"profil": Strafanzeige gegen Gesundheitsminister Stöger

Laut internem Papier aus Gesundheitsministerium wusste Stöger über Listerien-Seuche schon lang Bescheid - Öffentlichkeit wurde nicht informiert

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, geht aus einem internen "Tagebuch" des Gesundheitsministeriums hervor, dass Gesundheitsminister Alois Stöger schon viel länger vom Ausbruch der Listerien-Seuche durch Quargel-Käse des steirischen Herstellers Prolactal gewusst haben musste, als er behauptete. Am 16. Februar hatte Stöger vor dem Ministerrat gesagt, eben erst von der Sache erfahren und sofort die Öffentlichkeit informiert zu haben. Stöger konnte freilich keine konkreten Maßnahmen nennen, die er zur Information der Bevölkerung gesetzt hätte.

Aus "profil" vorliegenden Aufzeichnungen hoher Beamter des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass man bereits im Spätsommer des vergangenen Jahres vom Krankheitsausbruch wusste, ab Mitte August sogar den betreffenden Quargel-Käse mit zwei weiteren Lebensmitteln unter 600 Proben isoliert hatte. Geschehen sei monatelang nichts, obwohl sich die - auch tödlichen - Krankheitsfälle häuften, berichtet "profil". Selbst Mitte Jänner, als der epidemologische Beweis dafür gelungen war, dass der Bakterienherd in Hartberg liegen müsse, habe man im Gesundheitsministerium nichts unternommen, sondern auf weitere Schriftstücke gewartet. Obwohl das Gesundheitsministerium die Seuchenzentrale der EU schon im Jänner informierte, ließ man die österreichische Öffentlichkeit im Dunkeln über die Gefahren im Supermarkt-Regal. Ulrich Herzog, Stögers höchster Verbraucherschutz-Beamter, erklärte gegenüber "profil", man habe keine Maßnamen gesetzt, weil es kein Gesetz gebe, das dazu verpflichte und außerdem seien die Risiken von Schadenersatzforderungen groß.

Der steirische BZÖ-Abgeordnete Gerald Grosz hat eine Ministerklage gegen Gesundheitsminister Alois Stöger beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Weiters hat Grosz Strafanzeigen gegen Alois Stöger und Ulrich Herzog eingebracht. Der Vorwurf: Beihilfe zur Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, Amtsmissbrauch und mehr, schreibt "profil".

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/179

Rückfragen & Kontakt:

"profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO0003