Erster niederösterreichischer Impftag

Erfahrungsaustausch für Ärzte und Apotheker

Wien (OTS) - Am Samstag, dem 27. Februar, findet im Landhaus in
St. Pölten der erste niederösterreichische Impftag statt. Ziel des niederösterreichischen Impftages ist es, einen Erfahrungsaustausch für Ärzte und Apotheker zu ermöglichen, über neueste Entwicklungen zu informieren und praxisrelevante Themen zu diskutieren.

Der erste niederösterreichische Impftag (1. NÖ Impftag) soll eine Veranstaltung sein, die neben hochkarätiger Information spezifische niederösterreichische Themen und Fragen aus der Praxis abdeckt. In den kommenden Jahren soll der NÖ Impftag abwechselnd in verschiedenen Vierteln Niederösterreichs stattfinden, um eine ausgewogene Präsenz in allen Teilen Niederösterreichs sicherzustellen. Darüber hinaus ist geplant, jährlich Schwerpunktsetzungen vorzunehmen wie z.B. das Impfen von älteren Menschen, Impfungen in der Dermatologie oder Impfungen in der Geburtshilfe und Gynäkologie.

"Der NÖ Impftag soll zu einer Institution für Ärzte und Apotheker werden, die sich mit Fragen des Impfwesens auseinandersetzen und eine qualitativ hochwertige und kompetente Adresse für Fortbildung auf dem Gebiet des Impfwesens sein", sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Kinderarzt und Initiator des 1. NÖ Impftages.

Pneumokokken-Impfung: Woran krankt es?

Neben dem Schweinegrippe-Virus H1N1 und dem Gebärmutterhals-Virus HPV sind auch die Pneumokokken ein wichtiger Tagespunkt beim 1. NÖ Impftag. Pneumokokken sind unangenehme, von Medizinern gefürchtete Erreger. Die Erkrankungen reichen von einer eitrigen Mittelohrentzündung bis hin zu schwersten, zum Teil tödlichen Infektionen, wie Gehirnhautentzündungen oder Lungenentzündungen. Die Schwere der Erkrankungen und die tragischen, oft lebenslänglichen Krankheitsfolgen machen die Impfung besonders notwendig.

Österreich ist bei der Einführung der generellen Impfung gegen Pneumokokken für Säuglinge und Kleinkinder - den beiden Gruppen mit dem bei weitem höchsten Erkrankungsrisiko - europäisches Schlusslicht! Seit fast zehn Jahren wird über die Einführung der Gratis-Pneumokokken-Impfung diskutiert. Bisher ist es aber nur gelungen, die Impfung bei Risikokindern als Gratisimpfung zur Verfügung zu stellen. Und dies, obwohl in allen Ländern mit Gratisimpfung eine hohe Durchimpfungsrate erzielt wird und die Erkrankungs- und Todesfälle drastisch zurückgehen. In Österreich hingegen sind die Erkrankungs- und Todesfälle konstant geblieben. Kosten-Nutzen-Rechnungen zeigen, dass die Pneumokokken-Impfung eine Investition ist, die den Betroffenen Leid und dem Gesundheitssystem Kosten spart.

Zwiauer: "Das österreichische Gesundheitswesen ist gefordert, diese Impfung möglichst schnell allen Säuglingen und Kleinkindern als kostenlose Impfung im Rahmen des Österreichischen Impfplans anzubieten, da sonst der Anschluss an europäische Standards im Impfwesen verloren geht."

Warum Impfen sinnvoll ist

Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten Vorsorgemaßnahmen, um vor Infektionskrankheiten zu schützen. Dies hat nicht nur durchaus positiven Einfluss auf die geimpfte Person, sondern auch volkswirtschaftliche Bedeutung.

"Mit einer Impfung und dem dadurch entstandenen Impfschutz erspart man der/dem Geimpften einerseits, eine oft lebensbedrohliche Krankheit durchzumachen, andererseits der Allgemeinheit, für die oft hohen Kosten der Behandlung einer Infektionskrankheit aufkommen zu müssen", sagt Landessanitätsrat Dr. Alfred de Martin.

So konnten noch im vorigen Jahrhundert durch Zusammenarbeit der Staaten mit der WHO die Pocken ausgerottet werden. Ebenso ist es gelungen, Polio in Österreich soweit zu verdrängen, dass in den letzten 20 Jahren keine Neuerkrankung aufgetreten ist.

Bei der letzten großen Impfaktion gegen Influenza A/H1N1 wurden 30.000 Impfungen bei den Amtsärzten, den Gesundheitsämtern der Bezirkshauptmannschaften, der Magistrate und der Ärzte der NÖ GKK durchgeführt und dadurch viele Erkrankungen und Krankenstände verhindert.

