• 10.03.2010, 13:38:07
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Weltglaukomtag 2010: Dunkelziffer bei grünem Star noch immer hoch - BILD

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Weltglaukomtag 2010: Dunkelziffer bei Grünem Star noch immer hoch.

Wien (OTS) - In Österreich leiden rund 80.000 Menschen an einem
Glaukom, einer Erkrankung des Sehnervs. Viele Betroffene wissen lange
Zeit nichts von der Krankheit, da diese anfangs schleichend verläuft.
Zeigt sich erstmals eine Einschränkung des Gesichtsfeldes, ist der
Schaden am Sehnerv bereits beträchtlich. Um die Krankheit in einem
frühen Stadium zu diagnostizieren und geeignete Therapiemaßnahmen
einzuleiten, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung, vor allem für
Risikopatienten, der erste Schritt, um das Augenlicht zu erhalten.
Anlässlich des Weltglaukomtages am 12. März 2010 ruft die
Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft daher erneut zu mehr
Bewusstsein auf, um die Erkrankung einzudämmen.

Der grüne Star zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen in
Industrie- als auch in Entwicklungsländern. In Österreich gibt es
etwa 80.000 Betroffene, 35.000 sind bereits sehbehindert, die
Dunkelziffer liegt aber deutlich höher. "50 Prozent aller Patienten
wissen nichts von ihrer Krankheit. Dies rührt nicht zuletzt davon,
dass der grüne Star eine heimtückische, schleichende Erkrankung
darstellt, die sich oft erst nach mehreren Jahren an einer
Einschränkung des Gesichtsfeldes zeigt. Laut Schätzungen ist jährlich
mit 8.000 bis 16.000 Neuerkrankungen zu rechnen. In der Regel weist
einer von zehn Risikofaktoren auf, einer von 100 erkrankt an einem
Glaukom", erklärt Prim. Univ. Prof. Dr. Susanne Binder,
wissenschaftliche Sekretärin der Österreichischen Ophthalmologischen
Gesellschaft und Vorstand der Augenabteilung KA Rudolfstiftung.
"Aufgrund dieser besorgniserregenden Tatsachen wurde beim
Europäischen Parlament eine Deklaration zur Beschlussfassung
eingereicht, um dem Glaukom Einhalt zu gebieten", macht OA Dr. Anton
Hommer, stellvertretender Vorsitzender der österreichischen und
europäischen Glaukomgesellschaft, auf die ernstzunehmende Erkrankung
aufmerksam. Um die Krankheit einzudämmen ist es von großer
Wichtigkeit, das Bewusstsein der Bevölkerung für die schleichende
Erkrankung zu schärfen. "Ab dem 40. Lebensjahr sollte auf jeden Fall
ein Risikoprofil erstellt werden und regelmäßig
Glaukomvorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden.
Information verschafft Vorsprung: Glaukom ist der heimliche stille
Räuber des Sehvermögens!", so Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger,
Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie in Graz und Mitglied der
österreichischen Glaukomkommission.

Glaukomerkrankungen stellen eine Belastung für das Gesundheitssystem
dar

Werden keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt, wird die Anzahl der
Glaukomerkrankungen in den nächsten Jahren weiterhin signifikant
ansteigen. "Die diagnostischen Möglichkeiten werden wesentlich
sensitiver, aber eben auch nicht billiger. Man wird damit
Risikopatientinnen früher erkennen können als heute. Die Behandlung
wird mit den neuen Medikationen effektiver, aber auch
kostenintensiver. Wir können damit das Fortschreiten der zur
Erblindung führenden Erkrankung verzögern oder gar zum Stillstand
bringen. All dies wird aber auch zu einer Kostensteigerung bei
Diagnose und Behandlung führen", schildert OA Dr. Anton Hommer die
zukünftige Situation. Die erhöhte Lebenserwartung und die damit
verbundenen Fälle von Augenerkrankungen im Alter ziehen erhöhte
Kosten für die Gemeinschaft nach sich. Vor allem im Spätstadium der
Krankheit, welches in einem völligen Produktivitätsverlust des
Betroffenen resultieren kann, steigt die finanzielle Belastung für
das Gesundheitssystem stark an. OA Dr. Anton Hommer betont weiters:
"Daher ist es wichtig, die Erkrankung, respektive das
Erkrankungsrisiko, frühzeitig zu erkennen und einen möglichst
patientenfreundlichen Zugang zu Diagnose und Therapie zu
gewährleisten. Mit neuen Untersuchungsmethoden und besseren
Verlaufskontrollen ist es uns möglich 'gefährdete Personen' früher zu
entdecken und entsprechend zu kontrollieren. So können
Hochrisikopatienten effizienter, andere hingegen zurückhaltender
behandelt werden. Diese Entwicklungen sind auch für unser
Gesundheitssystem relevant. Es werden damit einerseits unnotwendige
Behandlungsschritte, andererseits aber die besonders kostenintensiven
Spätschäden einer Glaukomerkrankung vermieden". Eine beim
Europäischen Parlament eingereichte Deklaration zur Beschlussfassung
fordert, die wissenschaftliche Forschung in Europa auf diesem Gebiet
voranzutreiben, um allen Einwohnern der EU den gleichen Standard in
der Glaukomversorgung zu gewährleisten. Außerdem soll das Thema
Prävention forciert werden, um schwere und kostenintensive Spätfolgen
vermeiden zu können. "Der nun seit einigen Jahren stattfindende
Weltglaukomtag ist ein erster Schritt in diese Richtung, um das
Problembewusstsein in der Bevölkerung zu steigern", so OA Dr. Anton
Hommer.

