Forschungsrats-Vorsitzender Consemüller: "Österreich braucht 'Forschungsprämie neu' "

Rat für Forschung und Technologieentwicklung fordert Vereinfachung und Erhöhung der indirekten Forschungsförderung

Wien (OTS) - Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung
legte heute seine Vorschläge zur Neugestaltung der indirekten -steuerlichen - Forschungsförderung in Österreich vor. Wichtigster Punkt dabei: Forschungsfreibetrag und Forschungsprämie sollen zu einem Instrument - der "Forschungsprämie neu" - zusammengefasst und von derzeit acht auf zwölf Prozent angehoben werden.

"Wir brauchen jetzt verbesserte Signale für die Forschung in Österreich", ist der Vorsitzende des Rates, Knut Consemüller, überzeugt: "Eine Erhöhung der Forschungsprämie und eine Vereinfachung der indirekten Forschungsförderung sind von enormer Bedeutung, um die Standortqualität Österreichs zu sichern und Planungs- und Rechtssicherheit gewährleisten zu können. Gleichzeitig müssen aber auch die Instrumente der direkten Forschungsförderung sowie der Grundlagenforschung entsprechend aufgewertet werden."
Zudem sollte in Österreich - wie im Ausland - die Zuständigkeit für die Bescheinigung für die Forschungsprämie - insbesondere die Begriffsdefinition von Forschungsrelevanz - beim zuständigen Fachressort (BMWFJ) und nicht beim Finanzbeamten/Steuerprüfer liegen.

Österreich verliert international den Anschluss

Durch die Wirtschaftskrise seien die Forschungsausgaben der Unternehmen zurückgegangen, berichtet Consemüller, zudem verliert der Forschungsstandort Österreich international den Anschluss. Während die steuerlichen Begünstigungen von Forschungsaktivitäten sowohl im europäischen als auch im OECD-Durchschnitt seit dem Jahr 2000 deutlich angehoben wurden, fiel Österreich im Vergleich zurück. Die vorgeschlagene Anhebung der Forschungsprämie soll differenziert nach Unternehmensgröße erfolgen: Je kleiner ein Unternehmen, umso höher der Prozentsatz der Prämie, die in Anspruch genommen werden kann. Consemüller: "Für große Unternehmen sollten es letztendlich 12 Prozent sein, für Klein- und Mittelbetriebe auch darüber. Dies liegt im Korridor von 10-20 Prozent, der in der Strategie 2020 vom Rat empfohlen wurde." Die indirekte Forschungsförderung sei ein wichtiges Instrument für den Forschungsstandort Österreich, das aufgrund seiner Breitenwirkung und leichten Anwendbarkeit besonders den Klein- und Mittelbetrieben zu Gute komme. "Als traditionell gewachsenes und gut eingeführtes Instrument", so Consemüller, "bildet es ein Fundament für längerfristige unternehmerische Planung."

Die Systemevaluierung widerlegt in diesem Zusammenhang einige Vorurteile gegen die indirekte Förderung: "Von diesen Maßnahmen profitieren eine große Anzahl der heimischen Betriebe und nicht nur einige wenige Großunternehmen. Zudem konnten keinerlei exzessive Nutzung oder gar Missbrauch festgestellt werden."

Ausgewogene Balance zwischen direkter und indirekter Förderung

Die Erhöhung der indirekten Forschungsförderung dürfe jedoch nicht auf Kosten der direkten Instrumente gehen. "Es braucht eine ausgewogene Balance zwischen beiden Instrumenten, denn die Steuerungswirkung der direkten Förderungen darf nicht vernachlässigt werden", so Consemüller weiter. Ebenfalls müsse in der Balance der Sektoren die Finanzierung der Grundlagenforschung in derselben Relation angehoben werden. Das System müsse in Summe um 8-9 Prozent im Jahr wachsen.

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