• 11.02.2010, 11:08:27
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Spindelegger: "Dialog mit den Kirchen wichtiger Beitrag zu sozialem Zusammenhalt und Frieden in Europa"

Außenminister trifft Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften

Wien (OTS) - "Kirchen und Religionsgemeinschaften sind integraler
Teil der europäischen Geschichte und der europäischen Identität. Ein
offener, transparenter und regelmäßiger Dialog mit ihren Vertretern
auf gesamteuropäischer Ebene sollte daher eine Selbstverständlichkeit
sein. Eine klare Stimme der Kirchen ist nicht nur für die europäische
Einigung, sondern auch zur Stärkung der Akzeptanz der Union in der
Bevölkerung von großer Bedeutung", erklärte Außenminister Michael
Spindelegger nach seinem Gespräch mit österreichischen Vertretern der
Kirchen und Religionsgemeinschaften, darunter Kardinal Christoph
Schönborn (Katholische Kirche), Bischof Michael Bünker
(Evangelisch-Lutherische Kirche), Landessuperintendent Thomas
Hennefeld (Evangelisch-Reformierte Kirche), der Erzpriester und
Vorsitzende des ökumenischen Rats der Kirchen Nicolae Dura
(Rumänisch-Orthodoxe Kirche), der Chorepiskopos Emanuel Aydin
(syrisch-orthodoxe Kirche) sowie Bischof Johannes Okoro
(Altkatholische Kirche).

Wesentliches Thema des Treffens war die Umsetzung der neuen
"Dialogklausel", die im EU-Vertrag von Lissabon enthalten ist.
Erstmals wird damit auf EU-Ebene ein Grundsatzdialog der Union mit
den Kirchen und Religionsgemeinschaften festlegt und diese in ihrer
spezifischen Identität anerkannt.

Die Kirchenvertreter informierten den Außenminister auch über das
von den Europäischen Kirchen einberufene Jahr der Migration 2010.
Spindelegger: "Um die Herausforderungen von Asyl, Migration und
Integration erfolgreich bewältigen zu können, braucht es das
gemeinsame Engagement aller gesellschaftlichen und politischen
Kräfte. Gerade der kirchliche Ansatz, der auf Menschenrechten,
Menschenwürde und Solidarität beruht, ist in dieser Diskussion
unverzichtbar. Mit ihren diesbezüglichen Aktivitäten und Initiativen
tragen die Kirchen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt und Frieden
in Europa bei."

Der Außenminister betonte den weltweiten Einsatz Österreichs für
den Schutz der Religionsfreiheit und die Verbesserung der Situation
religiöser Minderheiten, insbesondere in der muslimischen Welt:
"Österreich widmet dem Schutz der Religionsfreiheit, insbesondere der
christlichen Minderheiten, große Aufmerksamkeit. Wir reagieren auf
allen Ebenen - sei es im Rahmen der EU, der UNO oder in meinen
bilateralen Gesprächen. Die bewährte österreichische Praxis des
kontinuierlichen Dialogs mit allen Religionsgemeinschaften und der
Schutz religiöser Rechte ist ein europaweit geschätztes Modell, das
wir gerne exportieren wollen".

In Bezug auf das noch nicht rechtskräftige Urteil des Europäischen
Menschenrechtsgerichtshofs im Fall Lautsi gegen Italien zur Frage der
Anbringung von Kruzifixen in Klassenzimmern begrüßte Spindelegger die
italienische Berufung: "Toleranz, kulturelle Vielfalt und sozialer
Friede sind Grundpfeiler unserer europäischen Werteordnung. Jedem
einzelnen Staat muss dabei aber ein gewisser Gestaltungsspielraum
bleiben, um auf historisch gewachsene Ausprägungen Rücksicht zu
nehmen. Ich halte es für wichtig, dass der EGMR bei seiner
Entscheidung das langjährige Rechtsverständnis der Vertragsstaaten
der Europäischen Menschenrechtskonvention berücksichtigt, wonach der
Religionsfreiheit die Präsenz von religiösen Symbolen im öffentlichen
Raum nicht entgegensteht. Im Gegenteil, jedermann ist dazu
berechtigt, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder in
Gemeinschaft, öffentlich oder privat auszuüben."

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Presseabteilung
Tel.: +43(0)501150-3262,4549,4550; F:+43(0)501159-213
mailto:[email protected]
http://www.aussenministerium.at, http://www.bmeia.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/42

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