ÖAMTC: Die Rechnung "hohe Spritpreise - weniger Autofahrten" kann nie aufgehen

Umwelt- und Verbrauchsbewusstsein fördern statt an der Preis- und Steuerschraube drehen

Wien (OTS) - "Wer auf sein Auto angewiesen ist, kann auch in Krisenzeiten und bei hohen Spritpreisen nicht auf sein Fahrzeug verzichten", bringt es Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, einmal mehr auf den Punkt. "Die Rechnung 'hohe Spritpreise - weniger Autofahrten' kann nie aufgehen." Im Krisenjahr 2009 ist der Benzinverbrauch bei privaten Pkw lediglich um 0,3 Prozent zurückgegangen. Und auch die exorbitant hohen Preise von 2008 konnten nichts am Fahrverhalten der Österreicher ändern. "Der Grund: Wer keine Alternative hat, muss fahren. Wie sollen viele Pendler sonst zur Arbeit kommen und Mütter ihre Kinder in den Kindergarten bringen", so Rohracher. Dass der Spritabsatz trotzdem eine leicht sinkende Tendenz aufweist, führt der ÖAMTC auf eine klare Trendwende zurück: Die Österreicher fahren verbrauchsbewusster und kaufen umweltbewusster. Der Anteil der Pkw, die unter 120 g CO2/km emittieren, ist von 2007 bis 2009 von rund 14.300 Stück auf 43.000 Stück gestiegen. Im Gegenzug sind die Verkaufszahlen von Fahrzeugen, die über 180 g CO2/km emittieren und jedenfalls über 7 Liter/100 km verbrauchen, um rund ein Drittel gesunken. "Hier gilt es anzusetzen", fordert Rohracher. "Umwelt- und Verbrauchsbewusstsein müssen gefördert und belohnt werden."

Kontraproduktiv für Staatshaushalt und Umwelt sind für den Club alle Forderungen, an der Preis- und damit an der Steuerschraube zu drehen. "Würde man etwa die Mineralölsteuer drastisch erhöhen und damit den sogenannten Tanktourismus eindämmen, müssten die Österreicher einen Einnahmenentfall von 1 Milliarde Euro ausgleichen", weiß der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Außerdem geht selbst das österreichische Umweltbundesamt in seinem Klimaschutzbericht 2009 davon aus, dass eine MöSt-Erhöhung von 14 Cent pro Liter nur 0,5 Millionen Tonnen CO2-Einsparung bewirken würde. Damit würden zwar die 5,5 Millionen Tonnen CO2, die aus dem Tanktourismus stammen, aus der österreichischen Klimabilanz wegfallen. "Aber im Gegenzug würde das die österreichischen Kraftfahrer rund 1 Milliarde Euro kosten", so der ÖAMTC-Experte. "Dieser Preis ist zu hoch für einen CO2-Beitrag, der uns nur auf dem Papier zugerechnet wird." Die Umwelt hätte nichts davon: Was die "Tanktouristen", hauptsächlich der Güterverkehr, derzeit in Österreich tanken, würde dann jenseits unserer Grenzen in die Tanks fließen. "Da ist der Zukauf von Emissionszertifikaten ökonomisch und ökologisch die bessere Lösung. Damit können sinnvolle Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern finanziert und gleichzeitig unsere Klimabilanz ausgeglichen werden", sagt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend.

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