Europäischer Radiologenkongress in Wien: Tumor-Therapie nach Maß

Die Möglichkeiten der onkologischen Bildgebung.

Wien (OTS) - Eine optimale Therapie onkologischer Erkrankungen ist heute ohne bildgebende Diagnose, der Erfassung der Ausdehnung eines Tumors und der Kontrolle des Therapieansprechens undenkbar. Die onkologische Bildgebung beinhaltet alle Maßnahmen, mit denen die Radiologie zur Früherkennung, Diagnose, Stadieneinteilung (genannt Staging) und Therapiekontrolle beitragen kann.

"Immer wichtiger wird dabei aber auch die Erfassung von Komplikationen einer Behandlung, z.B. einer Chemo- und Strahlentherapie, und die Nachkontrolle", erklärt Univ. Prof. Gerhard Mostbeck, Vorstand des Institutes für diagnostische und interventionelle Radiologie des Wilhelminenspitals und des Röntgeninstitutes am Otto-Wagner-Spital in Wien.

Der Spezialist schätzt, dass "etwa 20-30% aller radiologischen Untersuchungen diesen Fragestellungen, aber auch dem wichtigen Ausschluss einer Tumorerkrankung gewidmet sind". In diesem Fachgebiet der Radiologie geht es weniger um spezielle Verfahren als um den Einsatz bekannter Methoden bei onkologischen PatientInnen. Ausgeführt wird dies durch spezialisierte RadiologInnen, die in einem interdisziplinären Behandlungsteam integriert sind.

Multimodalität als Chance

Immer öfter werden auch radiologische kombiniert mit nuklearmedizinischen Verfahren angewendet, daher spricht man auch von multimodaler Bildgebung - ein Beispiel ist hier die "PET-CT", welche Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit Computertomographie (CT) kombiniert; dadurch können die Vorteile der PET (genaue Abbildung von Stoffwelchselprozessen) mit jenen der CT (feine Abbildung anatomischer Strukturen) vereint werden.

Individualität bestimmt Krebs-Therapie

Derzeit geht der Trend in der Onkologie in Richtung einer individualisierten, optimierten Therapie. "Wir wissen, dass oft nur ganz spezifische Patienten, oder anders gesagt: oft nur ein spezifischer Tumor, auf ein belastendes Chemotherapeutikum anspricht, andere dagegen leider nicht", so Mostbeck. Für die Radiologen ergibt sich daher die Aufgabe, diese individuell-optimierte Therapie zu ermöglichen - durch exaktes Staging, funktionelle Diagnostik und neue Formen der Kontrolle des Therapieansprechens.

"Beim Therapie-Ansprechen verlassen wir uns derzeit häufig recht unzulänglich auf die Erfassung der Tumorgröße", wie der Fachmann erklärt, in Zukunft soll hier mehr auf die Funktionsweise des Tumors eingegangen werden. Bezüglich funktioneller Diagnostik geben auch die großen Fortschritte auf dem Gebiet der molekularen Bildgebung, bei der Tumorzellen samt ihren Bestandteilen und Stoffwechselprozesse abgebildet werden können, Grund zur Hoffnung, bestätigt Mostbeck, ehemaliger Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft.

Tumor durch Hitze und Kälte vernichten

Weitere wichtige Aspekte werden die Früherkennung von Tumoren sein und moderne Formen einer radiologisch geleiteten lokalen Tumortherapie, wo Tumore durch Hitze oder Kälte für den Patienten schonend lokal behandelt, sprich vernichtet, werden können. "Und nicht zuletzt werden wir mehr Kenntnisse haben, um die Folgen einer belastenden Tumortherapie zu minimieren", beschreibt Mostbeck die Zukunft der onkologischen Bildgebung.

Ganzheitlichkeit soll mehr beachtet werden

Zum Wohle des Patienten sollte auch mehr auf eine ganzheitliche bzw. systembezogene Betrachtungsweise geachtet werden. Das bedeutet, dass der einzelne Patient schon bei der Planung der Untersuchungen noch mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte. Zusätzlich muss das für jeden Radiologen noch heißen, dass "die radiologische Bildgebung sinnvoll alle behandlungsrelevanten Aspekte einer Tumorerkrankung möglichst rasch und schonend liefern sollte", ergänzt Mostbeck, "damit ist der onkologisch spezialisierte Radiologe ein integrativer, wesentlicher Partner des Patienten in seinem interdisziplinären Behandlungsteam".

18.000 Radiologen tagen ab 4. März in Wien

Beim 22. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of Radiology/ECR) vom 4. bis 8. März 2010 in Wien werden auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie mit mehr als 18.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt; zusätzlich bietet der Kongress die größte Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen die neueste Produkte der Medizintechnik anbieten.

Weitere Information und Bildmaterial unter www.myESR.org/Presse_ECR2010

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