- 24.03.2010, 09:27:15
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Präs. LAbg. Andrea Gottweis: Erfülltes Familienleben braucht Zeit - Beruf darf nicht zum Taktgeber werden
Enquete des Österreichischen Familienbundes "Kinder brauchen Elternzeit"

Wien/St. Pölten (OTS) - "Familienzeit nimmt ab, die
Berufstätigkeit wird immer mehr zum Taktgeber. Eltern haben es
allerdings auch selbst in der Hand sich Zeit zu nehmen, sagte die
Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea
Gottweis anlässlich einer Enquete "Kinder brauchen Elternzeit" im
Raiffeisenforum in Wien. Mit dieser Veranstaltung setzte der
Österreichische Familienbund seine Kampagne für mehr Zeithoheit in
der Familie fort.
Familienbewusste Personalpolitik gefragt
Staatssekretärin Christine Marek betonte in ihren Grußworten die
Wichtigkeit einer stabilen Beziehung zwischen Eltern und Kindern.
"Jede Kompetenz des Kindes fußt auf der Beziehung der Kinder zu
seinen Eltern." Dazu brauchen, so Marek weiter, Familien Zeit. Eine
gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf könne die Rahmenbedingungen
schaffen, damit Eltern sich entscheiden können wie sie ihr
Familienleben gestalten wollen. In diesem Zusammenhang sei eine
familienbewusste Personalpolitik von größter Wichtigkeit. Eine Studie
habe gezeigt, dass Familienfreundlichkeit in Betrieben die
Krankenstände senke, die Fluktuation verringere und die Rückkehrquote
aus der Karenzzeit sehr hoch sei.
Schule der guten Atmosphäre
Der Hauptreferent Michael Fritz (GF des Transferzentrums für
Neurowissenschaften und Lernen der Uni Ulm)ging auf die Wichtigkeit
des "richtigen Lernen und Lehrens" ein. Beim Lernen spielt nicht nur
die Schule und vor allem die Qualität der Lehrer eine große Rolle,
sondern Kinder brauchen auch Zeit zum Lernen. Im Folgenden nannte er
fünf Grundlagen fürs Lernen. Erstens genügt es nicht, dass der Lehrer
sein Fach vorträgt, sondern er muss sich auch bemühen, dass der Stoff
beim Lernenden ankommt. Zweitens lernen Kinder aus Erfahrungen, nicht
durch stures Auswendig lernen, drittens braucht Lernen Emotionen, die
viertens aber nicht vom Gefühl von Angst und Furcht geprägt sein
dürfen. Eine Schule der guten Atmosphäre sollte eigentlich
selbstverständlich sein. Schließlich hilft fünftens eine Vertiefung
der Lerninhalte das Behalten der selbigen.
Lehrer brauchen Persönlichkeit
In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Kompetenz
von Lehrpersonal. Wie der Wiener Landesschulinspektor Dr. Michael
Sörös sagte, müsse ein guter Lehrer die "die Kraft der persönlichen
Meisterschaft" beherrschen. Lehrer sollen einerseits als Lehrende
eine dominante Rolle einnehmen, andererseits Trainer und Coach sein
und schließlich für viele Kinder auch immer mehr "Klagemauer", weil
Eltern keine Zeit mehr haben.
Der Landesvorsitzende des Wiener Familienbundes Mag. Klaus Daubeck
ging in seinem Statement auf die erschreckenden Zahlen einer
UNICEF-Studie ein. Danach essen ein Drittel der Kinder nicht
regelmäßig zu Hause und nur 47% der Kinder reden mit ihren Eltern
mehr als einmal in der Woche. Daubeck regte an Familienleistungen an
Elternbildung zu koppeln.
Die GF der Bernit GesmbH, Mag. Christine Berendt, die in Salzburg
den Innovationspreis für Telearbeit im Rahmen des Wettbewerbes
familienfreundlichster Betrieb, erhalten hat, berichtete über ihr
gelungenes Telearbeitszeitmodell. In einer männerdominierten
Branche(Fliesen und Stein) hat Bernit einer Mitarbeiterin, die sich
in Karenz befunden hat, eine Führungsposition in Teilzeit und auf
Telearbeitsbasis angeboten und damit Erfolg gehabt.
Eltern Mut machen
Wie die Präsidentin des Familienbundes in ihren Schlussworten
feststellte, müsse noch viel Bewusstsein geschaffen werden, dass auch
qualitativ hochwertige Jobs in Teilzeit möglich sind und somit mehr
Zeit für die Familie bleibt. Sie wolle als Vertreterin einer
Familienorganisation jungen Menschen auch Mut machen, diese Zeit von
den Arbeitgebern einzufordern. Es sei auch wichtig Eltern besonders
in der Kleinkindphase nicht zu verunsichern, sondern
Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sie sich die Zeit nehmen können,
die sie für ihre Familie brauchen ohne ein schlechtes Gewissen zu
haben.
Es gehe auch darum, dass junge Eltern wieder auf ihre Intuition
hören und sich nicht von "Zurufern" bei der Gestaltung ihrer
individuellen Familienzeit verunsichern lassen. Jungfamilien
erbringen so viele wertvolle Arbeit für die Gesellschaft ein, dass
sie auch mit viel mehr Selbstbewusstsein bei der Durchsetzung ihrer
Bedürfnisse gerade in der Frage der Vereinbarkeit von Familie und
Beruf auftreten sollten, so die Präsidentin des Familienbundes
abschließend.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Alice Pitzinger-Ryba, 0676 528 15 85
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