ÖH WU: Bologna-Umstellung in vielen wichtigen Punkten bis dato gescheitert - Neustart notwendig

Für Studierende sind die propagierten Vorteile kaum, bis gar nicht spürbar

Wien (OTS) - Die HochschülerInnenschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (ÖH WU) zeigt sich in einer Reaktion auf die heute stattfindenden Feiern zum 10 jährigen Jubiläum der Bologna-Vertragsunterzeichnung in viele Punkten von der Umsetzung bzw. nationalen Interpretation sehr enttäuscht. "Der Versuch durch die Verkürzung der Studiendauer auf drei Jahre eine frühere Arbeitsmarktfähigkeit der Studierenden zu erreichen ist klar gescheitert. Es ist schlichtweg eine Farce, dass die Bundesregierung selbst nach zehn Jahren noch immer nicht in der Lage ist, im öffentlichen Dienst eine volle Anerkennung der neuen Studienabschlüsse durchzusetzen. Die Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung pervertiert damit einen zentralen Punkt der gesamten Bologna-Umstellung. Derzeit werden Bachelorabsolventen im öffentlichen Dienst noch mit Maturanten gleichgesetzt - Dieser Zustand ist untragbar, es besteht unmittelbarer Handlungsbedarf", so Stefan Kilga, Vorsitzender der ÖH WU.

Weiters unterstreicht Kilga die Notwendigkeit einer Neugestaltung der Bachelorstudienpläne. "Die Bachelorstudienpläne sind überladen, teilweise extrem verschult und kaum praxisorientiert. Für uns Studierende bedeutet das nicht nur immer weniger Freiheit in unserer persönlichen Entfaltung, diese Entwicklung steht vor allem auch in einem krassen Widerspruch zur Bologna-Idee nach einer breiten Basisausbildung. Die ÖH kämpft schon seit Beginn des Bologna-Prozess gegen diese Entwicklung an. Unsere Bemühungen scheitern aber leider nur allzu oft am Unverständnis der Professoren. Erst langsam setzt ein Umdenken ein, hoffentlich führt dieses auch zu Ergebnissen im Sinne der Studierenden."

"Momentan überwiegen die Nachteile noch bei weitem. Die Studierenden müssen ein Jahr länger studieren, um keine Gehaltseinbußen hinnehmen zu müssen und haben dabei noch zusätzlich die Unsicherheit nach dem Abschluss des Bachelorstudiums einen Platz für das Masterstudium zu finden. Die propagierten Vorteile sind für uns Studierende kaum bis gar nicht wahrnehmbar. Ein Bologna-Neustart ist längst überfällig.", so Kilga abschließend.

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