• 28.03.2010, 12:24:53
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Schönborn holt Waltraud Klasnic...(2)

Causa Groer: Ratzinger wollte Untersuchung

Wien (OTS) - Im Hinblick auf die Missbrauchsfälle betonte Kardinal
Schönborn: "Es gibt nur einen Weg, den Weg der Wahrheit". Alle
Versuche, etwas zu vertuschen, seien klar abzulehnen. Zur
Anzeigepflicht von Missbrauchsfällen im kirchlichen Milieu - die
derzeit unter Juristen und Therapeuten intensiv diskutiert wird -
äußerte der Wiener Erzbischof seine "persönliche Überzeugung", dass
bei "schwerwiegendem Verdacht" die Anzeige erfolgen muss, "außer wenn
das Opfer das ausdrücklich nicht will". In diesem Zusammenhang
erwarte er sich viel vom "Runden Tisch", zu dem Justizministerin und
Familienstaatssekretärin für 13. April erstmals eingeladen haben.

Entschieden wandte sich Kardinal Schönborn gegen alle
Vertuschungsvorwürfe, die sich gegen Papst Benedikt XVI. richten. Der
Papst habe sich als Kardinal in der "Causa Groer"(1995) energisch für
eine vatikanische Untersuchungskommission eingesetzt. Diese
Kommission sei aber von der "diplomatischen" Partei im Vatikan
verhindert worden, die alles auf "die Medien" schieben wollte, sagte
Schönborn: "Ratzinger hat mir damals traurig gesagt: Die andere
Partei hat sich durchgesetzt."

Kardinal Ratzinger habe aber 2001 die Errichtung des "Gerichtshofs"
in der Glaubenskongregation zur Behandlung von Sexualdelikten gegen
Kinder und Jugendliche durchgesetzt, damit Bischöfe nichts vertuschen
können: "Ihm vorzuwerfen, er sei ein Vertuscher, ist unhaltbar".

Die zwei von deutschen und amerikanischen Medien aufgerollten
angeblichen Vertuschungsfälle, in die der Papst involviert gewesen
sein soll, würden untersucht, sagte Kardinal Schönborn. Er wolle dazu
"jetzt nicht 1. Reihe fußfrei" von Wien aus "Zurufe nach Rom"
tätigen. Vatikan-Sprecher P. Federico Lombardi SJ habe bereits sehr
viel erläutert.

Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Tel: 01/51552/3591
E-Mail: [email protected]

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