- 24.03.2010, 09:30:15
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Allianz Invest Quarterly 2/2010 - Verschiebung der Großwetterlage: Im Osten sonnig, im Westen wolkig
Wien (OTS) - Wurden vor einem Jahr osteuropäische Staaten als
Gefahr für den Finanzplatz Österreich porträtiert, so ist 2010 vor
allem der hohe Schuldenstand in süd- und westeuropäischen Staaten ein
zentrales Gesprächsthema. Für das zweite Quartal erwarten die Allianz
Experten für die Industrieländer weiterhin ein Wachstum unter Trend.
Von der Stabilisierung des Hoffnungsmarktes Osteuropa kann vor allem
Österreich profitieren.
"2010 steht ganz im Zeichen der 'Neuen Normalität'", erklärte
Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank AG, am Mittwoch
vor Journalisten. Der Wachstumstrend der letzten beiden Quartale 2009
lasse sich in 2010 nicht fortschreiben. "Die Industrieländer wachsen
unter Trend, Emerging Markets werden weiterhin stärkeres Wachstum
aufweisen und bleiben damit die stärkste Region", so Bruckner.
CDS-Spreads: Osteuropa im Aufwind
Wurden in der Vergangenheit Emerging Markets häufig mit schwacher
Bonität und hohem politischen Risiko assoziiert, scheint dies nun für
westliche Industrieländer zu gelten: Ein Gradmesser für die
Markteinschätzung von Länderrisken sind Kreditderivate zum Handeln
von Ausfallrisiken von Anleihen, sogenannte Credit Default Swaps
(CDS). Die am Markt gehandelte Prämie - der sogenannte CDS-Spread -
hängt hauptsächlich von der Einschätzung der Bonität des Basiswertes
durch die Marktteilnehmer ab. Eine Verbesserung der
Bonitätseinschätzung führt zu einer Verringerung der CDS-Spreads -
dieser Trend ist für osteuropäische Staaten zu beobachten: Stiegen zu
Beginn der Finanzkrise im Herbst 2008 die CDS-Spreads in Osteuropa
deutlich auf durchschnittlich 6 Prozent an, so weist der Trend seit
Beginn des zweiten Quartals 2009 eine gegenläufige Entwicklung auf
und stabilisierte sich auf einem Niveau von unter 2 Prozent. Für
Westeuropa befinden sich seit Ende 2009 die CDS-Spreads in einer Auf-
bzw. Seitwärtsbewegung, wobei Griechenland aktuell den höchsten
CDS-Spread von 3 Prozent aufweist. "Die osteuropäischen Länder haben
ihre Staatshaushalte sehr gut im Griff und sind gut durch die Krise
gegangen, besser als Westeuropa", erklärt Mag. Martin Maier,
Geschäftsführer der Allianz Invest KAG.
Österreich profitiert
Liegt im EU-Schnitt die Staatsverschuldung im Jahr 2010 auf einem
Niveau von 84 Prozent des BIP, weisen osteuropäische Staaten
durchwegs bessere Werte auf. In Süd- und Westeuropa hat Griechenland
die schlechteste Ausgangsposition, um die Wirtschaft anzukurbeln: Die
Staatsschulden belaufen sich auf 120,4 Prozent des BIP, das
Budgetdefizit liegt für 2010 bei 8,7 Prozent. Welche nachhaltigen
Auswirkungen eine steigende Staatsverschuldung auf den
Handlungsspielraum der Politik hat, zeigt beispielsweise auch
Italien: Bei einem Schuldenstand von 116,9 Prozent des BIP wird für
2010 ein Budgetdefizit von 5 Prozent erwartet - davon werden 4,9
Prozentpunkte alleine zur Begleichung der Zinsen aufgewendet. "Mit
den steigenden Budgetdefiziten wird der Handlungsspielraum für
tiefgreifende Reformen immer enger", erklärt Maier. Für Österreich
wird ein Budgetdefizit von 5,4 Prozent für 2010 erwartet, 3,2
Prozentpunkte davon fließen in den Schuldendienst. "Die hohe
Staatsverschuldung vieler Länder wird auch in den nächsten Monaten
eine große Rolle spielen", so Maier. "Die wichtigen
Wirtschaftspartner Österreichs aus dem Osten haben Stärke bewiesen
und können in den nächsten Jahren ein höheres Wachstum erzielen als
der Westen", ist Maier überzeugt.
