- 07.03.2010, 10:21:17
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ÖGB-Ruprecht: Frauen ein sorgenfreies Leben ermöglichen
Höhere Mindesteinkommen zur Absicherung
Wien (OTS/ÖGB) - "Die Lohndiskriminierung in Österreich ist
skandalös. Auch im Interesse von Wirtschaft und Industrie müssen
jetzt Maßnahmen zur Schließung der Einkommensschere höchste Priorität
haben", bekräftigt ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht anlässlich
des morgigen, Montag, Internationalen Frauentages. Ein wichtiger
Schritt, die ungleiche Bezahlung zu beseitigen, ist die rasche
Einführung der Einkommenstransparenz. "Die Diskriminierung von Frauen
darf nicht länger salonfähig sein", mahnt Ruprecht und fordert
notfalls auch Sanktionen: "Wenn es in den Betrieben
Lohndiskriminierung gibt, muss etwas dagegen getan werden. Und tragen
Motivationen zu keiner Änderung der Situation bei, braucht es eben
Sanktionen." ++++
Österreich liegt weiterhin bei den Einkommensunterschieden am
vorletzten Platz der EU-27. Nur Estland liegt noch weiter hinten.
"Fortschritte in der Gleichstellungspolitik erwarte ich vom
Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung von Frauen und Männern am
Arbeitsmarkt", sagt die Vorsitzende. Wichtig sei in dem Rahmen die
Einführung eines Lohn- und Gehaltsrechners, sowie neue Formen der
Arbeitsbewertung.
Ruprecht fordert mehr Fairness für Frauen
Die Gewerkschafterinnen fordern weiters die Umsetzung von 1.300 Euro
Mindestlohn/-gehalt. "Dass Personen hierzulande arm sind, obwohl sie
vollzeitbeschäftigt sind, sollte die Verantwortlichen beschämen. Wenn
sich Leistung lohnen soll, müssen die Mindesteinkommen, insbesondere
in den Niedriglohnbranchen, erhöht werden", fordert Ruprecht
angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Betroffenen, vor allem
unter den Frauen, in den nächsten Jahren weiter stark steigen wird.
Derzeit gelten in Österreich 247.000 Menschen als "working poor". Von
jenen waren 2008 129.000 Personen ganzjährig vollzeitbeschäftigt.
Mehr Fairness für Frauen würde auch die Streichung der Anrechnung des
PartnerInneneinkommens bei der Notstandshilfe bringen. "Weil das
Einkommen des Partners auf die Notstandshilfe angerechnet wird, gehen
viele Frauen leer aus. Das bringt die totale Abhängigkeit vom
Partner mit sich", betont die Frauenvorsitzende. 2008 haben 14.000
Personen, darunter 12.000 Frauen, wegen dem Gehalt ihres Partners
keine Notstandshilfe beziehen können.
"Besonders weibliche Arbeitnehmer sind verstärkt Opfer der
Wirtschaftskrise. Sie werden immer öfter in atypische
Beschäftigungsverhältnisse gedrängt. Die Pflichtversicherung muss
daher etwa auch für geringfügig Beschäftigte gelten", fordert
Ruprecht weiters. Im Januar waren 293.312 Personen geringfügig
beschäftigt. Davon waren 65 Prozent der Betroffenen Frauen. Ruprecht:
"Es ist an der Zeit, alle ArbeitnehmerInnengruppen in die
Pflichtversicherung mit einzubeziehen. Davon haben schließlich alle
etwas."
"Ich will's fair!" lautet das Motto der ÖGB-Frauen-Kampagne 2010. Und
fair ist ein gerechtes Einkommen, sorgenfreies Leben und soziale
Absicherung.
Verteilaktion der ÖGB-Frauen anlässlich des Internationalen
Frauentages:
8. März, 8.00 - 9.30 Uhr
Schottentor
Rückfragehinweis:
ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Katja Dämmrich
Tel.: 06646145011
www.oegb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/143
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