Der Impfplan 2010

Der Impfplan 2010 enthält gegenüber den bisherigen Empfehlungen mehrere signifikante Veränderungen. "Dabei wurde besonders Bedacht darauf genommen, die Zahl der empfohlenen Impfungen möglichst gering zu halten, um bei reduzierter Zahl von Einzelimpfungen und ausreichender Schutzwirkung die Kostendeckung für zusätzliche Impfungen zu erzielen", sagt Dr. Dietmar Baumgartner, Kinderart und Impfreferent der Ärztekammer Niederösterreich.

Konkret wird die Zahl der Dosen der Sechsfach-Impfung für Säuglinge auf das
2 plus 1 Schema (statt 3 plus 1) sowie die Zahl der Dosen für die Pneumokokkenimpfung reduziert. Weiters wird die Impfung gegen Meningokokken-C mit einer Dosis für Kleinkinder plus einer Dosis für Schulkinder in den Impfplan aufgenommen.

Neu ist weiters, dass der Impfplan empfiehlt, die Varizellenimpfung ab Beginn des
2. Lebensjahres durchzuführen. Die FSME-Impfung sowie die Hepatitis-A-Impfung werden in das allgemeine Impfschema aufgenommen. Die Zahl der Auffrischungsimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus im Schulalter wird auf eine einzige Dosis reduziert, diese aber schon im Volksschulalter als Vierfachimpfstoff mit Keuchhusten- und Kinderlähmungskomponente (PEA und IPV) verabreicht. Hingegen fällt die Kinderlähmungs-Auffrischungsimpfung (IPV) für Erwachsene weg, und nach ausreichender Immunisierung im Kindesalter wird die Auffrischungsimpfung gegen Poliomyelitis nur mehr für Reisende empfohlen.

Impfaktionen in der Apotheke

Apothekerinnen und Apotheker spielen seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle bei der Information über die Notwendigkeit von Impfungen. "Die Impfaktionen in den Apotheken helfen mit, die Impfraten stabil zu halten bzw. zu erhöhen", sagt Mag. pharm. Werner Luks, Apotheker in Ybbs an der Donau und Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich. Hepatitis, FSME und Keuchhusten sind aufgrund groß angelegter Impfkampagnen deutlich seltener geworden. "Das ist für uns ein Ansporn, auch weiterhin Impfaktionen in den Apotheken durchzuführen."

In der ersten Jahreshälfte 2010 werden sechs Impfaktionen in den Apotheken durchgeführt. Alle Aktionen zeichnen sich dadurch aus, dass die Impfstoffe im Aktionszeitraum preisgünstiger angeboten werden. Bereits seit 1. Jänner und noch bis 31. Juli - also sieben Monate lang - läuft die FSME-Impfaktion. Ebenfalls seit
1. Jänner (und noch bis Ende März) läuft die Pneumokokken-Impfaktion für Säuglinge und Kinder.

In Niederösterreich gibt es bereits seit geraumer Zeit einen Sechsfachimpfstoff im Rahmen der Kinder-Impfaktion NÖ als Ganzjahresaktion. Dabei werden alle Kinder ab Säuglingsalter grundimmunisiert (wie z.B. MMRVax, Infanrix Hexa, Prevenar -Synflorix, Rotarix - RotaTec).

In wenigen Tagen - am 1. März - startet eine Aktion mit Meningokokken-C-Impfstoffen. Bis 30. September können die Impfstoffe gegen diese heimtückische Erkrankung zu einem günstigeren Preis in den Apotheken bezogen werden. Ab April folgt dann für zwei Monate die Hepatitis-Impfaktion. Hier wurden leider in den vergangenen Jahren steigende Fallzahlen festgestellt. Umso wichtiger ist es, auf die Gefährlichkeit von Hepatitis - nicht nur im Zusammenhang mit klassischen Reiseländern - hinzuweisen.

Ab 1. Mai startet die "Frisch dich auf"-Impfaktion für junge Erwachsene. Dabei schützt eine einzige 4-Fach-Impfung gegen die schweren Infektionskrankheiten Diphterie, Tetanus, Kinderlähmung und Keuchhusten. Der Impfstoff ist bis Ende Juni in den Apotheken vergünstigt zu beziehen.

1. NÖ Impftag

Datum: 27.2.2010, 09:00 - 16:00 Uhr

Ort:
NÖ Landhaus
Landhausplatz 1, 3100 Sankt Pölten

Url: www.noe-impftag.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/29

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Apothekerkammer
Presse und Kommunikation
Mag. Gudrun Reisinger, Mag. Jutta Pint
Tel.: 01/404 14/DW 600 oder 601
E-Mail: gudrun.reisinger@apotheker.or.at jutta.pint@apotheker.or.at

Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Mag. Birgit Jung
Tel.: 01/53 751-623
mailto: presse@arztnoe.at
www.arztnoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AEN0001