Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Steiermark (SWV): 51% EinzelkämpferInnen brauchen mehr Unterstützung der Wirtschaftskammer

SWV-Jabornik fordert mehr Mitbestimmung für EPU in der Kammer

Wien (OTS) - Mittlerweile gibt es 51% Einpersonenunternehmen (EPU) in der Steiermark. Der SWV Steiermark kritisiert, dass sie seitens der Wirtschaftskammer nicht wahrgenommen und ihre Interessen nicht vertreten werden. KommR Andrea Jabornik, Vize-Präsidentin des SWV Österreich und Unternehmerin in der Steiermark: "Von der Kammerreform bleibt nicht viel, wenn man in die Tiefe geht. Im Wesentlichen stellt sich heute die Kammer so dar, wie bereits gehabt. Wo es sich auf alle Fälle spießt, ist die direkte Demokratie! Die Kammer muss vor allem bei EPU Kontakt suchen und nicht abwarten. Viele EPU haben keinerlei Berührungspunkte zur Kammer - außer den finanziellen Beiträgen, die sie leisten müssen!" Deshalb fordert Jabornik eigene Abteilungen für Einpersonenunternehmen in der Wirtschaftskammer Steiermark, die sich für deren Interessen einsetzen.

Mitbestimmung nur alle fünf Jahre bei den Kammerwahlen ist dem SWV Steiermark zu wenig. Andrea Jabornik: "Wir wollen, dass die Selbstständigen auch bei Sachthemen, wie zum Beispiel bei Beschlüssen der Grundumlage einer Fachgruppe direkt befragt werden. Bisher wird können Selbstständige das nur im Rahmen von Fachgruppentagungen tun. Zukünftig soll das, wenn es nach unseren Vorstellungen geht - wie bei der Kammerwahl - auch per Briefwahl möglich sein. Denn die meisten EPU haben nicht die Zeit, an einer Tagung teilzunehmen und somit wird ihre Stimme nicht gehört!"

Mehr Beratung für Selbstständige

Mehr Beratungsbedarf gibt es laut SWV Steiermark bei der sozialen Absicherung: Die momentane Arbeitslosenversicherung für Selbstständige muss leistbarer werden und bei der GSVG -Krankenversicherung muss der 20% Selbstbehalt fallen. Jabornik kennt viele Beispiele von EinpersonenunternehmerInnen, die es sich nicht leisten können, krank zu sein oder aus familiären Gründen auszufallen: "Dazu gehört eine flächendeckende, flexible Kinderbetreuung und eine Servicestelle, die schnell und unbürokratisch im Krankheitsfall hilft."

Weiters fordert Jabornik eine Beratungsstelle für Planung und Strategie in der Wirtschaftskammer Steiermark. "Wenn es um den entscheidenden Schritt geht, MitarbeiterInnen anzustellen und zu expandieren, sind viele Selbstständige überfordert und in ihrer alltäglichen Arbeit gefangen. Eine Beratungsstelle für Planung und Strategie würde ihr Leben erleichtern. Daher fordere ich diesbezügliche Unterstützungsmaßnahmen seitens der Wirtschaftskammer Steiermark"

Fehlende Kredite für Selbstständige

Ein Thema, das steirischen Unternehmen unter den Nägeln brennt, ist die Finanzierung. "Da können Banken und Finanzminister noch so behaupten, dass es keine Kreditklemme gebe, die Praxis schaut anders aus", erzählt Jabornik und bringt das Beispiel einer Unternehmerin im Beförderungsgewerbe, die nach einem Fahrzeugdefekt von der Bank, bei der sie langjährige Kundin gewesen sei, keine Zwischenfinanzierung in Höhe von 5.000 Euro bekommen habe. "Die Dame musste sich vom Familienverband Anleihen nehmen und arbeitet seit Monaten 18 Stunden am Tag. Und das ist kein Einzelfall", so Jabornik.

Deswegen fordert der SWV vom Finanzminister die KMU-Milliarde. EPU brauchten oft nur ein paar Tausender für Hard- oder Software oder für Weiterbildung, um bestehen zu können. Es gehe oft nur um Minimalinvestitionen. Die diversen AWS-Aktionen, die so wunderbar ausschauen, scheiterten oft an den Sicherheitsforderungen der Bankinstitute. "Es liegt Geld in den Töpfen des AWS, bloß die Zugänge sind restriktiv und die Banken nicht bereit, sich hier zu bewegen", so Jabornik. Es geht um die Existenz unserer Unternehmen: das klingt nicht nur dramatisch, das ist es auch: 51 % aller steirischen Unternehmen sind Einpersonenunternehmen und sie gilt es zu stärken in Zeiten der hohen Arbeitslosenraten. Sie sind es die Verantwortung für ihr Überleben übernehmen - und das "bis zum letzten Hemd".

Montag, dem 22.2.2010 ist Christof Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes auf Einladung der Bezirksorganisation Bruck/Mur im Hotel Böhlerstern zu Gast -gemeinsam mit Mag. Johann Moser, Geschäftsführer AWS (Austria Wirtschaftsservice) bekommen Unternehmen Informationen, wie sie jetzt zu mehr Fördergeld kommen.

Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Steiermark (SWV): 51%
EinzelkämpferInnen brauchen mehr Unterstützung der Wirtschaftskammer


Datum: 22.2.2010, um 18:30 Uhr

Ort:
Hotel Böhlerstern
Friedrich Böhler Straße 13, 8605 Kapfenberg

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Rückfragen & Kontakt:

Andrea Jabornik
SWV Steiermark
Tel.: 0664 4630048
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