- 28.03.2010, 10:00:15
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AK Pendler-Umfrage 1: ÖBB-PendlerInnen dürfen nicht auf der Strecke bleiben
Neue Umfrage: BahnkundInnen brauchen mehr Info und Pünktlichkeit / 16 Prozent der BahnpendlerInnen wollen aufs Auto umsteigen
Wien (OTS) - "Mehr Pünktlichkeit, eine verlässliche
Kundeninformation bei Verspätungen und mehr Service: Die Bahn muss
gerade die Pendler und Pendlerinnen als Kunden ernster nehmen",
fordert AK Präsident Herbert Tumpel. Eine aktuelle Umfrage der AK
unter 1.100 BahnpendlerInnen zeigt: Die PendlerInnen müssen nach wie
vor Zugstreichungen hinnehmen und bekommen als Dreingabe häufige
Verspätungen, mangelnde Information über Zugausfälle und zuwenig
Service im Zug. "Dabei fordern die PendlerInnen nur ganz normalen
Kundenservice", so Tumpel. 76 Prozent der PendlerInnen schätzen die
Fahrtkosten als hoch oder sehr hoch ein. Rund 16 Prozent der
Befragten überlegen, von Bussen und Bahnen aufs Auto umzusteigen.
"Das ist ein Alarmsignal", so Tumpel. "PendlerInnen sind wichtige
Stammkunden der Bahn. Sie dürfen auch in Zeiten großer Bauvorhaben
nicht auf der Strecke bleiben." 16 Prozent weniger Bahn-PendlerInnen
wären etwa 9.000 Autofahrer mehr täglich auf den Straßen in und um
Wien. "Das wäre eine falsche Weichenstellung in der Verkehrspolitik",
so Tumpel. Ihr Umstieg aufs Auto würde die Bahn nach Schätzungen der
AK bis zu 9 Millionen Euro jährlich kosten. "Geld, auf das die ÖBB in
diesen Zeiten sicher nicht verzichten können", so Tumpel.
Die AK hatte von Dezember bis Jänner die Bahn- und BuspendlerInnen
nach Ihren Problemen am Arbeitsweg befragt. Fast 80 Prozent der
Befragten forderten mehr Pünktlichkeit. Jeder Zweite wünscht sich die
Züge oder Busse in kürzeren Intervallen und über 45 Prozent der
Befragten möchten eine bessere Abstimmung der Anschlusszüge.
In der Umfrage zeigten sich auch regionale Unterschiede: Sehr häufig
von Verspätungen betroffen sahen sich 61 Prozent insbesondere aus der
Richtung von Laa an der Thaya und Mistelbach sowie Bernhardsthal oder
Gänserndorf. Über Verschlechterungen beim Fahrplan klagten insgesamt
53 Prozent der Befragten, insbesondere aus den Richtungen
Bernhardtsthal/Gänserndorf. Auffallend verbessert haben sich die
Einschätzungen der BahnpendlerInnen zur Strecke Deutschkreutz, Wiener
Neustadt, Baden.
Dabei haben die PendlerInnen durchaus Verständnis, dass bei
Bauarbeiten an Bahnhöfen oder Strecken auch Züge ausfallen. Rund 47
Prozent sagten sie hätten Verständnis, wünschten sich aber möglichst
kurze Behinderungen im Fahrbetrieb, weitere 36 Prozent können
Verzögerungen durch Baustellen durchaus verstehen, wünschen sich aber
genauere Fahrgastinformationen. Nur rund 8 Prozent äußerten gar kein
Verständnis für baustellenbedingte Verzögerungen. "Die PendlerInnen
wollen einfach einen guten Kundendienst. Das ist ihnen die Bahn auch
schuldig", so AK Präsident Herbert Tumpel.
Deshalb fordert die AK:
+ bessere, genauere Fahrgastinformationen gerade in Störfällen
+ Die Fahrgastrechte im Regionalverkehr gibt es jetzt, sie müssen
schnell so umgesetzt werden, dass gerade die Pendler und Pendlerinnen
sie auch spürbar nutzen können
+ Damit die Fahrt zur Arbeit bezahlbar bleibt, müssen die
PendlerInnen steuerlich entlastet werden. Wer mit Öffis zur Arbeit
fährt und damit die Umwelt entlastet, sollte mit einem großen
Pendlerpauschale belohnt werden.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 54 200
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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