- 23.03.2010, 16:05:10
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Abschaffen statt kneifen"
Warum die peinliche Qual der Hofburg-Wahl 2010 für immer die letzte sein sollte.
Wien (OTS) - Präsidentenwahl 2010: Auf der einen Seite der
honorige Amtsinhaber Heinz Fischer. Seine Anhängerschar reicht längst
weit über seine Heimatpartei hinaus - von Van der Bellen bis
Christoph Leitl.
Auf der anderen Seite Barbara Rosenkranz, deren Antreten weit über
die Landesgrenzen von vielen als Schande empfunden wird. In
Deutschland wäre jemand keinen Tag lang Kandidat, der wie sie eine
Woche braucht, um mit ein paar gewundenen Sätzen die Gräuel der
NS-Zeit beim Namen zu nennen.
Mitverursacher dieser peinlichen Paarung: Schwarz, Grün und
Orange. Drei der fünf Parlamentsparteien lassen die Hofburg links
liegen. Bei einer Wiederkandidatur bleibt jeder Herausforderer
chancenlos, sagen sie unisono. Schade um Geld, Zeit und Energie.
Wenn sie diese Wahl derart unwichtig nehmen, sollten sie nicht auf
halben Weg stehen bleiben. Keine Kandidaten-Auswahl, keine Volkswahl.
Ein herzeigbarer Präsident wie Heinz Fischer lässt sich auch weniger
qualvoll finden.
Bei unseren deutschen Nachbarn kürt das Parlament ein würdiges
Staatsoberhaupt. Ein Ausweg aus dem Hofburg-Dilemma: Ein
hochnotpeinlicher Pseudo-Wahlkampf wie dieser bliebe uns so für immer
erspart.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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