Chancen für Anleger
"Der Markt gibt keine langfristigen Trends her: In Zeiten, wo der
Wind so schnell drehen kann, empfiehlt es sich, Aktien und Anleihen
ausgewogen zu gewichten", erklärt Bruckner die Anlagestrategie der
Allianz für das kommende Quartal. Staatsanleihenrenditen befinden
sich auf historisch niedrigen Niveaus, die Staatsverschuldung dagegen
auf Rekordniveau. Inflation ist weiterhin kein Thema - Zinserhöhungen
werden erst gegen Ende des Jahres erwartet. Auf der Aktienseite rät
die Allianz, Japan über- und Europa unterzugewichten. In Japan
unterstütze das China-Exposure exportorientierte Unternehmen, ebenso
werde eine Yen-Schwäche erwartet. In Europa seien die konjunkturelle
Situation sowie die Gewinnerwartungen schwächer als in den USA. Die
Dividendenrendite sei jedoch attraktiv. In den USA und den Emerging
Markets ist die Allianz neutral gewichtet: In den USA winkt 2010 das
stärkste Wachstum der entwickelten Länder, die Aktienbewertungen
liegen jedoch über jenen anderer Regionen. In den Emerging Markets
wird die strukturelle wirtschaftliche Lage weiterhin als sehr stark
charakterisiert. Als Risken lassen sich laut Bruckner neben
verfrühten Zinserhöhungen auch die Maßnahmen zur
Staatsschuldenbekämpfung sowie eine verstärkte Regulierung der Banken
charakterisieren.
Auf der Anleihenseite empfiehlt die Allianz, Staatsanleihen unter-
sowie Unternehmensanleihen überzugewichten. "Die Zinskurve ist
weiterhin sehr steil, die Risikospreads bei Anleihen haben sich
weiter eingeengt", zeigte Maier auf. In den USA und in Japan ist die
Allianz untergewichtet: In den USA hat die Inflation gedreht, die Fed
bestätigt Markterwartungen einer längerfristigen Nullzinspolitik, hat
allerdings den Diskontsatz um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent
angehoben. In Japan bleibt das absolute Zinsniveau weiterhin
unattraktiv. Für Europa sowie die Emerging Markets lautet das
Anlagevotum "übergewichten": Die Inflationskernrate liegt stetig im
Zielbereich der EZB - es gibt daher wenig Anlass zu
Leitzinserhöhungen. Anleihen aus den Emerging Markets verzeichnen
höhere Renditen trotz besserer Qualität der Staatsbilanzen. Dabei
sind Länder mit hoher Bonität, zum Beispiel Brasilien und
osteuropäische Länder mit ausgewogenen Staatshaushalten wie Polen und
Russland, zu bevorzugen.
Um an den positiven Entwicklungen der osteuropäischen
Anleihenmärkte zu partizipieren, empfehlen die Experten den Allianz
Invest Osteuroparentenfonds. Die Veranlagungen erfolgen in fest- und
variabel verzinslichen Anleihen Zentral- und Osteuropas. Investiert
wird sowohl in Landeswährungen als auch in auf Euro lautende
Emissionen. Auf zehn Jahre hat der Fonds eine Performance von über 7
Prozent p. a. erwirtschaftet. Für den Gesamtausblick auf das nächste
Quartal rät die Allianz trotz allem weiterhin zur Vorsicht: "Der Wind
hat sich gedreht und treibt die Wolken Richtung Westen, während in
den Emerging Markets die Sonne scheint", so Bruckner abschließend.
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news/
Rückfragehinweis:
Dr. Marita Roloff Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261 E-Mail: [email protected] Internet: www.allianz.at
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