• 02.03.2010, 10:25:26
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Europäischer Radiologenkongress in Wien: Die Zukunft der Radiologie - 7 Tesla Hochfeld-MR

Wien (OTS) - Im Wiener AKH steht seit Herbst 2007 eines der
wenigen 7-Tesla Hochfeld-MRT Geräte weltweit, im dazugehörigen
"Exzellenzzentrum" wird emsig geforscht. Die
Magnetresonanz-Tomographie (MRT) ist nicht nur eine der wichtigsten
Untersuchungen in der klinischen Medizin - bei 7 Tesla werden Türen
zu neuen Welten geöffnet, die Ergebnisse bedeuten Hoffnung für viele
Patienten.

MRT Standard bei Abbildung der weichen Körperteile

"Aufgrund des hohen Weichteilkontrastes gilt die MRT als Methode
der Wahl in der Abklärung von Weichteil-Veränderungen", erklärt
Professor Siegfried Trattnig von der Universitätsklinik für
Radiodiagnostik am AKH Wien. Weiters kommt die MRT im Gegensatz zur
CT ohne ionisierende Strahlung aus, kann also beliebig oft wiederholt
werden und ist auch bei Kindern gefahrlos einsetzbar.

Experimente im Exzellenzzentrum

Professor Trattnig ist nicht nur ein auf MRT spezialisierter
Radiologe, er ist auch Leiter des "Exzellenzzentrums Hochfeld MR" der
Universitätsklinik für Radiodiagnostik der Medizinischen Universität
Wien, welches eines der wenigen 7-Tesla-MR Geräte beherbergt, an dem
die Zukunft der MRT schon jetzt erforscht wird; weltweit gibt es nur
ca. 25 dieser Systeme, die meisten davon in den USA und Europa. "Das
7-Tesla-MRT ist aber ein rein experimentelles Gerät und darf daher
nur unter Studienbedingungen, das bedeutet konkret: nur mit
Bewilligung der Ethikkommission eingesetzt werden, für klinische
Routineuntersuchungen ist es nicht zugelassen", ergänzt Trattnig.

Einsatzgebiete für 7 Tesla

In der klinischen Routine kommen immer mehr 3-Tesla-Geräte zum
Einsatz. Ein 7-Tesla-MRT hat im Vergleich dazu mehr als die doppelte
magnetische Flussdichte, "das bedeutet, dass Untersuchungen, die
bisher aufgrund eines zu geringen Signals nicht durchgeführt werden
konnten, jetzt auf 7 Tesla möglich werden", erklärt der Fachmann.

Durchbruch bei Hirntumoren erwartet

Die funktionelle MRT profitiert vom hohen
Signal-zu-Rausch-Verhältnis: bei der Stimulation der
Blut-Oxygenierung (Sauerstoffanreicherung) in den kleinsten
Hirngefäßen erzielt man bei 1.5 Tesla nur wenig Effekt, auf 7 Tesla
können diese aber bis zu 20% gesteigert werden - dadurch lassen sich
Aktivierungsstudien des Gehirns verbessern. Das wiederum hat bereits
zu ersten Ergebnissen im Bereich von Hirntumoren geführt, wo man
jetzt mit der neuen erhöhten Spezifität und Auflösung der
7-Tesla-Bilder vor einer Operation besser planen und das zu
operierende Gebiet eingrenzen kann. "Durchbrüche sind deshalb in der
funktionellen MRT des Gehirns und in der Multikern-Anwendung,
betreffend Phosphor und Natrium, zu erwarten", erläutert Trattnig.

Wien als einzigartiger Standort

Der Standort des 7 Tesla unmittelbar vor dem AKH in Wien, einem
der größten Spitäler in Europa, bietet die optimale Voraussetzung für
eine klinisch-orientierte Forschung, das bedeutet, dass die Methoden-
und Sequenzentwicklung auf 7 Tesla relativ rasch in Studien an
Patienten klinisch eingesetzt werden kann. "Diese Kombination ist
auch international relativ einzigartig, da Forschungseinrichtungen,
die ein 7 Tesla betreiben, meistens weit von Krankenhäusern entfernt
errichtet wurden", unterstreicht Trattnig den Nutzen dieses Projekts
für den Standort Wien.

18.000 Radiologen tagen ab 4. März in Wien

Beim 22. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of
Radiology/ECR) vom 4. bis 8. März 2010 in Wien werden auch heuer
wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr
Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die
neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für
Radiologie mit mehr als 18.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt;
zusätzlich bietet der Kongress die größte Industrieausstellung in
Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen
die neueste Produkte der Medizintechnik anbieten.

Rückfragehinweis:
European Society of Radiology - ESR
Stefanie Muzik, Julia Patuzzi
Tel.: +43 1 533 4064-0
mailto:[email protected]
www.myESR.org

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/6430

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