AK: Herr Meinl, entschädigen Sie die Anleger!

Wien (OTS) - "Als Ablenkungsmanöver" bezeichnet die AK die heute, Mittwoch, präsentierte IMAS-Studie im Auftrag der Meinl Bank. Die Meinl Bank versucht damit von der Problematik abzulenken, dass die Konsumenten glatt in die Irre geführt wurden, in dem sie die Papiere der Gesellschaft als "sichere Anlage" in Zeiten "starkschwan-kender Aktienmärkte" angepriesen hat.

"Jetzt, nach dem der Fall Meinl in der Öffentlichkeit einen hohen Bekanntheitsgrad hat und beinahe jeder über die MEL-"Aktien" informiert ist, anzufragen, ob das Produkt ver-standen wird, ist methodisch höchst angreifbar", sagt Glatz. "Nicht gefragt wurde offen-bar, wie die agressive Fernsehwerbung (Sparschwein) gewirkt hat", so Glatz. Dass die Werbung irreführend war, hat der Oberste Gerichtshof festgestellt. Der OGH führte aus, dass Meinl Bank die Konsumenten "glatt in die Irre geführt wurden, in dem sie die Papie-re der Gesellschaft als ?sichere Anlage? in Zeiten ?starkschwankender Aktienmärkte? an-priesen".

Dass nun einige der Befragten angaben, dass man nach Lesen des Meinl-Folders einen Berater braucht, ist angesichts der Erkenntnisse die über dieses Meinl-Produkt inzwi-schen in der Öffentlichkeit gelangt sind, mehr als verständlich. Die KonsumentInnen, die vor einigen Jahren Meinl "Aktien" gekauft hatten, hatten diese Informationen nicht.

"Die Meinl Bank betreibt auch Kindesweglegung", sagt Glatz. "Sie argumentiert, dass sie der falsche Adressat für die Klagen sei. In Wirklichkeit seien die Berater Schuld. Das ist insofern bemerkenswert, weil Meinl selbst eine Beratungsfirma betreibt, nämlich Meinl Success." Auch gegen diese Firma hat die AK Klagen eingebracht und ein Urteil erster Instanz zu Gunsten der Konsumenten erwirkt. Meinl behauptet, dass die Hälfte der bishe-rigen Urteile der Meinl Bank recht geben. Von den 14 Verfahren, die die AK gegen Meinl Bank und gegen Berater führt, gab es in drei Verfahren Urteile (teilweise erster Instanz), die im Sinne der AK ausgingen.

"Es kann nicht sein, dass Unternehmen maßlos sind und nur an ihren Gewinn denken und die Konsumenten draufzahlen. So haben die Anleger hunderte Millionen Euro zu beklagen, die Meinl Bank hunderte Millionen Euro verdient", sagt Glatz. "Die Glaubwür-digkeit der Banken leidet ohnehin wegen der Finanzkrise und unklaren Produkte. Produk-te werden wie Sparbücher verkauft, also als risikoarm und sicher. Letztendlich sind sie es aber nicht."

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