• 25.02.2010, 11:00:28
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Erster niederösterreichischer Impftag

Erfahrungsaustausch für Ärzte und Apotheker

Wien (OTS) - Am Samstag, dem 27. Februar, findet im Landhaus in
St. Pölten der erste niederösterreichische Impftag statt. Ziel des
niederösterreichischen Impftages ist es, einen Erfahrungsaustausch
für Ärzte und Apotheker zu ermöglichen, über neueste Entwicklungen zu
informieren und praxisrelevante Themen zu diskutieren.

Der erste niederösterreichische Impftag (1. NÖ Impftag) soll eine
Veranstaltung sein, die neben hochkarätiger Information spezifische
niederösterreichische Themen und Fragen aus der Praxis abdeckt. In
den kommenden Jahren soll der NÖ Impftag abwechselnd in verschiedenen
Vierteln Niederösterreichs stattfinden, um eine ausgewogene Präsenz
in allen Teilen Niederösterreichs sicherzustellen. Darüber hinaus ist
geplant, jährlich Schwerpunktsetzungen vorzunehmen wie z.B. das
Impfen von älteren Menschen, Impfungen in der Dermatologie oder
Impfungen in der Geburtshilfe und Gynäkologie.

"Der NÖ Impftag soll zu einer Institution für Ärzte und Apotheker
werden, die sich mit Fragen des Impfwesens auseinandersetzen und eine
qualitativ hochwertige und kompetente Adresse für Fortbildung auf dem
Gebiet des Impfwesens sein", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer,
Kinderarzt und Initiator des 1. NÖ Impftages.

Pneumokokken-Impfung: Woran krankt es?

Neben dem Schweinegrippe-Virus H1N1 und dem Gebärmutterhals-Virus HPV
sind auch die Pneumokokken ein wichtiger Tagespunkt beim 1. NÖ
Impftag. Pneumokokken sind unangenehme, von Medizinern gefürchtete
Erreger. Die Erkrankungen reichen von einer eitrigen
Mittelohrentzündung bis hin zu schwersten, zum Teil tödlichen
Infektionen, wie Gehirnhautentzündungen oder Lungenentzündungen. Die
Schwere der Erkrankungen und die tragischen, oft lebenslänglichen
Krankheitsfolgen machen die Impfung besonders notwendig.

Österreich ist bei der Einführung der generellen Impfung gegen
Pneumokokken für Säuglinge und Kleinkinder - den beiden Gruppen mit
dem bei weitem höchsten Erkrankungsrisiko - europäisches
Schlusslicht! Seit fast zehn Jahren wird über die Einführung der
Gratis-Pneumokokken-Impfung diskutiert. Bisher ist es aber nur
gelungen, die Impfung bei Risikokindern als Gratisimpfung zur
Verfügung zu stellen. Und dies, obwohl in allen Ländern mit
Gratisimpfung eine hohe Durchimpfungsrate erzielt wird und die
Erkrankungs- und Todesfälle drastisch zurückgehen. In Österreich
hingegen sind die Erkrankungs- und Todesfälle konstant geblieben.
Kosten-Nutzen-Rechnungen zeigen, dass die Pneumokokken-Impfung eine
Investition ist, die den Betroffenen Leid und dem Gesundheitssystem
Kosten spart.

Zwiauer: "Das österreichische Gesundheitswesen ist gefordert,
diese Impfung möglichst schnell allen Säuglingen und Kleinkindern als
kostenlose Impfung im Rahmen des Österreichischen Impfplans
anzubieten, da sonst der Anschluss an europäische Standards im
Impfwesen verloren geht."

Warum Impfen sinnvoll ist

Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten Vorsorgemaßnahmen, um vor
Infektionskrankheiten zu schützen. Dies hat nicht nur durchaus
positiven Einfluss auf die geimpfte Person, sondern auch
volkswirtschaftliche Bedeutung.

"Mit einer Impfung und dem dadurch entstandenen Impfschutz erspart
man der/dem Geimpften einerseits, eine oft lebensbedrohliche
Krankheit durchzumachen, andererseits der Allgemeinheit, für die oft
hohen Kosten der Behandlung einer Infektionskrankheit aufkommen zu
müssen", sagt Landessanitätsrat Dr. Alfred de Martin.

So konnten noch im vorigen Jahrhundert durch Zusammenarbeit der
Staaten mit der WHO die Pocken ausgerottet werden. Ebenso ist es
gelungen, Polio in Österreich soweit zu verdrängen, dass in den
letzten 20 Jahren keine Neuerkrankung aufgetreten ist.

Bei der letzten großen Impfaktion gegen Influenza A/H1N1 wurden
30.000 Impfungen bei den Amtsärzten, den Gesundheitsämtern der
Bezirkshauptmannschaften, der Magistrate und der Ärzte der NÖ GKK
durchgeführt und dadurch viele Erkrankungen und Krankenstände
verhindert.

