Caritas lehnt generelles Bettelverbot strikt ab

Caritasdirektor Landau erinnert daran, dass niemand "zum Spaß" bettelt

Wien (OTS) - Wien, 25.03.10 (PEW) Der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau hat sich anlässlich der geplanten Novelle des Wiener Landessicherheitsgesetzes gegen ein generelles Bettelverbot ausgesprochen. In einem Schreiben des "Verbands Wiener Wohnungslosenhilfe" appellierte Landau zusammen mit anderen NGO-Repräsentanten an die Kommunalpolitiker, dem Initiativantrag nicht zuzustimmen. "Niemand bettelt zum Spaß! Betteln ist die sichtbarste Form der Armut," so Landau: "Mit bloßen Verboten werden keine Probleme gelöst. Ernst gemeinte Armutsbekämpfung sieht anders aus. Es gilt, die Armut zu bekämpfen, nicht die Armen." Die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen würden bereits heute aggressives Betteln oder das Betteln mit Kindern verbieten. Nicht jedes Verhalten im Zusammenhang mit Bettelei sei zu tolerieren. Die vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen seien aber völlig ausreichend.

"Wir sehen in unserer täglichen Arbeit: Armut und Obdachlosigkeit sind auch in Österreich ein Stück Realität! Verzweifelte, bettelnde Menschen wegzuweisen ist keine Lösung. Es kommt mir so vor, als würde man versuchen, eine Wunde durch Wegschminken heilen zu wollen. Wir müssen aber hinsehen und dürfen nicht die Augen verschließen," so Landau abschließend.

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