- 26.03.2010, 18:50:41
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Schönborn: Runder Tisch soll Klärung der Anzeigenpflicht bingen
Wiener Erzbischof in "Standard"- Interview: Gesellschaftliche Entwicklungen wie neuer Zugang zum Thema Missbrauch sind langfristige Vorgänge
Wien, 26.03.10 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn erwartet vom
Runden Tisch zum Thema Missbrauch, zu dem Justizministerin Claudia
Bandion-Ortner und Familien-Staatssekretärin Christine Marek
eingeladen haben, eine Klärung in der Frage der Anzeigenpflicht.
Einer Diskussion über eine Ausweitung der Anzeigenpflicht stünden
die Bischöfe offen gegenüber. Dieser Punkt sei aber nicht zuletzt
unter Juristen, Pädagogen und Psychologen umstritten, sagte der
Wiener Erzbischof in einem Interview für die Tageszeitung "Der
Standard" (Ausgabe 27. März).
"Nichts einzuwenden" habe er zum Vorschlag, dass sich staatliche
Kommissionen mit dem Thema Missbrauch beschäftigen, sagte Schönborn.
Sie dürften aber "nicht nur die Kirche" im Blick haben, "das
erfordert die Gerechtigkeit".
Was einen Opferfonds betrifft, wollte sich Schönborn nicht
festlegen. Er komme "vielleicht". Es bleibe aber für ihn "klar, dass
im Normalfall die Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen,
auch für eventuelle Zahlungen von Therapien".
Beim Punkt der Möglichkeit einer Haftung der Kirche im Fall der
Vertuschung komme die Diskussion in einen Bereich, in dem in der
Gesellschaft "viel in einem Klärungsprozess" sei. "Deshalb glaube
ich auch" - so der Kardinal -, "dass der Runde Tisch auf der
legislativen Seite weitere Entwicklungen bringen wird."
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