• 05.02.2010, 13:42:48
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Kräutler will weiter gegen brasilianischen Mega-Staudamm kämpfen

Austro-brasilianischer Bischof kritisiert Dialogverweigerung der Politik - "Altamira wird unter Wasser stehen, und die Verantwortlichen wissen nicht, was mit den Betroffenen passieren soll"

Brasilia, 05.02.2010 (KAP) Der austro-brasilianische Bischof Erwin
Kräutler hat den verantwortlichen Politikern im Streit um den
geplanten Mega-Staudamm Belo Monte in der Amazonasregion
Dialogverweigerung vorgeworfen. "Sie sind nicht offen für einen
ehrlichen Dialog", sagte Kräutler am Donnerstag nach der Rückkehr
von einem Treffen mit dem Leiter der brasilianische Umweltbehörde
IBAMA, Roberto Messias, das in Brasilia stattgefunden hatte.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die Umweltbehörde nach monatelangem
Zögern dem umstrittenen Staudamm-Projekt, bei dem die brasilianische
Regierung das derzeit drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt bauen
will, zugestimmt hat. Das Projekt am Rio Xingu, einem über 1.980
Kilometer langen Zufluss des Amazonas, könnte laut Medienberichten
damit im April öffentlich ausgeschrieben werden.

Kräutler setzt sich als Bischof von Altamira und Präsident des
kirchlichen Indianermissionsrates CIMI seit vielen Jahren öffentlich
gegen den Bau des Staudamms ein. Er warnte davor, dass das Projekt
der Region "Chaos und Tod" bringen würde.

In einer am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichten CIMI-Aussendung
kritisierte der Bischof nun, dass die Umweltbehörde eine
Entscheidung getroffen habe, obwohl viele Punkte im Zusammenhang mit
dem Staudammprojekt bis dato ungeklärt seien. So seien entgegen der
Verfahrensvorschriften betroffene Gemeinden nicht öffentlich
angehört worden und Landrechtsfragen ungeklärt. Zudem stünden noch
einige weitere Studien zu den Auswirkungen des Kraftwerksbaus auf
die Umwelt aus.

Dass die nun erteilte Lizenz - sie ist der erste Schritt in einem
dreistufigen Umweltschutz-Lizenzierungsverfahren - an 40 Auflagen
geknüpft ist, beruhigt ihn nicht. "Ich glaube nicht daran, dass die
beteiligten Konzerne die Auflagen umsetzen werden, wenn das Projekt
einmal bewilligt ist."

Werde der Damm gebaut, versinke ein Drittel des Bezirks Altamira
(Fläche: 159.700 Quadratkilometer) unter den Fluten, warnte Kräutler..

Meldung im Volltext im Internet unter www.kathpress.at

(ende)
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