• 29.01.2010, 13:33:44
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Der Lehrermangel an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen!

Wien (OTS) - Politiker werden gewählt, um Gefahren abzuwehren und
nicht, um vor ihnen zu warnen. Es ist mehr als befremdend, wenn
ausgerechnet das Unterrichtsministerium, welches für die Rekrutierung
bestens ausgebildeter Pädagoginnen und Pädagogen verantwortlich ist,
vor einem Lehrermangel warnt.

Nicht nur im Bereich der wirtschaftlichen Fächer droht ein
Lehrermangel, wie dies jüngst in einem Symposium der
Wirtschaftskammer allseits zu Recht beklagt wurde. Er ist bereits in
auch vielen anderen Bereichen eingetreten und wird sich noch
verschärfen, stellt der Bundesvorsitzende der BMHS-Lehrerinnen und
Lehrer im ÖAAB, Helmut Skala fest.

Neben dem richtigerweise beklagten Mangel an Wirtschaftspädagogen,
zeigt sich dieser Engpass auch bei den fachtheoretischen und
fachpraktischen Fächern in den technisch-gewerblichen Schulen in
steigendem Ausmaß. Darüber hinaus ist es aber auch in vielen Regionen
schwierig, selbst für allgemeinbildende Fächer geeignete Lehrerinnen
und Lehrer zu rekrutieren.

Damit drohen den Schülerinnen und Schülern an den BMHS ein
Qualitätsverlust im pädagogischen Bereich sowie ein Mangel an
ausreichenden Ausbildungsplätzen. Denn eine Lösung des Problems
mittels andauernder Belastung der im Dienst befindlichen Lehrerinnen
und Lehrer durch Mehrdienstleistungen ist abzulehnen. Noch
verwerflicher ist die Anstellung von "Lehrerpersonal", welches seine
Ausbildung noch gar nicht abgeschlossen hat. Würde im Bereich der
medizinischen Berufe so vorgegangen werden, gäbe es einen
berechtigten Aufschrei in der Öffentlichkeit.

Das Problem ist der verantwortlichen Unterrichtsministerin sicher
bekannt. Aber an Stelle diesem Mangel wirksam zu begegnen und für die
entsprechende Zahl an Ausbildungsplätzen an den Institutionen der
Lehrerbildung zu sorgen, werden die Budgetmittel in unausgegorene
Projekte, wie in eine Zentralmatura an BHS und für völlig unnötige
Propagandakampagnen investiert. Wenn die Ministerin auf eine Lösung
durch die Anstellung von "Quereinsteigern" hofft, so ist ihr offenbar
nicht bewusst, dass im berufsbildenden Bereich seit Jahrzehnten ein
erheblicher Anteil der Lehrerinnen und Lehrer als Quereinsteiger aus
der Wirtschaft rekrutiert wird.

Eine Lösung des Problems durch den Verweis auf ein neues
Dienstrecht in der Zukunft, von dem noch nicht einmal die Eckpunkte
bekannt sind und für welches auch die damit notwendige
Ressourcenvermehrung nicht feststeht, kann nur als Wunschdenken
bezeichnet werden.

Skala sieht auch in der wochenlangen unverantwortlichen
öffentlichen Lehrerbeschimpfung im Vorjahr einen weiteren wichtigen
Grund, warum der Berufsstand der Lehrerin und des Lehrers an Ansehen
und damit an Attraktivität verloren hat.

Rückfragehinweis:
Helmut Skala, Tel.: 0664 73761792

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/93

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