• 03.03.2010, 15:14:40
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Nie wieder Mobbing: Supervision und Coaching beugen vor

Presseinformation zur Pressekonferenz der Österreichischen Vereinigung für Supervision: "Mobbing am Arbeitsplatz. Gezielt vorbeugen, richtig reagieren"

Wien (OTS) - Über wirkungsvolle Mobbingprävention durch
Supervision und Coaching sowie Hilfe im Fall der Fälle informierte
die Österreichische Vereinigung für Supervision (ÖVS) bei der
heutigen Pressekonferenz im Wiener Café Landtmann gemeinsam mit der
Arbeiterkammer Wien, dem Zentrum für Mobbingberatung und
Konfliktlösung am Arbeitsplatz, Wien, und Arbeitsrechtsexperten Mag.
Andreas Freundorfer, Richter am Arbeits- und Sozialgericht Wien.
"Wesentlich dafür, ob in einem Betrieb gemobbt wird oder nicht, ist
das Betriebsklima. Supervision und Coaching stärken die soziale
Kompetenz von MitarbeiterInnen und Führungskräften und tragen so zur
Mobbingprävention entscheidend bei", so Dr. Wolfgang Knopf,
Vorsitzender der ÖVS, der rund 1.200 eingetragene SupervisorInnen in
ganz Österreich angehören. Mehr Informationen unter www.oevs.or.at
sowie in der neuen ÖVS-Broschüre "Mobbing.. was tun?".

12 Millionen Menschen in Europa gemobbt - Krankenstände, Depressionen
und Selbstmordgedanken als Folge

12 Millionen Menschen, rund 9 % Prozent aller Beschäftigten in
Europa, geben an, an ihrem Arbeitsplatz unter Mobbing zu leiden* -
die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. "Mobbingprozesse
beeinträchtigen das seelische und körperliche Wohlergehen der
Betroffenen maßgeblich. Die Beschwerden reichen von
Konzentrationsproblemen bis zu schwerwiegenden Angstproblematiken,
Depressionen und Selbstmordgedanken. Bei langanhaltender
Mobbing-Dauer kommt es häufig zu psychosomatischen Beschwerden von
Kopf- und Magenschmerzen bis hin zu Herz- und Kreislaufproblemen. Die
Behandlung so entstandener Krankheitssymptome verursacht jährlich
enorme medizinische Kosten", so Mag. DDr. Christa Kolodej, Leiterin
des Zentrums für Mobbingberatung und Konfliktlösung am Arbeitsplatz,
Wien.

Gravierende betriebswirtschaftliche Auswirkungen

Doch nicht nur die Betroffenen leiden: Unternehmen, in denen es zu
Mobbing kommt, müssen mit gravierenden betriebswirtschaftlichen
Auswirkungen rechnen. "Der deutsche Gewerkschaftsbund beziffert die
Kosten eines durch Mobbing bedingten Fehltages mit 103 bis 410
Euro.** Da sind 'indirekte' Kosten, wie sie durch den
Leistungsverlust der beteiligten MitarbeiterInnen, die Störung der
Arbeitsgemeinschaft und erhöhte Mitarbeiterfluktuation entstehen,
noch gar nicht eingerechnet", so Dr. Wolfgang Knopf, Vorsitzender der
ÖVS und amtierender Präsident der Association of National
Organisations for Supervision in Europe (ANSE).

Was ist Mobbing?

Nicht jede Streiterei am Arbeitsplatz ist ein Mobbingfall.
Kennzeichnend für Mobbing sind u.a. folgende Faktoren:

- Die Angriffe, Beleidigungen oder Kränkungen finden gezielt, 
   systematisch und langfristig statt. 
 - Zwischen Betroffenen und AngreiferIn(nen) kommt es zu einem 
   Machtungleichgewicht - Betroffene sind nicht mehr in der Lage, 
   sich ohne die Hilfe Dritter zur Wehr zu setzen.
 - Betroffene fühlen sich zunehmend isoliert und geraten in eine 
   Außenseiterposition.

Gutes Betriebsklima und kompetente Führung verhindern Mobbing

"Mobbingattacken entstehen nicht wegen der Bösartigkeit einzelner
Personen. Ob es zu Mobbing kommt oder nicht, hängt in erster Linie
von organisatorischen Rahmenbedingungen wie Unternehmenskultur,
Führungsstil und Betriebsklima ab", so Knopf. Gerade angesichts einer
immer höheren Arbeits- und Stressbelastung seien die sozialen
Kompetenzen von Führungskräften und MitarbeiterInnen wie
Einfühlungsvermögen, Beziehungsmanagement und die Fähigkeit zu
Feedback und konstruktiver Kritik entscheidend.

