP und MAI an die Oryx übertragen. Zum Ausschüttungszeitpunkt Anfang
2009 war die Oryx laut Nationalbank-Bericht rund 225 Millionen Euro
wert.
Obwohl vom Finanzministerium damals abgesegnet, wird die
millionenschwere Transaktion nun von der Notenbank laut FORMAT
kritisiert: Zum einen sei über "den komplexen Sachverhalt der
Sachdividendenausschüttung im Rahmen einer Hauptversammlung ohne
weitgehende rechtliche Abklärung und innerhalb kurzer Zeit"
entschieden worden. Zum anderen ärgert die OeNB-Prüfer laut Bericht:
"Durch die Sachdividendenausschüttung von 225 Millionen Euro wurden
die Eigenmittel als Haftungsfonds der Meinl Bank wesentlich
geschmälert." Für Meinl-Kläger bedeutet das laut FORMAT: Sollten
Klagen erfolgreich sein, steht nun weniger Geld für
Schadenersatzansprüche zur Verfügung.
"Die Transaktion hatte vorwiegend den wirtschaftlichen Hintergrund,
den Investmentbereich vom Bankgeschäft zu trennen", erklärt Peter
Weinzierl, Vorstandssprecher der Meinl Bank, gegenüber FORMAT.
Weinzierl: "Die Gewinnausschüttung war gesetzeskonform und wurde von
Finanzmarktaufsicht und Finanzministerium abgesegnet."
Rückfragehinweis:
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FORMAT Business
Ashwien Sankholkar
01-21755-4126
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