Grüne Wien: Beschaffungskriminalität durch Spielsucht

Ellensohn: Wiener SPÖ stellt sich hinsichtlich der Folgen des Automatenglücksspiels taub

Wien (OTS) - "Das kleine Glücksspiel verursacht Kriminalität. Die Folgekosten, vom Polizeieinsatz bis zum Gerichtsverfahren, tragen alle Wiener und Wienerinnen. Die steirische Studie "Kleines Glücksspiel - Großes Leid?" belegt, dass die Glücksspielgewinne bei den Konzernen landen und die Verluste von der Allgemeinheit getragen werden müssen", beginnt Grün-Stadtrat David Ellensohn seine Kritik am sogenannten Kleinen Glücksspiel.

"Immer wieder begründen Bankräuber ihren Überfall mit Spielsucht. Letzte Woche beging ein Zwanzigjähriger in Wien einen Banküberfall, bei dem er dem Bankpersonal mitteilt, dass ihm die Tat leid tue, und stellte sich am Tag darauf der Polizei. Der Großteil der Beute war in einer Nacht ausgegeben worden. Der Hintergrund: Der Mann ist arbeitslos, überschuldet und spielsüchtig. Die Ursache für Spielsucht ist laut Studien immer wieder das Automatenglücksspiel. Eine größere Zahl an Banküberfällen ist die direkte Folge von den 3.300 Automaten, die in Wien die Leute ins Elend stürzen", setzt Ellensohn fort.

"Die Stadt Wien nimmt jährlich 55 Millionen Euro mit Automatenglücksspiel ein. Der Verein Spielsuchthilfe, der als einziger eine umfassende Beratung und Therapie für Spielsüchtige und deren Angehörige in Wien anbietet, muss noch immer ohne Subventionen der Stadt Wien auskommen. Die Spielsüchtigen sind der SPÖ Wien keinen Cent wert", erklärt Ellensohn.

Laut Jahresbericht der Spielsuchthilfe gaben 2008 knappe 17 Prozent der befragten Spielsüchtigen Beschaffungskriminalität als Folge ihrer Spielsucht an. Diese Zahlen wurden von einer Studie des Forschungsinstituts Joanneum Research über die sozialen Folgekosten des Kleinen Glücksspiels in der Steiermark auch bestätigt. Beide Institutionen bescheinigen gerade dem "Kleinen Glücksspiel", das ist das Automatenglücksspiel, bei dem an sich nur ein Einsatz von 50 Cent pro Spiel und ein Maximalgewinn von 20 Euro möglich sein sollten, höchstes Suchtpotential.

"An jeder Ecke stehen mittlerweile Spielautomaten, ganze Straßenzüge sind mit verspiegelten Winzig-Lokalen verschandelt, der Jugendschutz wird, wie wir selbst überprüft haben, ganz einfach nicht eingehalten, ganze Familien gehen kaputt, die Automaten entsprechen nicht der Intention des Gesetzgebers - und die Häupl-SP schweigt. In anderen Bundesländern gibt es auch in der SPÖ Politiker und Politikerinnen, die keine Spielautomaten haben wollen, wie z.B. der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden, aber in Wien will die Regierungspartei nichts wissen von dem Elend, das damit verbunden ist. Das Mindeste, was jetzt endlich getan werden muss, ist ein sofortiger Stopp für neue Automaten und eine echte, ernsthafte Überprüfung aller aufgestellten Glücksspiel-Automaten durch unabhängige GutachterInnen, die nicht jahrelang im Sold der Novomatic oder anderer Glücksspielkonzerne standen. Der Jugendschutz muss endlich kontrolliert und garantiert werden. Außerdem soll sich die SPÖ Wien endlich trauen, eine Studie über die sozialen Kosten des Automatenglücksspiels in Wien in Auftrag zu geben. Sonst muss man ja den Eindruck gewinnen, dass die personellen Verschränkungen SPÖ und Novomatic in Kombination mit Inseraten-Platz von Novomatic in der SPÖ-Mitgliederzeitung die Urteilskraft der Wiener SPÖ getrübt haben", schließt Ellensohn.

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