- 12.03.2010, 13:19:30
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Christa Hauer-Fruhmann überträgt das Archiv der "Galerie im Griechenbeisl" dem Belvedere - BILD

Wien (OTS) - Die österreichische Malerin Christa Hauer-Fruhmann
wurde am 13. März 1925 in Wien geboren und feiert morgen, Samstag,
ihren 85. Geburtstag, zu dem ihr Direktorin Agnes Husslein-Arco auch
im Namen des Belvedere herzlich gratuliert.
Hauer studierte an der Kunstgewerbeschule und an der Akademie der
bildenden Künste in Wien, unter anderen bei Fritz Wotruba. Zunächst
stand sie unter dem künstlerischen Einfluss ihres Vaters und wandte
sich, ausgelöst durch einen längeren Aufenthalt in Chicago, ab 1960
der abstrakten Malerei zu. Über den Weg des "Action painting"
gelangte sie schließlich zu einer gestisch-expressiven Malweise, die
sich wenige Jahre später in der Darstellung von kosmischen
Kreisformen mäßigt. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Maler Johann
Fruhmann, erfolgte eine intensivierte Hinwendung zur Natur, die sich
vornehmlich in naturalistisch aufgefassten Landschaftsdarstellungen
äußert.
Im Griechenbeisl, das bereits seit mehreren Generationen im Besitz
der Familie Hauer war und als wichtiger Treffpunkt der Wiener
Kunstszene galt, gründete Christa Hauer 1960 mit ihrem Mann die
"Galerie im Griechenbeisl", die sie bis 1971 leiteten. Sie
etablierten damit in Wien einen neuen Ausstellungsraum, der
zahlreichen jungen österreichischen aber auch internationalen
Künstlern die Möglichkeit bot, ihre Arbeit einem größeren Publikum zu
zeigen. Damit wurde eine Lücke geschlossen, die die Auflösung des Art
Clubs 1959 in die Wiener Ausstellungslandschaft geschlagen hatte. Die
Galerie, geleitet von Künstlern für Künstler, nahm das Modell der
Produzentengalerie vorweg und öffnete sich den konzeptuellen
Tendenzen während ihres elfjährigen Bestehens. Hauer und Fruhmann ist
es auch durch Ausstellungen von britischen, italienischen und
Künstlern aus dem ehemaligen Jugoslawien gelungen, den
internationalen Austausch programmatisch umzusetzen. Zudem engagierte
sich die Galerie für die junge österreichische Skulptur, Plastik und
Objektkunst. Die "Galerie im Griechenbeisl" bot Künstlern auch die
Möglichkeit, Arbeiten im Zusammenhang mit den internationalen
Bildhauersymposien in St. Margarethen zu zeigen. Sie übernahm
zwischen 1964 und 1968 auch die Organisation des internationalen
Symposiums. Mit der Schließung der Galerie 1971 brach erneut eine
wichtige Säule der Modernen österreichischen Kunst weg. Anschließend
stellte das 20er Haus für die österreichische Kunstszene einen der
wenigen Orte der Begegnung und des Austauschs mit den Kollegen aus
dem Ausland dar.
Durch ihr kunstpolitisches Engagement in den 70er und 80er Jahren
leistete Christa Hauer einen essentiellen Beitrag zur Emanzipation
der Künstlerinnen in Österreich.
Das umfangreiche Archiv der Galerie wird nun auf Wunsch der
Künstlerin dem Belvedere als Schenkung übertragen und soll ab Juni
2010 im kürzlich neu eröffneten Research Center der kunsthistorischen
Forschung zur Verfügung stehen. Agnes Husslein-Arco freut sich "über
diesen wertvollen und wichtigen Zugang zum Bestand des Archivs im
Belvedere".
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Lena Maurer PRESSE Belvedere Prinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien Tel: +43 1 79557-177/178 mailto:[email protected]
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