Weltwassertag 2010: "Sauberes Wasser für eine gesunde Welt"

Wasser und Siedlungshygiene - zentrale Bereiche der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit

Wien (OTS) - Wasser ist Leben. Genügend sauberes Trinkwasser ist ausschlaggebend für die menschliche Gesundheit. Die Realität ist trotz aller Bemühungen ernüchternd: Jedes Jahr sterben bedingt durch schlechte Wasserqualität mehr als 1,9 Millionen Menschen an Krankheiten, davon 1,4 Millionen Kinder. Viele dieser Krankheiten könnten durch geeignete Sanitäranlagen und Hygienemaßnahmen verhindert werden. Österreich hat nicht zuletzt deswegen Wasser und Siedlungshygiene zu einem Schwerpunkt seiner Entwicklungszusammenarbeit gemacht und verfügt über umfangreiches Know-how.

Obwohl die flächendeckende Einführung von Sanitäreinrichtungen als der wichtigste medizinische Fortschritt seit 1840 gilt, haben 170 Jahre später lediglich 62 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu ausreichender sanitärer Grundversorgung - Tendenz aufgrund des Bevölkerungswachstums sinkend. In vielen Gebieten werden Fäkalien und Abwässer unkontrolliert entsorgt und verschmutzen das Grundwasser. Schlechte Wasserqualität zählt daher in Entwicklungsländern zu den häufigsten Ursachen von Erkrankungen und Todesfällen. Arme Teile der Bevölkerung am Rande der Städte und in ländlichen Gebieten sind besonders stark betroffen.

"Diese Situation verletzt nicht nur das Recht der Betroffenen, in Würde zu leben. Sie verursacht auch hohe volkswirtschaftliche Verluste, beispielsweise durch höhere Gesundheitskosten, niedrige Produktivität und geringe Schulbesuchsquoten", so die Bilanz zum diesjährigen Weltwassertag von Brigitte Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Bereits die Verbreitung von einfachen, aber sicheren Technologien führt zu einer Reduktion infektiöser Durchfall-Erkrankungen um jährlich 17 Prozent. Damit ist der Nutzen dieser Maßnahmen für die betroffenen Länder direkt und indirekt um ein Vielfaches höher als ihre Kosten.

Der richtige Umgang mit Wasser will gelernt sein

Leider wurden bereits erzielte Fortschritte im Rahmen der Millenniums-Entwicklungsziele, das heißt den Bevölkerungsanteil ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegender Sanitärversorgung bis zum Jahr 2015 zu halbieren, durch mangelhaftes Management der Infrastruktur sowie unzureichenden Schutz der Wasserressource (Quellschutz) teilweise wieder zunichte gemacht. Nur durch gezielte Aktivitäten wie Schulung, Bewusstseinsbildung und bessere gesetzliche Regelungen kann dieser Trend umgekehrt werden. Eine entscheidende Rolle kommt den Frauen zu. "In den meisten unserer Partnerländer sind die Frauen für die Bereitstellung von Wasser im Haushalt, für Hygiene und Krankenpflege zuständig. Sie sind damit die Hauptbetroffenen, sowohl was die Arbeitsbelastung als auch die Folgen einer unzureichenden Wasser- und Sanitärversorgung betrifft", so Robert Burtscher, Wasserexperte der Austrian Development Agency.

Eines der Projekte, die sich konkret mit Bewusstseinsbildung im Bereich Hygiene und Siedlungshygiene beschäftigen, ist das PILS-Projekt in Norduganda. PILS steht für "Performance Improvement through Learning on Sanitation". Konkret geht es darum, die BewohnerInnen der ehemaligen Bürgerkriegsregion, die seit dem Waffenstillstand zunehmend einer Normalisierung entgegengeht, über den richtigen Umgang mit Wasser und Sanitärversorgung aufzuklären. Es ist wichtig, dass die Menschen verstehen, dass sauberes Wasser aus dem Brunnen alleine nicht hilft, wenn es auf dem Weg in den Haushalt oder im Haushalt selbst wieder verschmutzt wird (safe water chain). Weiters gilt es, die Menschen davon zu überzeugen, dass der Bau und die Benutzung von einfachen Toiletten (z. B. Grubentoiletten, Trockenklos) und Hygienemaßnahmen die Schlüssel für die Vermeidung von Durchfallerkrankungen und für die Verbesserung der Gesundheitssituation insgesamt sind. Sauberes Trinkwasser alleine reicht dafür nicht aus. Schulungsprogramme und Kampagnen setzen Akzente zur Aufklärung rund um das Thema Sanitärversorgung, Hygiene und Umgang mit sauberem Wasser. Diese Aufklärungsmaßnahmen werden an die lokalen Gegebenheiten angepasst, indem sie z. B. in den Lehrplan von Schulen eingebaut werden oder mithilfe von Musik oder Schauspiel auf spielerische Methoden zur Hygieneerziehung zurückgegriffen wird.

Wasserexpertise aus Österreich

Österreich verfügt im Wassersektor über umfangreiches Know-how:
Innovative Ansätze, erfolgreiche Pilotprojekte sowie angewandte Forschung und Ausbildung werden bei der Unterstützung und Umsetzung von nationalen Programmen integriert. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit gibt jährlich zwischen 9 und 10 Millionen Euro ihres bilateralen Projektbudgets für den Schwerpunktsektor Wasser und Siedlungshygiene aus.

Derzeit unterstützt Österreich Wasserprojekte unter anderem in den ostafrikanischen Ländern Uganda und Ruanda, im westafrikanischen Kap Verde, Burkina Faso und Senegal, im südlichen Afrika in Mosambik, in den Palästinensischen Gebieten sowie in Albanien, Moldau, Mazedonien und im Kosovo. Darüber hinaus kofinanziert die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit gemeinsam mit anderen Gebern die Afrikanische Wasserfazilität, eine Initiative des African Ministers' Council on Water (AMCOW), und das Afrika-Programm des Water and Sanitation Programme der Weltbank.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Länder in Afrika, Asien und Zentralamerika sowie Südosteuropa bei ihrer nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Entwicklung. Das Außenministerium plant die Strategien und Programme, die Austrian Development Agency setzt diese mit öffentlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen um.

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Austrian Development Agency
Die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
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Mag. Heidi Liedler-Frank
Tel.: +43 (0)1 90399-2400
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