Der grüne Star: Die schleichende Gefahr

Da die Krankheit in einem frühen Stadium meist unbemerkt
voranschreitet, ist die Dunkelziffer an Erkrankten hoch. Anfänglich
ist der Patient schmerz- und symptomfrei, im weiteren Verlauf einer
Glaukomerkrankung kommt es zu bogenförmigen Ausfällen des
Gesichtsfeldes. "Zu Beginn werden auch diese Ausfälle am Rand des
Gesichtsfeldes nicht bemerkt. In einem späten Stadium betreffen diese
Ausfälle auch das zentrale Gesichtsfeld und führen im Endstadium zu
Erblindung", erläutert Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger den
Verlauf der Erkrankung. Bemerkt der Patient die Ausfälle erstmals,
ist die Krankheit bereits weit fortgeschritten, der Sehnerv ist
bereits irreversibel angegriffen. Einer der Hauptrisikofaktoren, ein
erhöhter Augeninnendruck, führt zu einer mechanischen Schädigung des
Sehnervs. "Jedoch deutet ein erhöhter Druck nicht unbedingt auf eine
bereits bestehende Erkrankung hin, in jedem Fall aber auf ein
erhöhtes Risiko. Ist in früheren Jahren das Glaukom mit einer
Erhöhung des Augeninnendrucks gleichgesetzt worden, so wissen wir
heute, dass auch andere Risikofaktoren (wie etwa eine schlechte
Durchblutung, Migräneanfälligkeit, niedriger Blutdruck,
Kurzsichtigkeit oder eine familiäre Belastung) bei der Entstehung
dieses chronisch progredienten Leidens des Sehnervs eine Rolle
spielen. Der erhöhte Augeninnendruck ist der wesentlichste
Risikofaktor und der wichtigste therapeutische Ansatzpunkt. Er ist
aber nicht immer gleichbedeutend mit der Erkrankung", ergänzt
Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger.

Gute Behandlungschancen bei Glaukomerkrankungen

Wird ein Glaukom im Frühstadium erkannt, kann eine effektive
Therapie erfolgen. Therapeutisch gilt es den Augeninnendruck zu
senken. In den meisten Fällen erfolgt dies durch Augentropfen oder
eine Kombination von Tropfen, die regelmäßig angewendet werden muss.
Bringt dies keine zufrieden stellende Senkung des Augeninnendrucks,
kommen operative oder laserchirurgische Maßnahmen zum Einsatz. Ein
Glaukom ist gegen die nach wie vor in der Bevölkerung bestehenden
Meinung behandelbar, jedoch sind bereits bestehende Schäden
irreparabel.

Vorsorge und Prävention sind das Maß aller Dinge, vor allem im Alter

Das Alter ist neben dem erhöhten Augeninnendruck und der
genetischen Veranlagung ein entscheidender Risikofaktor. Die Inzidenz
des Glaukoms steigt von 0,5 Prozent der 40 bis 49-Jährigen auf 11
Prozent der über 80-Jährigen. Da die Symptome des Glaukoms im
Frühstadium für den Patienten nicht erkennbar sind, ist Früherkennung
entscheidend, um den Sehnerv vor irreparablen Schädigungen, zu
bewahren. Zur einmal jährlichen Vorsorgeuntersuchung gehören die
Messung des Augeninnendrucks, die Prüfung des Gesichtsfeldes und die
Bewertung von Sehnervenkopf und Nervenfasern. Diese Untersuchungen
verlaufen absolut schmerzfrei.

Weltglaukomtag - Aufklären und Bewusstsein schaffen

Am 12. März findet wieder der internationale Glaukomtag statt.
Dabei soll die Bevölkerung über die Tücken und Risikofaktoren der
still verlaufenden Krankheit informiert und dazu aufgerufen werden,
die Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt wahrzunehmen, um die Chancen
einer Früherkennung zu erhöhen. "Als Betroffener kann ich meinen
Mitmenschen nur raten, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen
zu lassen. Bis zu dem Zeitpunkt als ich eine Lesebrille benötigte,
habe ich nie einen Augenarzt aufgesucht. Möglicherweise hätte ich
ohne die Notwendigkeit einer Brille und den damit verbundenen
Besuchen bei einem Augenarzt weiterhin sorglos gelebt, bis sich
starke Einschränkungen meines Sehvermögens gezeigt hätten und die
Diagnose Glaukom unweigerlich gefallen wäre. Mein Leben wäre mit
einer derart starken Beeinträchtigung mit Sicherheit anders
verlaufen. Die rechtzeitige Diagnose hat meine Lebensqualität nahezu
uneingeschränkt erhalten", bestätigt der Betroffene Peter Widmajer.
Rund um den Glaukomtag findet eine Awareness-Kampagne statt, in deren
Rahmen Poster und Informationsfolder in den Augenarzt-Praxen in ganz
Österreich aufliegen. "Die Österreichische Ophthalmologische
Gesellschaft möchte auch 2010 mit der Fortsetzung der erfolgreichen
Kampagne "Spielen Sie nicht mit Ihrem Augenlicht. Glaukom kann jeden
treffen" die Aufmerksamkeit der Bevölkerung verstärkt auf die
schleichende Gefahr lenken. Denn Vorsorge ist der wichtigste Schritt
zur Erhaltung Ihres Augenlichts!", so Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder.

Hinweis für Redaktionen:
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Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Welldone Werbeagentur GmbH
Mag. Elisabeth Kranawetvogel - DI(FH) Elena Bertolini -
Mag. Sabine Sommer - Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 37 - E-Mail: [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/2061

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