Neue Vertrauensbasis für Osterfestspiele geschaffen

Burgstaller: Zweiter Teil des Sonder-Prüfberichts und Bericht über Geschäftsjahr 2008/2009 liegen vor

Salzburg (OTS) - Der Bericht über das Geschäftsjahr 2008/2009, der zweite Teil der Sonderprüfung durch Audit Services Austria sowie der aktuelle Stand der Gespräche über die Neustrukturierung und Umgründung der Osterfestspiel GesmbH bildeten heute, Donnerstag, 25. März, die Schwerpunkte der Kuratoriumssitzung der Osterfestspiele.

"Wir sind kurz vor dem Ziel, was die Neustrukturierung der Osterfestspiele betrifft", informierte Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller bei einem anschließenden Informationsgespräch über die abschließende Verhandlungsrunde zwischen Land und Stadt Salzburg, Prof. Dr. Peter Raue als Rechtsanwalt der Berliner Philharmoniker, dem Tourismusförderungsfonds, der Stiftung und dem Förderverein der Osterfestspiele. "Die Verhandlungen haben ein für alle Partner sehr gutes Ergebnis gebracht", so Burgstaller weiter. Nun müssten die künftigen Osterfestspiel-Gesellschafter in ihren jeweiligen Gremien die notwendigen Beschlüsse fassen, anschließend können die Verträge unterzeichnet werden, skizzierte die Landeshauptfrau die weitere Vorgangsweise.

Burgstaller betonte, sie sei "sehr zufrieden und froh, dass nach der etwas aufgeheizten Stimmung der vergangenen Tage alle Partner mehrere Schritte aufeinander zu gemacht haben und somit ein rundum zufriedenstellendes Verhandlungsergebnis möglich war. Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer hat sich im Anschluss an die letzte Verhandlungsrunde zuversichtlich gezeigt, dass die notwendigen Weichen für eine neue sichere Zukunft der Osterfestspiele heute gestellt worden sind. Auch Bürgermeister Dr. Heinz Schaden schloss sich der Meinung an, dass heute ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer neuen Vertrauensbasis und eine starke Zukunft der Osterfestspiele gesetzt werden konnte.

Burgstaller: "Die Osterfestspiele haben damit eine starke Zukunft, und diese Zukunft findet in Salzburg statt. Ich freue mich, dass die Berliner Philharmoniker Salzburg die Treue halten und wir gemeinsam die Grundlagen für die künftige Arbeit und für erfolgreiche Osterfestspiele legen konnten."

Konkret sollen folgende Institutionen Gesellschafter der neuen Osterfestspiel-GesmbH werden: Land und Stadt Salzburg sowie Salzburger Land Tourismus (SLT) mit jeweils 20 Prozent, die Stiftung Herbert von Karajan Osterfestspiele mit 25 Prozent und der Verein der Förderer der Osterfestspiele mit 15 Prozent. Auch über die Abstimmungsverhältnisse wurde heute eine grundsätzliche Einigung erzielt: So gilt für Beschlüsse sowohl im Aufsichtsrat wie auch in der Generalversammlung der künftigen Gesellschaft die Zwei-Drittel-Mehrheit. Weiters wurde festgelegt, dass die Finanzierung durch die öffentliche Hand über die Ausfallshaftung von insgesamt bis zu einer Million Euro als "nachrangig" angesehen wird. Bevor die Ausfallshaftung schlagend wird, hat also der Verein der Förderer allfällige Abgänge der Gesellschaft zu tragen.

Die Landeshauptfrau bedankte sich bei den Berliner Philharmonikern, die in turbulenten Zeiten die heurigen Osterfestspiele hervorragend vorbereitet haben. Weiters gratulierte Burgstaller Eliette von Karajan als "Schirmherrin" der Osterfestspiele, dass mit der heutigen Einigung der Bestand der Osterfestspiele gesichert sei. Dank gelte auch allen Verhandlungspartnern für ihren guten Willen und ihren Beitrag zu einer für den Kunst- und Kulturstandort Salzburg so bedeutenden Einigung.

