• 25.03.2010, 16:10:50
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Neue Vertrauensbasis für Osterfestspiele geschaffen

Burgstaller: Zweiter Teil des Sonder-Prüfberichts und Bericht über Geschäftsjahr 2008/2009 liegen vor

Salzburg (OTS) - Der Bericht über das Geschäftsjahr 2008/2009, der
zweite Teil der Sonderprüfung durch Audit Services Austria sowie der
aktuelle Stand der Gespräche über die Neustrukturierung und
Umgründung der Osterfestspiel GesmbH bildeten heute, Donnerstag, 25.
März, die Schwerpunkte der Kuratoriumssitzung der Osterfestspiele.

"Wir sind kurz vor dem Ziel, was die Neustrukturierung der
Osterfestspiele betrifft", informierte Landeshauptfrau Mag. Gabi
Burgstaller bei einem anschließenden Informationsgespräch über die
abschließende Verhandlungsrunde zwischen Land und Stadt Salzburg,
Prof. Dr. Peter Raue als Rechtsanwalt der Berliner Philharmoniker,
dem Tourismusförderungsfonds, der Stiftung und dem Förderverein der
Osterfestspiele. "Die Verhandlungen haben ein für alle Partner sehr
gutes Ergebnis gebracht", so Burgstaller weiter. Nun müssten die
künftigen Osterfestspiel-Gesellschafter in ihren jeweiligen Gremien
die notwendigen Beschlüsse fassen, anschließend können die Verträge
unterzeichnet werden, skizzierte die Landeshauptfrau die weitere
Vorgangsweise.

Burgstaller betonte, sie sei "sehr zufrieden und froh, dass nach
der etwas aufgeheizten Stimmung der vergangenen Tage alle Partner
mehrere Schritte aufeinander zu gemacht haben und somit ein rundum
zufriedenstellendes Verhandlungsergebnis möglich war.
Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer hat sich im
Anschluss an die letzte Verhandlungsrunde zuversichtlich gezeigt,
dass die notwendigen Weichen für eine neue sichere Zukunft der
Osterfestspiele heute gestellt worden sind. Auch Bürgermeister Dr.
Heinz Schaden schloss sich der Meinung an, dass heute ein wichtiger
Schritt zur Schaffung einer neuen Vertrauensbasis und eine starke
Zukunft der Osterfestspiele gesetzt werden konnte.

Burgstaller: "Die Osterfestspiele haben damit eine starke Zukunft,
und diese Zukunft findet in Salzburg statt. Ich freue mich, dass die
Berliner Philharmoniker Salzburg die Treue halten und wir gemeinsam
die Grundlagen für die künftige Arbeit und für erfolgreiche
Osterfestspiele legen konnten."

Konkret sollen folgende Institutionen Gesellschafter der neuen
Osterfestspiel-GesmbH werden: Land und Stadt Salzburg sowie
Salzburger Land Tourismus (SLT) mit jeweils 20 Prozent, die Stiftung
Herbert von Karajan Osterfestspiele mit 25 Prozent und der Verein der
Förderer der Osterfestspiele mit 15 Prozent. Auch über die
Abstimmungsverhältnisse wurde heute eine grundsätzliche Einigung
erzielt: So gilt für Beschlüsse sowohl im Aufsichtsrat wie auch in
der Generalversammlung der künftigen Gesellschaft die
Zwei-Drittel-Mehrheit. Weiters wurde festgelegt, dass die
Finanzierung durch die öffentliche Hand über die Ausfallshaftung von
insgesamt bis zu einer Million Euro als "nachrangig" angesehen wird.
Bevor die Ausfallshaftung schlagend wird, hat also der Verein der
Förderer allfällige Abgänge der Gesellschaft zu tragen.

Die Landeshauptfrau bedankte sich bei den Berliner
Philharmonikern, die in turbulenten Zeiten die heurigen
Osterfestspiele hervorragend vorbereitet haben. Weiters gratulierte
Burgstaller Eliette von Karajan als "Schirmherrin" der
Osterfestspiele, dass mit der heutigen Einigung der Bestand der
Osterfestspiele gesichert sei. Dank gelte auch allen
Verhandlungspartnern für ihren guten Willen und ihren Beitrag zu
einer für den Kunst- und Kulturstandort Salzburg so bedeutenden
Einigung.