Der Impfplan 2010

Der Impfplan 2010 enthält gegenüber den bisherigen Empfehlungen
mehrere signifikante Veränderungen. "Dabei wurde besonders Bedacht
darauf genommen, die Zahl der empfohlenen Impfungen möglichst gering
zu halten, um bei reduzierter Zahl von Einzelimpfungen und
ausreichender Schutzwirkung die Kostendeckung für zusätzliche
Impfungen zu erzielen", sagt Dr. Dietmar Baumgartner, Kinderart und
Impfreferent der Ärztekammer Niederösterreich.

Konkret wird die Zahl der Dosen der Sechsfach-Impfung für
Säuglinge auf das
2 plus 1 Schema (statt 3 plus 1) sowie die Zahl der Dosen für die
Pneumokokkenimpfung reduziert. Weiters wird die Impfung gegen
Meningokokken-C mit einer Dosis für Kleinkinder plus einer Dosis für
Schulkinder in den Impfplan aufgenommen.

Neu ist weiters, dass der Impfplan empfiehlt, die
Varizellenimpfung ab Beginn des
2. Lebensjahres durchzuführen. Die FSME-Impfung sowie die
Hepatitis-A-Impfung werden in das allgemeine Impfschema aufgenommen.
Die Zahl der Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus im
Schulalter wird auf eine einzige Dosis reduziert, diese aber schon im
Volksschulalter als Vierfachimpfstoff mit Keuchhusten- und
Kinderlähmungskomponente (PEA und IPV) verabreicht. Hingegen fällt
die Kinderlähmungs-Auffrischungsimpfung (IPV) für Erwachsene weg, und
nach ausreichender Immunisierung im Kindesalter wird die
Auffrischungsimpfung gegen Poliomyelitis nur mehr für Reisende
empfohlen.

Impfaktionen in der Apotheke

Apothekerinnen und Apotheker spielen seit vielen Jahren eine
bedeutende Rolle bei der Information über die Notwendigkeit von
Impfungen. "Die Impfaktionen in den Apotheken helfen mit, die
Impfraten stabil zu halten bzw. zu erhöhen", sagt Mag. pharm. Werner
Luks, Apotheker in Ybbs an der Donau und Präsident der
Apothekerkammer Niederösterreich. Hepatitis, FSME und Keuchhusten
sind aufgrund groß angelegter Impfkampagnen deutlich seltener
geworden. "Das ist für uns ein Ansporn, auch weiterhin Impfaktionen
in den Apotheken durchzuführen."

In der ersten Jahreshälfte 2010 werden sechs Impfaktionen in den
Apotheken durchgeführt. Alle Aktionen zeichnen sich dadurch aus, dass
die Impfstoffe im Aktionszeitraum preisgünstiger angeboten werden.
Bereits seit 1. Jänner und noch bis 31. Juli - also sieben Monate
lang - läuft die FSME-Impfaktion. Ebenfalls seit
1. Jänner (und noch bis Ende März) läuft die Pneumokokken-Impfaktion
für Säuglinge und Kinder.

In Niederösterreich gibt es bereits seit geraumer Zeit einen
Sechsfachimpfstoff im Rahmen der Kinder-Impfaktion NÖ als
Ganzjahresaktion. Dabei werden alle Kinder ab Säuglingsalter
grundimmunisiert (wie z.B. MMRVax, Infanrix Hexa, Prevenar -
Synflorix, Rotarix - RotaTec).

In wenigen Tagen - am 1. März - startet eine Aktion mit
Meningokokken-C-Impfstoffen. Bis 30. September können die Impfstoffe
gegen diese heimtückische Erkrankung zu einem günstigeren Preis in
den Apotheken bezogen werden. Ab April folgt dann für zwei Monate die
Hepatitis-Impfaktion. Hier wurden leider in den vergangenen Jahren
steigende Fallzahlen festgestellt. Umso wichtiger ist es, auf die
Gefährlichkeit von Hepatitis - nicht nur im Zusammenhang mit
klassischen Reiseländern - hinzuweisen.

Ab 1. Mai startet die "Frisch dich auf"-Impfaktion für junge
Erwachsene. Dabei schützt eine einzige 4-Fach-Impfung gegen die
schweren Infektionskrankheiten Diphterie, Tetanus, Kinderlähmung und
Keuchhusten. Der Impfstoff ist bis Ende Juni in den Apotheken
vergünstigt zu beziehen.

1. NÖ Impftag

 Datum:   27.2.2010, 09:00 - 16:00 Uhr
 Ort:     NÖ Landhaus
          Landhausplatz 1, 3100 Sankt Pölten
 Url:     www.noe-impftag.at

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Mag. Birgit Jung
Tel.: 01/53 751-623
mailto: [email protected]
www.arztnoe.at

Österreichische Apothekerkammer
Presse und Kommunikation
Mag. Gudrun Reisinger, Mag. Jutta Pint
Tel.: 01/404 14/DW 600 oder 601
E-Mail: [email protected] [email protected]

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/29

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