Intrige im Friseursalon: Urteil nach 2 Jahren - Lehrmädchen zu Unrecht entlassen

Mit dem Makel der Entlassung war die Chance auf Ausbildung für immer vertan

Wien (OTS) - "Das Lehrmädchen war offenbar einigen ein Dorn im
Auge und man versuchte sie loszuwerden. Dass wir den Fall gewonnen haben, ist jetzt ein schwacher Trost", sagte AKNÖ-Arbeitsrechtsexpertin Mag. Gabriele Lukassen zu einer besonders hässlichen Intrige, die sich in einem Friseursalon im Bezirk Tulln abgespielt hat.

Da in dem gutgehenden Geschäft mit insgesamt 6 Lehrlingen immer wieder Geld gestohlen worden sein soll, wollte man mit präparierten Banknoten dem Dieb auf die Schliche kommen. Ins Visier geriet dabei ein damals 17-jähriges Lehrmädchen. Lukassen: "Es wurde sehr laienhaft vorgegangen. Ein Bekannter einer Friseurin besorgte ein Pulver zum Präparieren einiger Banknoten und eine UV-Lampe."

Als der Lehrling von der Mittagspause zurückkam, wurde ihm von den Hobbydetektiven sofort ein Gelddiebstahl unterstellt. Die 17-Jährige musste sich von einer UV-Lampe ableuchten lassen und konnte erst danach ihre Eltern um Hilfe rufen. Die AKNÖ-Expertin kann darüber nur den Kopf schütteln: "Aus unserer Sicht war das Lehrmädchen unschuldig und die ausgesprochene Entlassung ungerechtfertigt. Deshalb haben wir die gesamte Lehrlingsentschädigung für die restlichen 2 Jahre eingeklagt."

Das Arbeits- und Sozialgericht gab der jungen Frau nach 2 Jahren Recht, womit sich der Diebstahlsvorwurf in Luft aufgelöst hat. Vor Gericht konnte auch keiner der Zeugen so genau sagen, ob an diesem Tag überhaupt Geld abhanden gekommen ist. Auch eine diesbezügliche Anzeige wurde von der Staatsanwaltschaft zurückgelegt.

Gabriele Lukassen: "Es blieb nicht einmal ein Verdacht über, aber der Schaden für die junge Frau ist nicht wieder gutzumachen. Sie hatte keine Chance mehr, ihre Lehre in anderen Betrieben fortzusetzen." Die heute 19-jährige junge Frau geht ohne Berufsausbildung ins Arbeitsleben. Schon vor Gericht hatte sie ausgesagt, dass "ich jede Arbeit angenommen habe, weil ich Geld für eine Wohnung gebraucht habe".

Als Trostpflaster muss die namhafte Friseurkette 8.000 Euro an das Opfer der Intrige im Friseursalon überweisen.

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