• 18.03.2010, 11:40:59
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ORF-DialogForum: "Macht Journalismus Angst?"

Podiumsdiskussion zum Thema Journalismus

Wien (OTS) - Nachrichtenberichterstattung gehört zu den zentralen
Aufgaben der Medien, um das Publikum mit den nötigen Informationen zu
versorgen. In der vermittelten Nachrichtenwelt zählt eine
ansprechende Aufbereitung manchmal mehr als der Inhalt. Deshalb
stellte das "ORF-DialogForum" die Fragen: "Macht Journalismus Angst?
Bestimmt Qualität oder Spekulation die Berichterstattung?", die eine
Expertenrunde am Mittwoch, dem 17. März 2010, in der Fachhochschule
Wien zu beantworten versuchte.

Unter der Leitung von "Wien heute"-Moderatorin Mag. Dr. Elisabeth
Vogel diskutierten Univ.-Prof. Dr. Peter Vitouch von der Universität
Wien, FH-Prof. Dr. Reinhard Christl vom Institut für Journalismus und
Medienmanagement der FH Wien, Mag. Waltraud Langer, stv.
Chefredakteurin und ORF-1-Infochefin, ORF-Hörfunk-Chefredakteurin
Bettina Roither und Markus Breitenecker, Geschäftsführer von Puls 4.

"Gewalt sells - Angstmachen führt dazu, dass man ein Geschäft macht.
Das passiert deshalb, weil es so etwas wie Angstlust gibt. Wenn's zu
arg wird, kann man mit der Fernbedienung wegzappen und froh sein,
dass einem solche Dinge nicht passieren", meinte Univ.-Prof. Dr.
Peter Vitouch, der auch eine Tendenz "zu einer immer stärkeren
Vereinfachung der Nachrichten" erkannt haben will. "Journalisten
müssen die Vieldeutigkeit des Lebens reduzieren, um Informationen zu
vermitteln. Aber die Reduzierung auf Stereotype ist eine ziemliche
Katastrophe, weil die Menschen dann die komplexe Wirklichkeit nicht
mehr erkennen und nur noch Schwarz-Weiß denken", so Vitouch.

ORF-Radio-Chefredakteurin Bettina Roither schloss sich dem an: "Es
ist unsere Aufgabe, kritische Medienkonsumenten zu schaffen."

ORF-1-Infochefin Waltraud Langer gab ihrer Kollegin recht: "Es ist
unsere Grundaufgabe als Journalistinnen und Journalisten, zu
analysieren und nicht Angst zu machen." Dass es bei Angstthemen eben
nicht "nur um Sensation, um die Befriedigung von Voyeurismus geht",
unterscheide den ORF als öffentlich-rechtlichen Sender "schon von
vielen kommerziellen Anbietern", ergänzte Roither.

Puls-4-Geschäftsführer Markus Breitenecker bemerkte dazu: "Wir setzen
nicht bewusst auf Gewalt, sondern so wie der ORF auf Themen, die an
diesem Tag anstehen."

Der Befund von FH-Prof. Dr. Reinhard Christl lautete dennoch anders:
"Die privaten TV-Sender setzen deutlich mehr auf Angstthemen als die
öffentlich-rechtlichen. Das Problem ist, dass je mehr Angstthemen
vorkommen, desto weniger hat seriöse Berichterstattung Platz in den
Nachrichten."

Dem entgegnet man, indem Journalisten ihr Publikum so informieren,
"dass die Leute kompetent und nicht hilflos gemacht werden", schloss
Univ.-Prof. Dr. Peter Vitouch.

Das "ORF-DialogForum":

Das "ORF-DialogForum" ist eine Initiative im Rahmen der
ORF-Public-Value-Maßnahmen, um das Gespräch mit seinem Publikum, den
österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der
Zivilgesellschaft zu beleben. Im Mittelpunkt der Diskussionsreihe
stehen Herausforderungen und Perspektiven gesellschaftlicher
Verantwortung in den unterschiedlichen Lebensbereichen der Menschen.

Rückfragehinweis:

ORF - Public-Value-Kompetenzzentrum
   Dr. Klaus Unterberger
   (01) 87878 - DW 14741
   mailto:[email protected]
   
   ORF-Unternehmenskommunikation
   Rudolf Fehrmann
   (01) 87878 - DW 12765
   [email protected]
   http://presse.ORF.at

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