Professionalisierung der Politischen Bildung in Österreich

Erfolgreiche 1. Jahrestagung der Interessensgemeinschaft Politische Bildung (IGPB)

Wien (OTS) - Ziel der im März 2009 gegründeten Interessensgemeinschaft Politische Bildung (IGPB), der mittlerweile mehr als 70 ExpertInnen aus Forschung und Praxis der Politischen Bildung angehören, ist die Stärkung der schulischen und außerschulischen Politischen Bildung sowie die Vernetzung der in diesem Bereich tätigen Institutionen.

Die erste Jahrestagung der IGPB am 25. / 26. Februar widmete sich dem Thema "Professionalisierung der Politischen Bildung". Aufbauend auf einer Ist-Analyse wurden Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Politischen Bildung in Schule sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung präsentiert und diskutiert.

Die Bildungspolitik hat ihre Hausaufgaben nicht erledigt:
Die ExpertInnen waren sich einig, dass von der Demokratie-Initiative der österreichischen Bundesregierung 2007/08 wichtige Impulse ausgegangen sind, die Bildungspolitik aber letztlich ihre Hausaufgaben (noch) nicht zu Ende gebracht hat. So sind die Aus-, Fort- und Weiterbildung uneinheitlich organisiert und entsprechen nur zum Teil den Anforderungen der Didaktik der Politischen Bildung. Nur ein kleiner Teil der bereits unterrichtenden Lehrerkräfte wird erreicht, die Lehrer und Lehrerinnen der Zukunft erhalten keine systematische und somit fundierte Ausbildung in Politischer Bildung.

Das Resümee der Defizitanalyse:

  • Die Aufgaben Politischer Bildung müssen genauer definiert und die Strukturen in Aus-, Fort- und Weiterbildung vereinheitlicht werden. Nur auf diese Weise ist garantiert, dass die bereits in der Klasse stehenden LehrerInnen flächendeckend erreicht und die LehrerInnen der Zukunft auf professioneller Basis ausgebildet werden.
  • Die Entwicklung eines kompetenzorientierten Kerncurriculums für die schulische Politische Bildung und dessen Abstimmung mit den Kerncurricula aller für die Politische Bildung relevanten Fächer ist unerlässlich.
  • Die Forschung zur Politischen Bildung ist zu forcieren und dafür der institutionelle Rahmen zu schaffen.
  • Politische Bildung erfolgt auch im außerschulischen Raum, weshalb die Erwachsenenbildung ebenfalls gestärkt werden muss.
  • Die Pluralität und Unabhängigkeit der verschiedenen Träger der Politischen Bildung mit ausreichenden finanziellen Mitteln sicher zu stellen, ist Aufgabe der öffentlichen Hand.

Die IGPB ortet dringenden politischen Handlungsbedarf -insbesondere von Unterrichts- und Wissenschaftsministerium -, um die Politische Bildung in Österreich institutionell zu verbessern und nachhaltig abzusichern. Dass diese Bildungsaufgabe in Österreich nicht abgehakt werden kann, sondern auf der Agenda bleibt, sieht die IGPB auch in Hinkunft als ihre wichtige Aufgabe.

Weitere Informationen zum Thema und zur IGPB: www.igpb.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/11029

Rückfragen & Kontakt:

Ansprechpersonen sind die Vorstandsmitglieder der IGPB:

Dr. Cornelia Klepp
(Universität Wien, Didaktik der politischen Bildung, Obfrau)
Tel.: 0699/180 56 1 56

Dr. Bernhard Natter (Universität Innsbruck, Stellvertreter)
Tel.: 0512/507-7054

Otto Wucherer MSc (PH Klagenfurt, Kassier)
Tel.: 0680/201 76 44

Dr. Thomas Hellmuth (Universität Linz, Schriftführer)
Tel.: 0732/2468-8856

Mag. Gertraud Diendorfer (Demokratiezentrum Wien, Vorstandsmitglied)
Tel.: 01/512 37 37-11

Dr. Elisabeth Fintl (PH Tirol, Vorstandsmitglied)
Tel.: 0512/59923

Dr. Patricia Hladschik
(Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule, Vorstandsmitglied)
Tel.: 01/42 77-274 40

Prof. Dr. Wolfgang Sander (Universität Wien, Vorstandsmitglied)
Tel.: 01/42 77-46901

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