Österreichweite effektive Mobbingprävention mit den SupervisorInnen
der Österreichischen Vereinigung für Supervision

Inhalt einer Supervision bzw. eines Coachings ist die Reflexion
der beruflichen Situation und das Erarbeiten von Lösungsstrategien.
Führungskräfte können in Einzelcoachings ihren Führungsstil
überdenken und gemeinsam mit der Supervisorin oder dem Supervisor
konkrete Handlungsstrategien für den Umgang mit Konflikten
erarbeiten. "Führungskräfte werden nicht als solche geboren. Soziale
Kompetenz ist aber trainierbar", betont Knopf.
Im Berufsalltag bestehende Reibungspunkte wie z.B. unklare
Kompetenzbereiche werden in Team- und Gruppensupervisionen aufgezeigt
und bearbeitet. "Im Falle einer bestehenden Mobbingsituation stellt
ein Einzelcoaching oft eine große Entlastung für Betroffene dar, da
diese die Situation vor dem Hintergrund der betrieblichen
Rahmenbedingungen begreifen und nicht länger nach 'ihren'
vermeintlichen Fehlern suchen", so Knopf.

"Mobbing... was tun?": Neue Broschüre der ÖVS informiert
ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen

Um das Bewusstsein der ÖsterreicherInnen für Mobbingprävention zu
fördern, hat die ÖVS in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien eine
Broschüre herausgegeben. Die Broschüre "Mobbing... was tun?" bietet
auf kompakte Weise grundlegende Informationen für ArbeitgebnerInnen
und ArbeitnehmerInnen. "Die Österreichische Vereinigung für
Supervision ist die erste Anlaufstelle für Führungskräfte,
Betriebsräte, Personalvertretungen und Human Ressource Manager, die
Mobbing von vorneherein vorbeugen wollen. Darüber hinaus helfen
SupervisorInnen Betroffenen, die Situation zu analysieren und zeigen
neue Handlungsspielräume auf", so Knopf. Die Broschüre kann von
Firmen wie Privatpersonen bei der ÖVS unter Tel. 01/533 08 22
angefordert werden und steht unter www.oevs.or.at zum Download
bereit.

Wichtig für Betroffene: Rasch die Hilfe Dritter suchen!

"Im Mobbingfall ist es wichtig, so rasch wie möglich die Hilfe
Dritter zu suchen. Stummes Dulden verschlechtert die Situation!", so
Dr. Peter Hoffmann, Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe
der sozialpolitischen Abteilung der Arbeiterkammer Wien. Die AK steht
allen ArbeitnehmerInnen für arbeitsrechtliche Fragen kostenlos zur
Verfügung. Beratung speziell zum Thema Mobbing bietet der
Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB).

Information des Arbeitgebers durch Betroffene entscheidend für
Rechtsansprüche

Da Mobbing in Österreich als Tatbestand nicht gesetzlich definiert
ist, ist es für Betroffene oft schwierig, vor Gericht Ansprüche
einzufordern. "Ansprüche können nur dann geltend gemacht werden, wenn
der Arbeitgeber selbst den Untergebenen mobbt oder vom Betroffenen
über die Mobbingvorfälle informiert wurde", so Mag. Andreas
Freundorfer, Richter am Arbeits- und Sozialgericht Wien. Auf Grund
der gesetzlichen Fürsorgepflicht ist der Arbeitgeber verpflichtet
einzuschreiten, wenn er informiert wird.

ÖVS sorgt für Qualität bei Supervision und Coaching

Der Österreichischen Vereinigung für Supervision (ÖVS) gehören
1.200 eingetragene SupervisorInnen in ganz Österreich an, die über
hohe Beratungskompetenz, fachliches Know-how und langjährige
Praxiserfahrung in Sachen Supervision und Coaching verfügen. Sie alle
haben sich zur Einhaltung strenger ethischer Richtlinien
verpflichtet, um höchste Beratungsqualität sicherzustellen. Die ÖVS
wurde 1994 gegründet und umfasst neun Bundeslandgruppen und 15
Ausbildungseinrichtungen in ganz Österreich. www.oevs.or.at

Supervision und Coaching zielen auf Reflexion, Problembewältigung
und das Erarbeiten von Lösungsstrategien im betrieblichen Umfeld ab.
Eng damit verbunden ist eine erhöhte Kommunikationskompetenz,
Zufriedenheit, Motivation und Leistungssteigerung.

Download Presseunterlagen, Fotos und O-Töne:
www.communications.co.at, www.oevs.or.at, www.o-ton.at

* Umfrage der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens-
und Arbeitsbedingungen 2000
** http://www.dgb.de/themen/mobbing/mobbing_05/index_html?-C=
28.02.2010

Rückfragehinweis:
comm:unications, Agentur für PR, Events & Marketing
Mag. Nina Weiß, Tel. 01/315 14 11-45
mailto:[email protected], www.communications.co.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/3700

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