AK Test: Konto-Wechsel dauert 1

Wien (OTS) - Die EU-Kommission hat die Banken aufgefordert, Kunden den Girokontowechsel zu erleichtern. Seit 1. November 2009 gibt es eine Empfehlung des österreichischen Bankenverbandes, die den Kontowechsel klar regelt. Die AK hat sieben Banken unter die Lupe genommen: Kontowechseln dauert bei einigen Banken lange, ist aber unkomplizierter geworden. Die Banken verrechnen Kontoführungsgebühren nur aliquot. Kontoschließungsgebühren werden nicht mehr eingehoben. Daueraufträge werden gut übertragen, bei Einziehern wird?s heikel -da muss sich der Konsument selbst drum kümmern.

In Österreich wurde der Zahlungsverkehr mit 1. November 2009 neu geregelt. So verbietet das Gesetz etwa Schließungebühren, wenn jemand sein Girokonto zu einer anderen Bank wechselt. Halten sich die Banken daran und wie funktioniert ein Kontowechsel etwa für den Fall eines zu teuren Kontos?

Sieben Banken wurden getestet: Bank Austria, Bawag, easybank, Erste Bank, Hypo Niederösterreich, Raiffeisen Niederösterreich/Wien und Volksbank Wien. Im November 2009 haben die Tester sieben Girokonten eröffnet . Das Eröffnen funktionierte problemlos. "Es hapert aber an Unterlagen, etwa Preisblatt oder Kontoeröffnungsantrag", sagt AK Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. "Die Banken enthalten sie den Konsumenten oft vor." Die Tester führten Überweisungen per Online-Banking durch - sie dauerten einen Bankarbeitstag. Daueraufträge und Einzugsverfahren klappten von Beginn an.

Rund zwei Monate später haben die Tester die Kontoverbindungen gewechselt - was relativ einfach ging. Aber: Die Dauer vom Erteilen des Auftrages bis zum endgültigen Übertrag und der Stilllegung des Kontos war oft lange - vier (von easybank zu Bank Austria) bis zu 21 Bankwerktage (von Bawag zu Hypo Niederösterreich). Vier Banken (Bank Austria Bawag, easybank, Raiffeisenlandesbank Niederösterreich/Wien) haben eine Kündigungsfrist oder einen Kündigungsstichtag vereinbart. Die Bawag hat diese Kündigungsfrist auch eingehalten. Daher betrug die Übertragungsdauer 21 Bankarbeitstage.

Die Beratungsqualität beim Kontowechseln war sehr unterschiedlich. Auf den Homepages gibt es meist wenig Infos dazu: nur drei der sieben Banken (Bawag, Bank Austria, Erste Bank) informieren genau, auch über die Problematik von Einziehungsaufträgen.

Alle geprüften Banken haben die Kontoführungsgebühr aliquot (monatliche Abrechnung) verlangt. Keine Bank hat Kontoschließungsgebühren eingehoben. "Das ist positiv, denn auf Grund der neuen Gesetzesregeln dürfen sie die Schließungsgebühr nicht mehr einheben", sagt Kollmann. "Die Daueraufträge wurden gut übertragen, die Einzugsermächtigungen nicht. Hier muss der Konsument selbst aktiv werden und das veranlassen. Das heißt, der Konsument sollte die neue Bankverbindung selbst dem Auftraggeber von Einzugsaufträgen bekannt geben", so Kollmann.

Die Erhebung hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) für die AK durchgeführt. (Forts.)

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