Schönborn: Runder Tisch soll Klärung der Anzeigenpflicht bingen

Wiener Erzbischof in "Standard"- Interview: Gesellschaftliche Entwicklungen wie neuer Zugang zum Thema Missbrauch sind langfristige Vorgänge

Wien, 26.03.10 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn erwartet vom Runden Tisch zum Thema Missbrauch, zu dem Justizministerin Claudia Bandion-Ortner und Familien-Staatssekretärin Christine Marek eingeladen haben, eine Klärung in der Frage der Anzeigenpflicht. Einer Diskussion über eine Ausweitung der Anzeigenpflicht stünden die Bischöfe offen gegenüber. Dieser Punkt sei aber nicht zuletzt unter Juristen, Pädagogen und Psychologen umstritten, sagte der Wiener Erzbischof in einem Interview für die Tageszeitung "Der Standard" (Ausgabe 27. März).

"Nichts einzuwenden" habe er zum Vorschlag, dass sich staatliche Kommissionen mit dem Thema Missbrauch beschäftigen, sagte Schönborn. Sie dürften aber "nicht nur die Kirche" im Blick haben, "das erfordert die Gerechtigkeit".

Was einen Opferfonds betrifft, wollte sich Schönborn nicht festlegen. Er komme "vielleicht". Es bleibe aber für ihn "klar, dass im Normalfall die Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen, auch für eventuelle Zahlungen von Therapien".

Beim Punkt der Möglichkeit einer Haftung der Kirche im Fall der Vertuschung komme die Diskussion in einen Bereich, in dem in der Gesellschaft "viel in einem Klärungsprozess" sei. "Deshalb glaube ich auch" - so der Kardinal -, "dass der Runde Tisch auf der legislativen Seite weitere Entwicklungen bringen wird."

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