AK Pendler-Umfrage 1: ÖBB-PendlerInnen dürfen nicht auf der Strecke bleiben

Neue Umfrage: BahnkundInnen brauchen mehr Info und Pünktlichkeit / 16 Prozent der BahnpendlerInnen wollen aufs Auto umsteigen

Wien (OTS) - "Mehr Pünktlichkeit, eine verlässliche Kundeninformation bei Verspätungen und mehr Service: Die Bahn muss gerade die Pendler und Pendlerinnen als Kunden ernster nehmen", fordert AK Präsident Herbert Tumpel. Eine aktuelle Umfrage der AK unter 1.100 BahnpendlerInnen zeigt: Die PendlerInnen müssen nach wie vor Zugstreichungen hinnehmen und bekommen als Dreingabe häufige Verspätungen, mangelnde Information über Zugausfälle und zuwenig Service im Zug. "Dabei fordern die PendlerInnen nur ganz normalen Kundenservice", so Tumpel. 76 Prozent der PendlerInnen schätzen die Fahrtkosten als hoch oder sehr hoch ein. Rund 16 Prozent der Befragten überlegen, von Bussen und Bahnen aufs Auto umzusteigen. "Das ist ein Alarmsignal", so Tumpel. "PendlerInnen sind wichtige Stammkunden der Bahn. Sie dürfen auch in Zeiten großer Bauvorhaben nicht auf der Strecke bleiben." 16 Prozent weniger Bahn-PendlerInnen wären etwa 9.000 Autofahrer mehr täglich auf den Straßen in und um Wien. "Das wäre eine falsche Weichenstellung in der Verkehrspolitik", so Tumpel. Ihr Umstieg aufs Auto würde die Bahn nach Schätzungen der AK bis zu 9 Millionen Euro jährlich kosten. "Geld, auf das die ÖBB in diesen Zeiten sicher nicht verzichten können", so Tumpel.

Die AK hatte von Dezember bis Jänner die Bahn- und BuspendlerInnen nach Ihren Problemen am Arbeitsweg befragt. Fast 80 Prozent der Befragten forderten mehr Pünktlichkeit. Jeder Zweite wünscht sich die Züge oder Busse in kürzeren Intervallen und über 45 Prozent der Befragten möchten eine bessere Abstimmung der Anschlusszüge.
In der Umfrage zeigten sich auch regionale Unterschiede: Sehr häufig von Verspätungen betroffen sahen sich 61 Prozent insbesondere aus der Richtung von Laa an der Thaya und Mistelbach sowie Bernhardsthal oder Gänserndorf. Über Verschlechterungen beim Fahrplan klagten insgesamt 53 Prozent der Befragten, insbesondere aus den Richtungen Bernhardtsthal/Gänserndorf. Auffallend verbessert haben sich die Einschätzungen der BahnpendlerInnen zur Strecke Deutschkreutz, Wiener Neustadt, Baden.

Dabei haben die PendlerInnen durchaus Verständnis, dass bei Bauarbeiten an Bahnhöfen oder Strecken auch Züge ausfallen. Rund 47 Prozent sagten sie hätten Verständnis, wünschten sich aber möglichst kurze Behinderungen im Fahrbetrieb, weitere 36 Prozent können Verzögerungen durch Baustellen durchaus verstehen, wünschen sich aber genauere Fahrgastinformationen. Nur rund 8 Prozent äußerten gar kein Verständnis für baustellenbedingte Verzögerungen. "Die PendlerInnen wollen einfach einen guten Kundendienst. Das ist ihnen die Bahn auch schuldig", so AK Präsident Herbert Tumpel.

Deshalb fordert die AK:
+ bessere, genauere Fahrgastinformationen gerade in Störfällen
+ Die Fahrgastrechte im Regionalverkehr gibt es jetzt, sie müssen schnell so umgesetzt werden, dass gerade die Pendler und Pendlerinnen sie auch spürbar nutzen können
+ Damit die Fahrt zur Arbeit bezahlbar bleibt, müssen die PendlerInnen steuerlich entlastet werden. Wer mit Öffis zur Arbeit fährt und damit die Umwelt entlastet, sollte mit einem großen Pendlerpauschale belohnt werden.

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