Bericht über das Geschäftsjahr 2009/2009

Der geschäftsführende Intendant Peter Alward und Geschäftsführer Dkfm. Bernd Gaubinger informierten über das Geschäftsjahr 2008/2009 sowie die laufende Saison und über Kartenverkäufe sowie weitere Planungen für die Osterfestspiele. Die Osterfestspiel GmbH hat das Geschäftsjahr 2008/09 zum 30. Juni 2009 mit einem Jahresgewinn in der Höhe von 269.845,60 Euro abgeschlossen. Dieses unerwartete positive Ergebnis stellt gegenüber dem Vorjahr (Spielsaison 2007/08), in dem ein Jahresverlust von rund 417.000 Euro ausgewiesen wurde, eine erhebliche Verbesserung im Ausmaß von rund 687.000 Euro dar. Als Hauptursache dieser positiven Saldendrehung ist zunächst die aufgrund eines Fördervertrages eingegangene Spende der Vidyaev-Privatstiftung von 800.000 Euro zu nennen, die sich jedoch durch eine hinsichtlich der Rechtmäßigkeit noch ungeklärte Provision von 300.000 Euro mit 500.000 Euro auf der Ertragsseite niederschlägt. Darüber hinaus lagen die Subventionen der öffentlichen Hand dank eines erhöhten Beitrags des Tourismusförderungsfonds um 128.000 Euro über dem Vorjahreswert. Auf der Aufwandsseite fallen vor allem Minderaufwendungen im Personalbereich (beim künstlerischen Personal um rund 502.000 Euro) sowie ein Materialaufwand um rund 331.000 Euro ins Gewicht. Der Überschuss in Höhe von 269.845,60 Euro wurde statutengemäß einer Rücklage zugeführt.

Die Bilanz der Osterfestspiel GmbH weist somit bei einer Bilanzsumme von 1.546.986,38 Euro ein Eigenkapital von 306.182,02 Euro (bestehend aus dem Stammkapital von 36.336,42 und einer Rücklage von 269.845,60 Euro) aus.

Entwicklung des Geschäftsjahres 2009/10

Die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres weist gegenüber dem Vorjahr auf eine Verschlechterung der Erfolgsrechnung sowohl hinsichtlich der Ertrags- als auch auf der Aufwandsseite hin. Auf der Ertragsseite kann zwar einerseits mit einer Steigerung der Erlöse aus dem Kartenverkauf (um rund 200.000 Euro einschließlich anderer Erlöse) gerechnet werden, andererseits ergibt sich bei den Subventionen wie auch bei den Sponsoren und den sonstigen betrieblichen Erträgen (Spenden) ein Rückgang von insgesamt etwa 970.000 Euro. Auf der Aufwandsseite ist vor allem mit Steigerungen beim Personalaufwand wie auch beim Materialaufwand im Ausmaß von insgesamt etwa 650.0000 Euro zu rechnen. Der zu erwartende Verlust des Geschäftsjahres 2009/10 wurde daher - auf der Basis einer Auslastung von 85 Prozent - auf etwa 880.000,00 Euro prognostiziert.

Audit Services Austria legte zweiten Teil des Sonderprüfberichts vor

"Mit dem heute vorgelegten zweiten Teil des Bericht über die Sonderprüfung der Osterfestspiele wird ein weiteres Kapitel in der schwierigen, aber notwendigen Vergangenheitsbewältigung abgeschlossen", sagte Landeshauptfrau Burgstaller. Der Bericht wurde wieder von Audit Services Austria erstellt, er liefert weitere Informationen über die Gehaltsentwicklung des früheren Osterfestspiel-Geschäftsführers, über die Praxis der Vergabe von Gratiskarten, über die Schnittstellen zu den (Sommer)Festspielen sowie über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Japan-Gastspiele der Osterfestspiele.

Landeshauptfrau Burgstaller hielt fest, dass mit der Darstellung der im zweiten Teil des Sonderprüfberichts festgehaltenen Sachverhalte nicht automatisch strafrechtlich relevante Handlungen der früheren Osterfestspiel-Geschäftsführung oder anderer damit in Verbindung stehender Personen unterstellt würden. "Der ergänzende Prüfbericht wird aber selbstverständlich der Staatsanwaltschaft zur weiteren Behandlung übergeben", sagte Burgstaller.

Zusammenfassend hielten die Prüfer von Audit Services Austria fest:

Die Höhe der nicht rechtmäßig vereinbarten Geschäftsführer-Bezüge inklusive Lohnnebenkosten beträgt für den Zeitraum XII/1997 -XII/2009 712.776,12 Euro.

Die OFS hat dem European Art Forum ein zinsfreies Darlehen in Höhe von 35.000,00 Euro gewährt und überwiesen. Der frühere Geschäftsführer der Osterfestspiele war beim European Art Forum angestellt und hat für den Zeitraum Jänner bis Juli 2003 Bruttogehälter in Höhe von 31.432,00 Euro bezogen.

Das Japan-Gastspiel 2004 war aufgrund der uns vorliegenden Unterlagen wirtschaftlich erfolgreich. Der Soll-Ist-Vergleich des Japan-Gastspiel 2008 zeigt einen Verlust von 175.012,89 Euro. Das Japan-Gastspiel 2009 hat nicht stattgefunden, die "verlorenen" Kosten belaufen sich laut den uns vorliegenden Informationen auf 222.987,48 Euro.

Aus den Jahresabschlüssen und den Buchhaltungsunterlagen für den Zeitraum 1998 bis 2009 gehen Rechnungen des früheren technischen Direktors der Salzburger Festspiele und den ihm nahe stehenden Unternehmen in Höhe von 2.395.463,13 Euro hervor.

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