"Wenn etwas schief geht" - Neue Broschüre zur Patientensicherheit

LR Kaiser stellt Spitälern und Gesundheitseinrichtungen neuen Handlungsleitfaden für etwaige Behandlungsfehler zur Verfügung - Neues Fehler-Dokumentationssystem in Erprobungsphase

Klagenfurt (OTS/LPD) - Viele Berufe und Einrichtungen spielen zusammen, damit die Gesundheit von Patientinnen und Patienten wiederhergestellt werden kann. Dabei ist Patientensicherheit die wichtigste Aufgabe im Gesundheitssystem. Um diese Sicherheit nicht nur zu gewährleisten, sondern weiter zu erhöhen, aber auch um im Falle von etwaigen Fehlern einheitlich und richtig zu handeln, stellte Kärntens Gesundheits- und Krankenanstaltenreferent, LR Peter Kaiser, heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz mit dem eben erst bis 2013 als Patientenanwalt bestätigten Erwin Kalbhenn, einen neuen Handlungsleitfaden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, insbesondere in Kärntens Spitälern, zur Verfügung. Erstellt wurde die Broschüre mit dem Titel "Wenn etwas schief geht - Kommunizieren und Handeln nach einem Zwischenfall" von der Plattform Patientensicherheit. Rund 1.200 Stück werden in Kärnten verteilt. Adressaten sind Ärzte, Schwestern und Pfleger in Spitälern ebenso wie niedergelassene Ärzte und Pflegeheimbetreiber.

Auf 59 Seiten werden Themen wie "Die Kommunikation mit dem Patienten und seiner Familie", "Unterstützung für Betreuungspersonen", "Betreuung des Patienten und deiner Familie" oder "Erstreaktion auf das Ereignis", "Analyse des Ereignisses" aber auch das so wichtige Thema "Dokumentation" behandelt. Dazu gibt es auch eine eigene Auflistung von Worten, die im Umgang mit dem Patient und oder seiner Familie zu beachten sind.

"Die Gesundheitsversorgung der Kärntnerinnen und Kärntner ist Dank der hervorragenden Arbeit unserer Ärzte, Schwestern, Pfleger und aller am Gesundheitswesen beteiligten Menschen und Institutionen seit Jahren eine der besten und braucht international keinen Vergleich zu scheuen", stellt Kaiser klar. Die auf Schätzungen beruhende Zahl an Behandlungsfehlern in Kärnten liege jährlich zwischen 60 und 70.

Als Gesundheitsreferent des Landes Kärnten liegt ihm die Patientensicherheit besonders am Herzen. "Diese Aufgabe wird in unseren Spitälern auch mit besonderem Engagement wahrgenommen. Trotzdem ist gerade der so sensible und oftmals diffizile Bereich der medizinischen Versorgung fehleranfällig", erklärt Kaiser. Deswegen werde er in Zusammenarbeit aller Beteiligten alles unternehmen, um diese Fehlerquote weiter zu verringern, denn die Patientinnen und Patienten sollen sich darauf verlassen können, dass sie die beste und sicherste medizinische Versorgung erhalten, wenn sie sie brauchen.

"Dazu gehört es nicht nur, aus einem begangenen Fehler zu lernen, und ihn kein zweites Mal zu machen, sondern auch zu wissen, was zu tun und zu kommunizieren ist, wenn etwas schiefgeht. Und genau diesen Handlungsleitfaden bietet die vorliegende Broschüre", so Kaiser. Darin enthalten seien alle notwendigen und von Experten praxisbezogen erarbeiteten Informationen darüber, was wann zu tun ist.

Bestätigt wird Kaisers Bemühen von Patientenanwalt Erwin Kalbhenn: Die von LR Kaiser nun zur Verfügung gestellte Broschüre "Wenn etwas schief geht" ist ein regelrechtes Vademecum, eine wertvolle Hilfe für Ärzte und Pflegekräfte, denen etwas "passiert" ist: Sich vor einem Zwischenfall oder Fehler sowie dem betroffenen Patienten nicht verstecken, nichts verschleiern oder schönreden. Sondern sofort offen und wahrheitsgemäß den Betroffenen informieren, auf gleicher Augenhöhe kommunizieren, Perspektiven aufzeigen, Maßnahmen zur Schadensminderung und -behebung ergreifen, Angehörige einbeziehen, kurz um: sich kümmern. Das ist es, was sich Patienten gegebenenfalls in ihrem Unglück erwarten", so Kalbhenn, der sich wünscht, dass alle Leserinnen und Leser dieses Werks die Ratschläge beherzigen und damit zur Entwicklung einer besseren, absolut patientengerechten Verhaltenskultur beitragen. "Es ist der berühmte Schritt in die richtige Richtung."

Neben der Informationsbroschüre wird laut Kaiser in den Kärntner Landeskrankenhäusern auch ein Berichtssystem zur Meldung von kritischen Ereignissen und Beinahe-Fehlern seit Oktober 2009 erprobt. Der Name des Sytems: CIRS, Critical Incident Reporting System. "Ziel ist nicht das Anschwärzen von Mitarbeitern, sondern vielmehr eine anonyme Möglichkeit zur Fehlerdokumentation zu schaffen, um etwaige Fehler oder Mängel zu melden und abstellen zu können", erklärt Kaiser.
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