- 17.02.2010, 10:23:49
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Welser-Möst zur Salzburg-Affäre: "Wiener Philharmoniker und ich wurden von Politikern missbraucht"
Wien (OTS) - Salzburger Spitzenpolitiker haben im Sommer 2009
offenbar monatelange Scheinverhandlungen mit den Wiener
Philharmonikern und dem Dirigenten Franz Welser-Möst geführt. Wie der
künftige Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper in der morgen
erscheinenden NEWS-Ausgabe erklärt, habe man dreimal (davon zweimal
mit Landeshauptfrau Burgstaller) unter höchster Geheimhaltung wegen
der Übernahme der Salzburger Osterfestspiele verhandelt. Die
Politiker hätten sich bei dieser Gelegenheit unzufrieden mit dem von
den Berliner Philharmonikern bestrittenen Festival gezeigt. Dass dann
doch die Berliner gehalten wurden, habe man "aus der Zeitung"
erfahren. Welser-Möst, der auf Politikerwunsch ein Konzept erstellte:
"Daraufhin rief ich Frau Burgstaller an und sagte ihr: Es wäre
vollkommen in Ordnung, dass sie sich für die von mir hoch geschätzten
Berliner entscheide. Nicht in Ordnung hingegen fände ich die Art des
Ablaufs, und das Mindeste wäre eine Entschuldigung. Auf die warten
wir heute noch. Wir hatten alle reichlich Zeit aufgewendet, und wäre
ich der Salzburger Tradition verpflichtet, hätte ich der
Landeshauptfrau eine dicke Rechnung gestellt. (...) Es wurde offenbar
ein doppeltes Spiel gespielt. (...) Man hat vielleicht die
Philharmoniker und mich missbraucht, um ein anderes
Verhandlungsergebnis mit den Berlinern zu erreichen. Die Optik ist
jedenfalls schlecht."
Interessant auch Welser-Mösts weitere Ausführungen: "Die
Landeshauptfrau hat mir im August eine Übersicht des
Osterfestspiel-Budgets übermittelt, um herauszufinden, ob von unserer
Seite aus tatsächlich eine Erhöhung der Subventionen nötig wäre, wie
sie ja ständig gefordert wurde und jetzt auch gewährt wird. Clemens
Hellsberg und ich haben uns das angesehen. Unser erster Blick fiel
auf den Posten von 650.000 Euro für Büroaufwand, und uns ist
buchstäblich binnen 30 Sekunden aufgefallen, dass da etwas nicht
stimmen kann. Das Urteil über allfällige Aufsichtspflichten überlasse
ich anderen."
Der Dirigent weiter: "Ich habe Frau Burgstaller mitgeteilt, dass
wir das locker unter den vorgegebenen finanziellen Rahmenbedingungen
machen könnten. Ich habe noch einen bedeutenden Manager beigezogen,
und da sind wir draufgekommen, dass das Ganze auch zu niedrigeren
Kartenpreisen zu machen wäre. Und da wussten wir von den
Malversationen noch gar nichts! Unter dem Eindruck der aktuellen
Ereignisse fragt man sich doch, was die Herrschaften schon vor einem
Jahr gewusst haben und warum sie so dringlich an uns herangetreten
sind."
Welser-Möst zu den Künstlergagen: "Sie waren nicht genau
aufgeschlüsselt, aber der Betrag kam mir sehr hoch vor." Mit den
Wiener Philharmonikern hätte man eine solche Summe nicht benötigt.
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