FSG-Jugend zu Wiener Schulumfrage: Zersprengung des alten Bildungssystems!

Völlige Neuaufstellung der Berufsschulen ist notwendig

Wien (OTS/FSG) - "Wenn 22,6 Prozent der Wiener BerufsschülerInnen unzufrieden sind, dann ist dies ein klares Zeichen. Eine Zersprengung des alten Bildungssystems und eine völlige Neuaufstellung der Berufsschulen sind notwendig", forderte heute, Freitag, der Wiener Jugendvorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG), Christoph Peschek, anlässlich der aktuellen Ergebnisse der Wiener Schulumfrage.++++

"Wir brauchen mehr Lehrstellenplätze mit Qualität in den Betrieben und entsprechenden Zukunftsperspektiven", erklärte Peschek. Die FSG-Jugend fordert außerdem die Gesamtschule für alle bis zur Vollendung der Schulpflicht und die Abschaffung aller anderen Formen. Im Bereich der Berufsschulen braucht es eine Schulzeiterweiterung auf mindestens zwei Tage pro Woche in allen Lehrjahren und neue inhaltliche Schwerpunktsetzungen.
Nicht nur die Firmeninteressen müssen eine Rolle spielen, sondern vielmehr soziale Kompetenzen sowie die Zukunft der Jugendlichen.

"27,4 Prozent der BerufsschülerInnen fühlen sich beim Schulweg zumindest nicht ganz sicher und 38,2 Prozent empfinden den Umgang miteinander als unfreundlich bis feindselig. Hier nicht gegenzusteuern wäre geradezu fahrlässig", sagte Peschek.

Vordringlich sind mehrere Maßnahmen:

  • Punktuelle Aufsicht in den Pausen durch LehrerInnen, wenn dies von der Mehrheit der Lehrlinge gewünscht wird.
  • Die SozialarbeiterInnen des Kultur- und Sportvereins (KUS) sollen verstärkt in den Schulhöfen präsent sein und den Dialog fördern, um die Jugendlichen aus der Anonymität zu holen.
  • Mehr Konfliktpeers in den Schulen und mehr Verantwortung für SchülerInnenvertretungen, denn 29,7 Prozent der Befragten empfinden die Mitsprachemöglichkeit als nicht zufriedenstellend.
  • In der LehrerInnenausbildung muss die pädagogische Ausbildung intensiviert und ein Fokus auf Anti-Rassismus sowie Anti-Diskriminierung gelegt werden.

"19,6 Prozent der BerufsschülerInnen fühlen sich auf die Zukunft nicht ausreichend vorbereitet. Umso wichtiger sind neue Schwerpunkte in der Ausbildung", betonte Peschek. Die ständige Weiterentwicklung von Technologien muss im Unterricht verstärkt berücksichtigt werden. Notwendig sind außerdem die Umsetzung der Berufsschulzeiterweiterung, die Stärkung sozialer Kompetenzen sowie mehr Allgemeinbildung.

"Auch um die Senkung der KlassenschülerInnen-Höchstzahlen und weitere Modernisierung der Berufsschulen wird kein Weg herumführen. Die Berufsschule soll ein Ort des Dialogs, des Wissens, der Neugierde und auch des Spaßes werden. Das gelingt nur durch eine möglichst rasche Umsetzung unserer Forderungen", schloss Peschek.

Wien, 5. März 2010

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