- 25.02.2010, 13:17:31
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Forschungsrats-Vorsitzender Consemüller: "Österreich braucht 'Forschungsprämie neu' "
Rat für Forschung und Technologieentwicklung fordert Vereinfachung und Erhöhung der indirekten Forschungsförderung
Wien (OTS) - Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung
legte heute seine Vorschläge zur Neugestaltung der indirekten -
steuerlichen - Forschungsförderung in Österreich vor. Wichtigster
Punkt dabei: Forschungsfreibetrag und Forschungsprämie sollen zu
einem Instrument - der "Forschungsprämie neu" - zusammengefasst und
von derzeit acht auf zwölf Prozent angehoben werden.
"Wir brauchen jetzt verbesserte Signale für die Forschung in
Österreich", ist der Vorsitzende des Rates, Knut Consemüller,
überzeugt: "Eine Erhöhung der Forschungsprämie und eine Vereinfachung
der indirekten Forschungsförderung sind von enormer Bedeutung, um die
Standortqualität Österreichs zu sichern und Planungs- und
Rechtssicherheit gewährleisten zu können. Gleichzeitig müssen aber
auch die Instrumente der direkten Forschungsförderung sowie der
Grundlagenforschung entsprechend aufgewertet werden."
Zudem sollte in Österreich - wie im Ausland - die Zuständigkeit für
die Bescheinigung für die Forschungsprämie - insbesondere die
Begriffsdefinition von Forschungsrelevanz - beim zuständigen
Fachressort (BMWFJ) und nicht beim Finanzbeamten/Steuerprüfer liegen.
Österreich verliert international den Anschluss
Durch die Wirtschaftskrise seien die Forschungsausgaben der
Unternehmen zurückgegangen, berichtet Consemüller, zudem verliert der
Forschungsstandort Österreich international den Anschluss. Während
die steuerlichen Begünstigungen von Forschungsaktivitäten sowohl im
europäischen als auch im OECD-Durchschnitt seit dem Jahr 2000
deutlich angehoben wurden, fiel Österreich im Vergleich zurück.
Die vorgeschlagene Anhebung der Forschungsprämie soll differenziert
nach Unternehmensgröße erfolgen: Je kleiner ein Unternehmen, umso
höher der Prozentsatz der Prämie, die in Anspruch genommen werden
kann. Consemüller: "Für große Unternehmen sollten es letztendlich 12
Prozent sein, für Klein- und Mittelbetriebe auch darüber. Dies liegt
im Korridor von 10-20 Prozent, der in der Strategie 2020 vom Rat
empfohlen wurde." Die indirekte Forschungsförderung sei ein wichtiges
Instrument für den Forschungsstandort Österreich, das aufgrund seiner
Breitenwirkung und leichten Anwendbarkeit besonders den Klein- und
Mittelbetrieben zu Gute komme. "Als traditionell gewachsenes und gut
eingeführtes Instrument", so Consemüller, "bildet es ein Fundament
für längerfristige unternehmerische Planung."
Die Systemevaluierung widerlegt in diesem Zusammenhang einige
Vorurteile gegen die indirekte Förderung: "Von diesen Maßnahmen
profitieren eine große Anzahl der heimischen Betriebe und nicht nur
einige wenige Großunternehmen. Zudem konnten keinerlei exzessive
Nutzung oder gar Missbrauch festgestellt werden."
Ausgewogene Balance zwischen direkter und indirekter Förderung
Die Erhöhung der indirekten Forschungsförderung dürfe jedoch nicht
auf Kosten der direkten Instrumente gehen. "Es braucht eine
ausgewogene Balance zwischen beiden Instrumenten, denn die
Steuerungswirkung der direkten Förderungen darf nicht vernachlässigt
werden", so Consemüller weiter. Ebenfalls müsse in der Balance der
Sektoren die Finanzierung der Grundlagenforschung in derselben
Relation angehoben werden. Das System müsse in Summe um 8-9 Prozent
im Jahr wachsen.
Rückfragehinweis:
DI Dr. Ludovit Garzik
Geschäftsführer des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Tel: +43 1 713 1414
E-Mail: [email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/6216
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