"trend": ÖGB-Chef Foglar in Geldnöten

Der ÖGB-Zentrale fehlen rund 20 Millionen Euro. Wenn die Teilgewerkschaften nicht aushelfen, droht ein Schrumpfkurs.

Wien (OTS) - Im Krisenjahr 2007 verordnete sich die ÖGB-Zentrale ein ambitioniertes Sparprogramm, das nun nicht eingehalten werden kann, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe. Laut damaligem Finanzplan sollte die Dachorganisation ihre Ausgaben von 51 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 29 Millionen für 2010 reduzieren. "Tatsächlich liegen wir aber immer noch bei 50 Millionen. Um auf die 29 Millionen zu kommen, müsste man den ÖGB halbieren, und dann würde er massiv an Bedeutung verlieren", sagt ein Insider zu "trend".
Dabei bilanziert der Gesamt-ÖGB durchaus positiv, wie ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider betont. Das Geld ist also da, die Einzelgewerkschaften müssten es nur an die Dachorganisation abliefern. Doch dabei zieren sie sich. Vor allem die finanzkräftigeren Organisationen, das sind in erster Linie die beiden Beamtengewerkschaften, fürchten, hier unverhältnismäßig hoch zur Kasse gebeten zu werden.
Es geht allerdings nicht nur um eine Finanzspritze für das heurige Jahr, sondern auch um einen neuen - realistischeren - Businessplan bis 2013. Heftig diskutiert wird auch die künftige Aufgabenteilung zwischen Teilgewerkschaften und Zentrale. Schneider: "Ob der ÖGB zehn oder 50 Millionen braucht, hängt ja auch davon ab, ob künftig Dinge wie die gemeinsame EDV oder die ÖGB-Printmedien aus diesem Topf finanziert werden oder nicht." Die ÖGB-Zentrale, so Schneider, hätte jedenfalls ihren Beitrag zur Strukturreform geleistet, indem die Betreuungsregionen von 103 auf 53 beinahe halbiert worden seien.
Bei der jüngsten Vorstandsklausur Ende März wurde das heikle Thema jetzt an den ÖGB-Finanzausschuss delegiert, der bis zum Sommer einen Finanzierungsplan erarbeiten soll. Entscheiden wird dann der ÖGB-Bundesvorstand im Oktober.

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