SPÖ will Makler abschaffen

Wien (OTS) - Die Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder tritt vehement der Darstellung der Marktgegebenheiten durch die Arbeiterkammer und der Stadt Wien entgegen, die eine Kürzung der Provision der Immobilienmakler rechtfertigen sollen:

Die seitens der Arbeiterkammer erhobenen Forderungen zur Senkung der Immobilienmaklerprovisionen für Mietwohnungen sind ja bereits seit längerem bekannt. Dass sich die SPÖ Wien jetzt dieser Forderung anschließt und sogar mit der vermeintlich kostenlosen Vermittlung von Wohnungen an Mieter argumentiert, zeigt jedoch sehr deutlich das wahre Gesicht der Argumentation. Hier geht es nicht um eine sachliche Diskussion zur Senkung der Kosten für Mieter bei Mietvertragsbeginn, sondern um die Vernichtung einer ganzen Branche. Sollten die Forderungen umgesetzt werden, kommt es zu existenzbedrohenden Umsatzeinbußen der Immobilienmakler, die nicht mehr durch einen erhöhten Einsatz der Unternehmer und deren Mitarbeiter ausgeglichen werden können.

Die Argumentation des Wohnbaustadtrats Ludwig zeigt auch den vollkommen Realitätsverlust der agierenden Politiker, die keinerlei Kenntnis von den tatsächlichen Marktgegebenheiten haben. Dass der Wiener Wohnungsmarkt bereits zu 60% im Einflussbereich der Stadt Wien und von gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen steht, wird als Erfolg der Wohnbaupolitik und nicht als bedenkliche Entwicklung dargestellt. Dass in einer hoch entwickelten Demokratie Mitteleuropas die quasi Verstaatlichung einer ganzen Branche als Vorzeigebeispiel fungiert und öffentlich ohne Kritik hingenommen wird, stößt nicht nur bei den in der Immobilienwirtschaft involvierten Teilen der Bevölkerung auf großes Unverständnis. Mit einem Budget von mehr als Euro 800 Mio., das aus Steuergeldern finanziert wird, ist ein an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiertes Handeln, das im freien Wettbewerb bestehen muss, offenbar auch nicht notwendig.

Wir laden Herrn Ludwig gerne einmal einen Tag in einem Maklerbetrieb ein, um sich ein Bild davon zu machen, wie hart gearbeitet werden muss, wie viel Informationsarbeit mit der Vermarktung eines Objektes verbunden ist, wie viel in die Werbung investiert wird, wie viele Besichtigungen notwendig sind, wie viele Mietinteressenten geprüft werden müssen und wie viele Tätigkeiten mehr umgesetzt werden müssen, bevor es zu einem Provisionsumsatz kommt.

Wenn weiters argumentiert wird, dass die Neubauleistung der Stadt Wien 85% des Marktes beträgt, so zeigt dies nur das baufeindliche Klima der Stadt auf. Seit Jahren wird seitens der Stadt Wien der Ausbau von Dachgeschosswohnungen im Stadtgebiet mit allen Mitteln verhindert. Kein Wunder, wenn Investoren andere Wege suchen, um Ihre Investitionen zu tätigen. Das ist jedoch kein Erfolg, sondern eine Bankrotterklärung einer Stadtregierung, die es ganz offensichtlich nicht schafft, den Bürgern angemessene Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, um in einem gesicherten gesetzlichen Umfeld zu arbeiten und Investitionen zu ermöglichen.

Gerade in einem Markt, in dem die Dienstleistungsqualität der Makler - nicht zuletzt durch verschiedene Initiativen der Wirtschaftkammer Wien - in den letzten Jahren nachweislich einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat, soll jetzt den am Markt tätigen Unternehmen ihre Umsatzmöglichkeit - und damit die Geschäftsgrundlage - unter den Füßen weggezogen werden. Damit wird diese Leistung in Zukunft nicht mehr angeboten werden können, was wiederum zur Folge hat, dass auch die damit den Konsumenten zugute kommenden Informations- und Aufklärungspflichten mittelfristig wegbrechen. Die Vermieter werden in Zukunft gezwungen sein, die Vermietungen selbst zu übernehmen. Damit entfällt ein wesentlicher Faktor des Interessensausgleiches vor Vertragsunterzeichnung.

Vorschläge der Branche, die Fälligkeit der Provisionszahlung vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zu einem Teil auf die Zeitdauer des Vertrages zu verlagern, wurden bisher nicht einmal kommentiert. Der englische Markt, der zwar umsatzmäßig in keinerlei Hinsicht mit den Wiener Verhältnissen vergleichbar ist, zeigt hier sehr gut funktionierende Lösungen, die zum Vorteil des Mieters und der Makler gelebt werden. Mit einer solchen Lösung könnte der Forderung der Mieter auf Senkung der Startkosten entsprochen werden, ohne dabei einen ganzen Wirtschaftszweig samt ihren Mitarbeitern und Familien zu vernichten.

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Mag. Andreas Berger
Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
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Oliver Brichard, MSc
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