• 11.02.2010, 14:14:14
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FORMAT: Neue Gerichtsakten aus USA und England belasten Mensdorff-Pouilly

Anklagedrohung in Österreich bleibt vorerst aufrecht

Wien (OTS) - Der Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly gerät
durch brisante Gerichtsdokumente aus den USA und England neuerlich
unter Druck. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner
am Freitag erscheinenden Ausgabe.

"Alfons Mensdorff-Pouilly manipulierte korrupt den politischen
Prozess zugunsten von British Aerospace", zitiert FORMAT exklusiv aus
einem Bericht des Serious Fraud Office (SFO), der als Grundlage für
die geplante Anklageerhebung diente. Noch bis zur Vorwoche wollte die
britische Antikorruptionsbehörde SFO Mensdorff-Pouilly wegen
mutmasslicher Bestechung von Amtsträgern in Tschechien, Ungarn und
Österreich den Prozess machen. Ein Generalvergleich mit dem
Rüstungskonzern British Aerospace führte aber dazu, dass das SFO alle
Anklagepunkte fallen ließ. Für Alfons Mensdorff-Pouilly gilt die
Unschuldsvermutung.

Mit dem Vergleich wurde auch eine Anklage in den USA fallen gelassen.
In der am "US District Court for the District of Columbia"
eingebrachten Anklageschrift gegen British Aerospace, die FORMAT
vorliegt, wird mehrfach betont, dass die Briten unter Zuhilfenahme
einer gewissen "Person A" Schmiergelder in Osteuropa verteilten. Für
Beschaffungsvorgänge in Tschechien und Ungarn soll "A" umgerechnet
mehr als 21 Millionen Euro arrangiert haben. Das Geld war laut
US-Anklage für den Abschluss von Leasingverträgen von
Gripen-Abfangjäger reserviert. Auf die Frage, ob es sich bei "A", um
Alfons Mensdorff-Pouilly handelt, sagt dessen Anwalt Harald Schuster:
"Ich kenne die Anklageschrift nicht, daher kann ich nicht dazu
Stellung nehmen. Grundsätzlich möchte ich aber festhalten, dass bei
British Aerospace wahrscheinlich Tausende Personen arbeiten, deren
Namen mit 'A' beginnen."

Die Ermittlungen gegen Alfons Mensdorff-Pouilly in Österreich laufen
noch. Die Staatsanwaltschaft Wien wartet auf die Erledigung eines
Rechtshilfeersuchens in Liechtenstein. Die Anklagedrohung wegen des
Verdachts der Bestechung, der Geldwäsche und der falschen
Zeugenaussage bleibt vorerst aufrecht. Gerhard Jarosch, Sprecher der
Staatsanwaltschaft Wien, gegenüber FORMAT: "Das Verfahren ist noch
nicht abgeschlossen. Bevor wir nicht die Inhalte des Vergleichs
kennen, passiert gar nichts."

Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis:
FORMAT Business
Ashwien Sankholkar
01-21755-4126

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/81

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