Bericht über das Geschäftsjahr 2009/2009

Der geschäftsführende Intendant Peter Alward und Geschäftsführer
Dkfm. Bernd Gaubinger informierten über das Geschäftsjahr 2008/2009
sowie die laufende Saison und über Kartenverkäufe sowie weitere
Planungen für die Osterfestspiele. Die Osterfestspiel GmbH hat das
Geschäftsjahr 2008/09 zum 30. Juni 2009 mit einem Jahresgewinn in der
Höhe von 269.845,60 Euro abgeschlossen. Dieses unerwartete positive
Ergebnis stellt gegenüber dem Vorjahr (Spielsaison 2007/08), in dem
ein Jahresverlust von rund 417.000 Euro ausgewiesen wurde, eine
erhebliche Verbesserung im Ausmaß von rund 687.000 Euro dar. Als
Hauptursache dieser positiven Saldendrehung ist zunächst die aufgrund
eines Fördervertrages eingegangene Spende der Vidyaev-Privatstiftung
von 800.000 Euro zu nennen, die sich jedoch durch eine hinsichtlich
der Rechtmäßigkeit noch ungeklärte Provision von 300.000 Euro mit
500.000 Euro auf der Ertragsseite niederschlägt. Darüber hinaus lagen
die Subventionen der öffentlichen Hand dank eines erhöhten Beitrags
des Tourismusförderungsfonds um 128.000 Euro über dem Vorjahreswert.
Auf der Aufwandsseite fallen vor allem Minderaufwendungen im
Personalbereich (beim künstlerischen Personal um rund 502.000 Euro)
sowie ein Materialaufwand um rund 331.000 Euro ins Gewicht. Der
Überschuss in Höhe von 269.845,60 Euro wurde statutengemäß einer
Rücklage zugeführt.

Die Bilanz der Osterfestspiel GmbH weist somit bei einer
Bilanzsumme von 1.546.986,38 Euro ein Eigenkapital von 306.182,02
Euro (bestehend aus dem Stammkapital von 36.336,42 und einer Rücklage
von 269.845,60 Euro) aus.

Entwicklung des Geschäftsjahres 2009/10

Die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres weist gegenüber dem
Vorjahr auf eine Verschlechterung der Erfolgsrechnung sowohl
hinsichtlich der Ertrags- als auch auf der Aufwandsseite hin. Auf der
Ertragsseite kann zwar einerseits mit einer Steigerung der Erlöse aus
dem Kartenverkauf (um rund 200.000 Euro einschließlich anderer
Erlöse) gerechnet werden, andererseits ergibt sich bei den
Subventionen wie auch bei den Sponsoren und den sonstigen
betrieblichen Erträgen (Spenden) ein Rückgang von insgesamt etwa
970.000 Euro. Auf der Aufwandsseite ist vor allem mit Steigerungen
beim Personalaufwand wie auch beim Materialaufwand im Ausmaß von
insgesamt etwa 650.0000 Euro zu rechnen. Der zu erwartende Verlust
des Geschäftsjahres 2009/10 wurde daher - auf der Basis einer
Auslastung von 85 Prozent - auf etwa 880.000,00 Euro prognostiziert.

Audit Services Austria legte zweiten Teil des Sonderprüfberichts vor

"Mit dem heute vorgelegten zweiten Teil des Bericht über die
Sonderprüfung der Osterfestspiele wird ein weiteres Kapitel in der
schwierigen, aber notwendigen Vergangenheitsbewältigung
abgeschlossen", sagte Landeshauptfrau Burgstaller. Der Bericht wurde
wieder von Audit Services Austria erstellt, er liefert weitere
Informationen über die Gehaltsentwicklung des früheren
Osterfestspiel-Geschäftsführers, über die Praxis der Vergabe von
Gratiskarten, über die Schnittstellen zu den (Sommer)Festspielen
sowie über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Japan-Gastspiele der
Osterfestspiele.

Landeshauptfrau Burgstaller hielt fest, dass mit der Darstellung
der im zweiten Teil des Sonderprüfberichts festgehaltenen
Sachverhalte nicht automatisch strafrechtlich relevante Handlungen
der früheren Osterfestspiel-Geschäftsführung oder anderer damit in
Verbindung stehender Personen unterstellt würden. "Der ergänzende
Prüfbericht wird aber selbstverständlich der Staatsanwaltschaft zur
weiteren Behandlung übergeben", sagte Burgstaller.

Zusammenfassend hielten die Prüfer von Audit Services Austria
fest:

Die Höhe der nicht rechtmäßig vereinbarten Geschäftsführer-Bezüge
inklusive Lohnnebenkosten beträgt für den Zeitraum XII/1997 -
XII/2009 712.776,12 Euro.

Die OFS hat dem European Art Forum ein zinsfreies Darlehen in Höhe
von 35.000,00 Euro gewährt und überwiesen. Der frühere
Geschäftsführer der Osterfestspiele war beim European Art Forum
angestellt und hat für den Zeitraum Jänner bis Juli 2003
Bruttogehälter in Höhe von 31.432,00 Euro bezogen.

Das Japan-Gastspiel 2004 war aufgrund der uns vorliegenden
Unterlagen wirtschaftlich erfolgreich. Der Soll-Ist-Vergleich des
Japan-Gastspiel 2008 zeigt einen Verlust von 175.012,89 Euro. Das
Japan-Gastspiel 2009 hat nicht stattgefunden, die "verlorenen" Kosten
belaufen sich laut den uns vorliegenden Informationen auf 222.987,48
Euro.

Aus den Jahresabschlüssen und den Buchhaltungsunterlagen für den
Zeitraum 1998 bis 2009 gehen Rechnungen des früheren technischen
Direktors der Salzburger Festspiele und den ihm nahe stehenden
Unternehmen in Höhe von 2.395.463,13 Euro hervor.

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:[email protected]
http://www.salzburg.gv.at

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