- 01.02.2010, 16:05:11
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Groer und kein Ende"
Gestern Wien, heute Berlin - solange Rom mauert, reißt die Skandalserie nicht ab.
Wien (OTS) - 15 Jahre nach dem Fall Groer stehen in Berlin "Die
katholische Kirche und ihre Kinderschänder" am Pranger, schreiben
deutsche Medien und fragen anklagend: Hat die Kirche nichts aus dem
Skandal in Österreich gelernt? Die enthüllten Übergriffe von zwei
Jesuitenpatres, die mindestens 22 Schüler sexuell missbraucht haben
sollen, spielen in den 70er- und 80er-Jahren und wurden intern
jahrelang vertuscht (siehe Bericht Seite 6). Missbrauchsopfer fassen
häufig erst viele Jahre danach den Mut, darüber zu reden. Auch im
Fall Groer lag der erste Missbrauch fast zwei Jahrzehnte zurück,
bevor er öffentlich wurden. Der deutsche Theologe und Psychotherapeut
Eugen Drewermann sagt, kein Berufsstand sei so anfällig für
sexuellen Missbrauch wie der katholische Klerus. Denn kein anderer
mache sexuelle Unerfahrenheit und Triebunterdrückung zur
Anstellungsbedingung. Nach dem Paradefall Groer wagten immer mehr,
sich als Opfer zu outen. Mehr als fünfhunderttausend Katholiken
verlangten per Kirchenvolksbegehren die Abschaffung des
Pflichtzölibats. Sie wurden freundlich, aber unbestimmt vertröstet.
Ihre Unterschriften vermodern im Vatikan. Den neuen Skandal aus der
Heimat wird der Papst aus Bayern wohl auch noch aussitzen. Bis in
alle Ewigkeit?
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