ÖGB überprüft Kollektivverträge auf verdeckte Diskriminierung

Neue Bewertungs- und Entlohnungssysteme zur Schließung der Einkommensschere

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Arbeit am Menschen ist in unserer Gesellschaft weniger wert als die Arbeit an Maschinen", stellt ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte Ruprecht fest und fordert, dass zur Angleichung der Frauen- und Männereinkommen "Arbeiten, die als typisch weiblich angesehen werden, besser bezahlt werden". "Alle typisch 'privaten' Frauenarbeiten, wie reinigen, betreuen und pflegen werden gesellschaftlich nur als geringschätzig angesehen und infolgedessen auf dem Arbeitsmarkt nur niedrig entlohnt. Dabei sind das zukunftsorientierte Bereiche, und die Tätigkeiten sind von unschätzbarem Wert. Frauendominierte Branchen müssen daher gleichermaßen gut entlohnt werden wie Arbeiten in den typischen 'Männerbranchen'", präzisiert Ruprecht. ++++

"Gleiche Arbeiten müssen in einer Einkommensgruppe zusammengefasst werden, sodass unterschiedliche Einstellungsentgelte gar nicht erst zum Tragen kommen. Denn das Einkommen, das Arbeitnehmerinnen bereits beim Einstieg verlieren, holen sie nie mehr auf", mahnt die Gewerkschafterin. "Weiters brauchen wir eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber, warum ein Menschenkopf weniger wert ist als ein Zylinderkopf. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek lade ich dazu ein, diese Diskussion Seite an Seite mit uns zu führen", sagt Ruprecht anlässlich des heutigen Vortrages der Ministerin beim ÖGB-Bundesfrauenvorstand.

"Wir werden bis zum Herbst diesen Jahres alle kollektivvertraglichen Regelungen daraufhin überprüft haben, welche Auswirkungen sie für Männer und welche sie für Frauen haben", sagt Ruprecht. Als nächsten Schritt brauche es dann neue, verpflichtende, transparente und gendergerechte Bewertungskriterien, mit denen Arbeitsplätze vergleichbar gemacht werden können. "Damit das Recht auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit auch nachhaltig sichergestellt wird", sagt Ruprecht abschließend.

Weiters fordern die ÖGB-Frauen zur Schließung der Einkommensschere einen Lohn- und Gehaltsrechner sowie die rasche Einführung der Einkommenstransparenz.

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