ÖGB-Ruprecht: Frauen ein sorgenfreies Leben ermöglichen

Höhere Mindesteinkommen zur Absicherung

Wien (OTS/ÖGB) - "Die Lohndiskriminierung in Österreich ist skandalös. Auch im Interesse von Wirtschaft und Industrie müssen jetzt Maßnahmen zur Schließung der Einkommensschere höchste Priorität haben", bekräftigt ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht anlässlich des morgigen, Montag, Internationalen Frauentages. Ein wichtiger Schritt, die ungleiche Bezahlung zu beseitigen, ist die rasche Einführung der Einkommenstransparenz. "Die Diskriminierung von Frauen darf nicht länger salonfähig sein", mahnt Ruprecht und fordert notfalls auch Sanktionen: "Wenn es in den Betrieben Lohndiskriminierung gibt, muss etwas dagegen getan werden. Und tragen Motivationen zu keiner Änderung der Situation bei, braucht es eben Sanktionen." ++++

Österreich liegt weiterhin bei den Einkommensunterschieden am vorletzten Platz der EU-27. Nur Estland liegt noch weiter hinten. "Fortschritte in der Gleichstellungspolitik erwarte ich vom Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt", sagt die Vorsitzende. Wichtig sei in dem Rahmen die Einführung eines Lohn- und Gehaltsrechners, sowie neue Formen der Arbeitsbewertung.

Ruprecht fordert mehr Fairness für Frauen

Die Gewerkschafterinnen fordern weiters die Umsetzung von 1.300 Euro Mindestlohn/-gehalt. "Dass Personen hierzulande arm sind, obwohl sie vollzeitbeschäftigt sind, sollte die Verantwortlichen beschämen. Wenn sich Leistung lohnen soll, müssen die Mindesteinkommen, insbesondere in den Niedriglohnbranchen, erhöht werden", fordert Ruprecht angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Betroffenen, vor allem unter den Frauen, in den nächsten Jahren weiter stark steigen wird. Derzeit gelten in Österreich 247.000 Menschen als "working poor". Von jenen waren 2008 129.000 Personen ganzjährig vollzeitbeschäftigt.

Mehr Fairness für Frauen würde auch die Streichung der Anrechnung des PartnerInneneinkommens bei der Notstandshilfe bringen. "Weil das Einkommen des Partners auf die Notstandshilfe angerechnet wird, gehen viele Frauen leer aus. Das bringt die totale Abhängigkeit vom Partner mit sich", betont die Frauenvorsitzende. 2008 haben 14.000 Personen, darunter 12.000 Frauen, wegen dem Gehalt ihres Partners keine Notstandshilfe beziehen können.

"Besonders weibliche Arbeitnehmer sind verstärkt Opfer der Wirtschaftskrise. Sie werden immer öfter in atypische Beschäftigungsverhältnisse gedrängt. Die Pflichtversicherung muss daher etwa auch für geringfügig Beschäftigte gelten", fordert Ruprecht weiters. Im Januar waren 293.312 Personen geringfügig beschäftigt. Davon waren 65 Prozent der Betroffenen Frauen. Ruprecht:
"Es ist an der Zeit, alle ArbeitnehmerInnengruppen in die Pflichtversicherung mit einzubeziehen. Davon haben schließlich alle etwas."

"Ich will's fair!" lautet das Motto der ÖGB-Frauen-Kampagne 2010. Und fair ist ein gerechtes Einkommen, sorgenfreies Leben und soziale Absicherung.

Verteilaktion der ÖGB-Frauen anlässlich des Internationalen Frauentages:
8. März, 8.00 - 9.30 Uhr
Schottentor

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/143

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Katja Dämmrich
Tel.: 06646145011
www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003