- 11.03.2010, 13:30:56
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ÖH WU: Bologna-Umstellung in vielen wichtigen Punkten bis dato gescheitert - Neustart notwendig
Für Studierende sind die propagierten Vorteile kaum, bis gar nicht spürbar
Wien (OTS) - Die HochschülerInnenschaft an der
Wirtschaftsuniversität Wien (ÖH WU) zeigt sich in einer Reaktion auf
die heute stattfindenden Feiern zum 10 jährigen Jubiläum der
Bologna-Vertragsunterzeichnung in viele Punkten von der Umsetzung
bzw. nationalen Interpretation sehr enttäuscht. "Der Versuch durch
die Verkürzung der Studiendauer auf drei Jahre eine frühere
Arbeitsmarktfähigkeit der Studierenden zu erreichen ist klar
gescheitert. Es ist schlichtweg eine Farce, dass die Bundesregierung
selbst nach zehn Jahren noch immer nicht in der Lage ist, im
öffentlichen Dienst eine volle Anerkennung der neuen
Studienabschlüsse durchzusetzen. Die Uneinigkeit innerhalb der
Bundesregierung pervertiert damit einen zentralen Punkt der gesamten
Bologna-Umstellung. Derzeit werden Bachelorabsolventen im
öffentlichen Dienst noch mit Maturanten gleichgesetzt - Dieser
Zustand ist untragbar, es besteht unmittelbarer Handlungsbedarf", so
Stefan Kilga, Vorsitzender der ÖH WU.
Weiters unterstreicht Kilga die Notwendigkeit einer Neugestaltung der
Bachelorstudienpläne. "Die Bachelorstudienpläne sind überladen,
teilweise extrem verschult und kaum praxisorientiert. Für uns
Studierende bedeutet das nicht nur immer weniger Freiheit in unserer
persönlichen Entfaltung, diese Entwicklung steht vor allem auch in
einem krassen Widerspruch zur Bologna-Idee nach einer breiten
Basisausbildung. Die ÖH kämpft schon seit Beginn des Bologna-Prozess
gegen diese Entwicklung an. Unsere Bemühungen scheitern aber leider
nur allzu oft am Unverständnis der Professoren. Erst langsam setzt
ein Umdenken ein, hoffentlich führt dieses auch zu Ergebnissen im
Sinne der Studierenden."
"Momentan überwiegen die Nachteile noch bei weitem. Die Studierenden
müssen ein Jahr länger studieren, um keine Gehaltseinbußen hinnehmen
zu müssen und haben dabei noch zusätzlich die Unsicherheit nach dem
Abschluss des Bachelorstudiums einen Platz für das Masterstudium zu
finden. Die propagierten Vorteile sind für uns Studierende kaum bis
gar nicht wahrnehmbar. Ein Bologna-Neustart ist längst überfällig.",
so Kilga abschließend.
Rückfragehinweis:
Peter Schweinberger, Pressesprecher
Email: [email protected]
Tel.: +43 699 19711287
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