- 14.02.2010, 12:32:40
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Kardinal Schönborn und Caritasdirektor Landau besuchten die "Gruft"
Wien (OTS) - Beteiligung an der Aktion des Papstes, der
Caritas-Europa und der europäischen Bischöfe für das "Europäische
Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" - "Armutsvermeidung und
Arbeitsbekämpfung müssen Prioritäten sein"
Ein gemeinsames Zeichen gegen Armut und soziale Ausgrenzung haben
am Sonntag Papst Benedikt XVI. und viele Bischöfe in ganz Europa
gesetzt. Sie besuchten Caritas-Einrichtungen und machten darauf
aufmerksam, dass auch im vergleichsweise reichen Europa Armut
tägliche Realität für viele Menschen ist. In Wien war Kardinal
Christoph Schönborn gemeinsam mit Caritasdirektor Msgr. Michael
Landau im Caritas-Obdachlosenzentrum "Gruft" im 6. Bezirk zu Gast.
Kardinal Schönborn betonte anlässlich seines Besuchs in dem
Caritas-Zentrum: "Die Wirtschaftskrise hat arme Menschen am stärksten
getroffen. Bei den Budgetverhandlungen der kommenden Monate darf ein
Sparpaket nicht auf Kosten der Schwächsten ausverhandelt werden. Im
Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung müssen
Armutsvermeidung und Armutsbekämpfung auch in unserem Land
Prioritäten sein." Msgr. Landau sagte seinerseits, er sehe das Jahr
2010 als große Chance des Umdenkens: "Wir dürfen Armut weder in
Österreich noch in Europa als Tatsache hinnehmen. Die wirtschaftlich
schwierigen Zeiten haben klar gezeigt, dass der Sozialstaat wichtig
und unverzichtbar ist. Im Blick auf die anstehenden Aufgaben geht es
jetzt um Fairness und Gerechtigkeit."
Anlass für die Besuche des Papstes und der Bischöfe in
Caritas-Einrichtungen ist die Kampagne "Zero Poverty"
(http://www.zeropoverty.org), mit der sich die Caritas-Europa am
"Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung" beteiligt. Es
brauche eine gemeinsame Kraftanstrengung von Politikern, Vertretern
der Zivilgesellschaft und vieler Menschen guten Willens, um die Kluft
zwischen Arm und Reich zu überwinden, heißt es in einer gemeinsamen
Erklärung von Caritas-Europa und der "Kommission der
Bischofskonferenzen des EU-Raumes" (ComECE). Der Vorsitzende der
ComECE, Diözesanbischof Adrianus van Luyn (Rotterdam), und der
Präsident von Caritas-Europa, P. Erny Gillen, hatten in ihrer
Erklärung alle europäischen Bischöfe eingeladen, dem Beispiel des
Papstes zu folgen und den 14. Februar zu einem symbolischen Tag des
"Dienstes an den Armen" zu machen. Das "Europäische Jahr gegen Armut
und soziale Ausgrenzung" wird auch das Zentralthema der
bevorstehenden ComECE-Vollversammlung von 12. bis 14. April in
Brüssel sein. Nach Angaben von "Eurostat" sind in der Europäischen
Union 85 Millionen Menschen von Armut betroffen.
Im Hinblick auf den Besuch in der "Gruft" sagte Msgr. Landau, dass
Obdachlosigkeit nur die sichtbare Spitze des Eisbergs ist. Armut
könne auch in Österreich jeden treffen. Besonders armutsgefährdet
seien Alleinerzieherinnen, kinderreiche Familien, kranke und ältere
Menschen, Langzeitarbeitslose sowie Zuwanderer. Rund eine Million
Menschen würden in Österreich laut "Statistik Austria" trotz des
vergleichsweise gut ausgebauten Sozialstaates unter der Armutsgrenze
leben, allein in Wien seien das 280.000 Menschen.
Seit mehr als 20 Jahren bietet die "Gruft" Menschen, die auf der
Straße stehen, einen sicheren Zufluchtsort und vor allem menschliche
Wärme - 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Unter den Räumen der
Mariahilfer Kirche können sich Hilfsbedürftige rund um die Uhr
aufhalten, essen, duschen, schlafen, ihre Wäsche waschen; sie werden
medizinisch und sozial versorgt. Die Nachfrage nach Hilfe steigt
enorm: 2009 wurden insgesamt 82.690 Mahlzeiten an Bedürftige
ausgegeben, 2001 waren es erst 58.500 gewesen. Auch bei den
Nächtigungszahlen gab es einen Anstieg: Suchten vor zwei Jahren
24.038 Obdachlose einen schützenden Schlafplatz, waren es im Vorjahr
bereits 25.978.
Rückfragehinweis:
Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Erich Leitenberger
Tel. 01/515 52/35 55 oder 0664/515 52 69
E-Mail: [email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/10861
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