• 26.02.2010, 09:55:34
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Europäischer Radiologenkongress in Wien: Tumor-Therapie nach Maß

Die Möglichkeiten der onkologischen Bildgebung.

Wien (OTS) - Eine optimale Therapie onkologischer Erkrankungen ist
heute ohne bildgebende Diagnose, der Erfassung der Ausdehnung eines
Tumors und der Kontrolle des Therapieansprechens undenkbar. Die
onkologische Bildgebung beinhaltet alle Maßnahmen, mit denen die
Radiologie zur Früherkennung, Diagnose, Stadieneinteilung (genannt
Staging) und Therapiekontrolle beitragen kann.

"Immer wichtiger wird dabei aber auch die Erfassung von
Komplikationen einer Behandlung, z.B. einer Chemo- und
Strahlentherapie, und die Nachkontrolle", erklärt Univ. Prof. Gerhard
Mostbeck, Vorstand des Institutes für diagnostische und
interventionelle Radiologie des Wilhelminenspitals und des
Röntgeninstitutes am Otto-Wagner-Spital in Wien.

Der Spezialist schätzt, dass "etwa 20-30% aller radiologischen
Untersuchungen diesen Fragestellungen, aber auch dem wichtigen
Ausschluss einer Tumorerkrankung gewidmet sind". In diesem Fachgebiet
der Radiologie geht es weniger um spezielle Verfahren als um den
Einsatz bekannter Methoden bei onkologischen PatientInnen. Ausgeführt
wird dies durch spezialisierte RadiologInnen, die in einem
interdisziplinären Behandlungsteam integriert sind.

Multimodalität als Chance

Immer öfter werden auch radiologische kombiniert mit
nuklearmedizinischen Verfahren angewendet, daher spricht man auch von
multimodaler Bildgebung - ein Beispiel ist hier die "PET-CT", welche
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit Computertomographie (CT)
kombiniert; dadurch können die Vorteile der PET (genaue Abbildung von
Stoffwelchselprozessen) mit jenen der CT (feine Abbildung
anatomischer Strukturen) vereint werden.

Individualität bestimmt Krebs-Therapie

Derzeit geht der Trend in der Onkologie in Richtung einer
individualisierten, optimierten Therapie. "Wir wissen, dass oft nur
ganz spezifische Patienten, oder anders gesagt: oft nur ein
spezifischer Tumor, auf ein belastendes Chemotherapeutikum anspricht,
andere dagegen leider nicht", so Mostbeck. Für die Radiologen ergibt
sich daher die Aufgabe, diese individuell-optimierte Therapie zu
ermöglichen - durch exaktes Staging, funktionelle Diagnostik und neue
Formen der Kontrolle des Therapieansprechens.

"Beim Therapie-Ansprechen verlassen wir uns derzeit häufig recht
unzulänglich auf die Erfassung der Tumorgröße", wie der Fachmann
erklärt, in Zukunft soll hier mehr auf die Funktionsweise des Tumors
eingegangen werden. Bezüglich funktioneller Diagnostik geben auch die
großen Fortschritte auf dem Gebiet der molekularen Bildgebung, bei
der Tumorzellen samt ihren Bestandteilen und Stoffwechselprozesse
abgebildet werden können, Grund zur Hoffnung, bestätigt Mostbeck,
ehemaliger Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft.

Tumor durch Hitze und Kälte vernichten

Weitere wichtige Aspekte werden die Früherkennung von Tumoren sein
und moderne Formen einer radiologisch geleiteten lokalen
Tumortherapie, wo Tumore durch Hitze oder Kälte für den Patienten
schonend lokal behandelt, sprich vernichtet, werden können. "Und
nicht zuletzt werden wir mehr Kenntnisse haben, um die Folgen einer
belastenden Tumortherapie zu minimieren", beschreibt Mostbeck die
Zukunft der onkologischen Bildgebung.

Ganzheitlichkeit soll mehr beachtet werden

Zum Wohle des Patienten sollte auch mehr auf eine ganzheitliche
bzw. systembezogene Betrachtungsweise geachtet werden. Das bedeutet,
dass der einzelne Patient schon bei der Planung der Untersuchungen
noch mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte. Zusätzlich muss
das für jeden Radiologen noch heißen, dass "die radiologische
Bildgebung sinnvoll alle behandlungsrelevanten Aspekte einer
Tumorerkrankung möglichst rasch und schonend liefern sollte", ergänzt
Mostbeck, "damit ist der onkologisch spezialisierte Radiologe ein
integrativer, wesentlicher Partner des Patienten in seinem
interdisziplinären Behandlungsteam".

18.000 Radiologen tagen ab 4. März in Wien

Beim 22. Europäischen Radiologenkongress (European Congress of
Radiology/ECR) vom 4. bis 8. März 2010 in Wien werden auch heuer
wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung ihr
Fachwissen auf den verschiedensten Gebieten austauschen, und die
neuesten Erkenntnisse der Forschung präsentieren.

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für
Radiologie mit mehr als 18.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt;
zusätzlich bietet der Kongress die größte Industrieausstellung in
Europa, bei der auf über 26.000 m2 mehr als 300 internationale Firmen
die neueste Produkte der Medizintechnik anbieten.

Weitere Information und Bildmaterial unter
www.myESR.org/Presse_ECR2010

Rückfragehinweis:
European Society of Radiology - ESR
Stefanie Muzik, Julia Patuzzi
Tel.: +43 1 533 4064-0
mailto:[email protected]
www.myESR.org

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/6430

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