- 24.02.2010, 08:58:22
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GLOBAL 2000 entlarvt falsche Angaben der Gentech-Lobby
Gentech-Anbau in Europa rückläufig - Industrie-Bericht ist reines Täuschungsmanöver!
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bewertet die
Angaben des neuen Reports des International Service for the
Acquisition of Agri-biotech Applications (ISAAA) als gefälschtes Bild
im Auftrag der Biotech-Lobby. "Der Anbau des Gentech-Mais Mon 810,
der einzigen in der EU zugelassenen Gentech-Pflanze, ist um 15
Prozent zurückgegangen. Der angebliche Siegeszug der Gentechnik ist
somit schlicht eine Falschmeldung der Gentechnikindustrie, die mit
dem jährlichen Report des ISAAA verbreitet wird", stellt Jens Karg,
Sprecher der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 klar. Um ein
rosiges Bild von der Gentechnik in der Landwirtschaft zu zeichnen,
verwendet das von der Gentech-Industrie finanzierte Institut
zweifelhafte Methoden. Beispielsweise werden nach Analysen von GLOBAL
2000 Gentech-Pflanzen auf ein und demselben Acker doppelt gezählt,
nur weil diese Pflanzen zwei gentechnische Veränderungen aufweisen.
Im Gegensatz zu den Behauptungen der Industrie-Lobby scheitert der
Anbau von Gen-Pflanzen in immer mehr Ländern. "Die ISAAA bauscht die
Anbaustatistik von Gentech Pflanzen in Entwicklungsländern auf und
unterschlägt die Verbote in Indien und Südafrika. Hier kann man nur
von tarnen und täuschen sprechen, nicht von seriöser Wissenschaft",
kommentiert Karg.
Gentechanbau in Europa rückläufig
Während aber 2008 die Anbaufläche für Gentech-Mais in der EU noch
knapp 108.000 Hektar betrug, wurde 2009 nur noch auf circa 92.000
Hektar Gentech-Mais ausgebracht. Das sind 0,78 Prozent der gesamten
europäischen Maisanbaufläche (14 Millionen Hektar). Mehr als 80
Prozent (76.000 Hektar) des gesamten Anbaus von Gentech-Pflanzen in
der EU findet in Spanien statt. Dort ist der Anbau 2009 allerdings
auch um 3.000 Hektar zurückgegangen. In sieben Ländern war der Anbau
von Gentech-Mais Mon810 im Jahr 2009 verboten: Deutschland,
Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Österreich, Polen und Ungarn.
Durch das Anbauverbot in Deutschland wurden ebenfalls 3.000 Hektar
weniger angebaut. Legaler Anbau existiert derzeit nur in den Ländern
Portugal, Slowakei, Spanien, Rumänien und Tschechien. Illegal
angebaut wurden schätzungsweise 3.000 Hektar in Polen. "Der
ISAAA-Report rechnet diese illegalen Anbauflächen kommentarlos zu den
Zahlen des Gentechnikanbaus in der EU dazu. Das ist ein Indiz für den
laxen Umgang dieser Industrie mit Wissenschaft und Gesetzen",
kritisiert Karg.
Gentechpflanzen würden primär von auf Monokulturen setzenden
Betrieben eingesetzt, so die UmweltschützerInnen. Im Gegensatz zu den
Behauptungen des ISAAA, erwirtschaften LandwirtInnen bis heute keine
höheren Erträge mit Gentech-Pflanzen. Wissenschaftlich belegt ist
hingegen, dass Gentech-AnwenderInnen immer stärkere Pestizide auf
Gen-Äckern einsetzen müssen und deren Kosten damit steigen.
Kein Dammbruch in China
Eine Gentech Reis-Zulassung für eine chinesiches Provinz wird von
ISAAA zu einer Grundsatzentscheidung für ganz China hoch stilisiert.
Wahr ist jedoch, dass die Zulassung nur für jene Provinz gegeben
wurden, deren Universität den Reis entwickelt hat. In der
Vergangenheit hat es mehrere dieser Zulassungen gegeben, ohne dass es
zu einer China weiten Anbauerlaubnis gekommen ist.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000 Jens Karg Tel.: +43 699 1 42000 20 Simonne Baur Tel.: +43 699 1 42000 23 mailto:[email protected] www.global2000.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/95
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