Wiener Ombudsstellen-Leiter plädiert für seriösen Umgang mit Zahlen

Bisher 566 Kontakte mit Opfern, Angehörigen oder Zeugen - Derzeit aber noch keine seriöse Angabe von genauen Opferzahlen möglich

Wien, 31.03.10 (KAP) Für einen seriösen Umgang mit Zahlen in der aktuellen Diskussion plädierte am Mittwochnachmittag der Psychiater Prof. Johannes Wancata, der die Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Kirche leitet. Es habe österreichweit im heurigen Jahr 566 Kontakte per Telefon oder E-Mail mit einer kirchlichen Ombudsstelle gegeben. Diese Zahl könne nicht als Opferzahl verstanden werden, unterstrich Wancata.

"Die Abklärung der Kontakte braucht Gespräche, und die brauchen Zeit", betonte der Psychiater. Nicht nur Opfer, auch Angehörige oder Zeugen von Gewalt oder Missbrauchsfällen würden sich bei den Ombudsstellen melden. Viele Menschen hinterließen auch nur einfache Botschaften wie: "Wurde missbraucht, bitte um Rückruf." Darüberhinaus könnten auch doppelte Meldungen derzeit noch nicht ausgeschlossen werden.

Jedem einzelnen Fall werde sorgfältig nachgegangen, versicherte Prof. Wancata: "Gerade weil jeder Kontakt ernsthaft geprüft wird, kann aber derzeit noch keine Aussage zur tatsächlichen Zahl der Opfer gemacht werden."

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