Sorgen des "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule Bundesgestüt Piber" bestätigt

Wien (OTS) - Mit großer Sorge müssen wir, der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" feststellen, dass die in unserem offenen Brief an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Nikolaus Berlakovich, ausgedrückten Sorgen über den Zustand der Spanischen Hofreitschule nicht nur berechtigt waren, sondern durch den derzeitigen Zustand sogar die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen werden.

Aufgrund einer akuten Erkrankung der Hengste der Spanischen Hofreitschule, welche eine Vielzahl der in der Winterreitschule untergebrachten Pferde betrifft, mussten bereits Vorstellungen abgesagt werden. Wie wir nunmehr erfahren, werden während der offensichtlich notwendigen Sperre nicht nur, keine gebotenen Quarantänemaßnahmen eingehalten, welche zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Pferdehustens unbedingt notwendig wären, sondern wurde sogar am vergangenen Montag eine öffentliche Vorstellung gegeben und werden auch weiterhin die Morgenarbeit und Stallbesichtigungen durchgeführt!

Sollten aus rein ökonomischen Gründen bei dieser Vorstellung erkrankte oder möglicherweise erkrankte Pferde eingesetzt worden sein, ist dies vielleicht durch den enormen Kostendruck, der auf der Spanischen Hofreitschule - die ja keine laufenden Subventionen erhält - lastet, erklärbar. Zu rechtfertigen ist ein solches Verhalten in Wahrheit jedoch durch nichts!

Der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" weist auch darauf hin, dass die bereits im offenen Brief an den Landwirtschaftsminister kritisierte Überlastung der Pferde durch Ausweitung der Vorstellungstätigkeit das ihre zu der Empfindlichkeit und möglicherweise zu einer epidemischen Erkrankung beigetragen haben.

Erstmals wurde nämlich den Pferden nach der letzten Vorstellung zum Jahreswechsel keine Winterpause gegönnt, sondern wurden diese durchgehend im Jänner und Februar bei der täglichen öffentlichen und gegen Entgelt besuchbaren Morgenarbeit trainiert. Wie bereits vom "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" kritisiert, sind die Lipizzaner keine unbegrenzt belastbaren Maschinen, sondern bis an ihre Leistungsgrenzen gehende Spitzensportler. So sehr auch der besttrainierte Organismus eines Leichtathleten Ruhepausen benötigt, um tatsächliche Hochleistungen bringen zu können, können die Lipizzaner nicht uneingeschränkt in Vorstellungen oder bei anderen öffentlichen Anlässen zum Einsatz kommen.

Der "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule" hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Unterordnung der Spanischen Hofreitschule unter rein ökonomische Gesichtspunkte nicht nur zum Schaden der dort seit Jahrhunderten gebotenen künstlerischen Leistung gehen würde, sondern letztlich auch zum Schaden der Lipizzaner, die ein lebendes, kulturelles Erbe des ganzen Landes
darstellen.

Wir fordern nochmals den Bundesminister Berlakovich auf, die Verantwortung der Republik für die Wahrung der Spanischen Hofreitschule in ihrer einzigartigen Qualität, wie sie seit über 430 Jahren unverändert besteht, wahrzunehmen und, durch die Ausstattung mit genügenden Mitteln, der Überlastung der Pferde und dem schleichenden Qualitätsverlust Einhalt zu gebieten.

Rückfragen & Kontakt:

Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule Bundesgestüt Piber
Dr. Josef Offenmüller
Tel.: 0664 131 97 83
E-Mail: office@offenmueller.at

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