- 29.01.2010, 12:19:37
- /
- OTS0175 OTW0175
Experten sehen großes Potenzial für "Augmented Reality"
Zusatzinfos werden bei Blick durch die Handykamera eingeblendet - Mobilizy will Navigationssystem auf den Markt bringen - iPhone und Google als "Eisbrecher"

Wien (OTS) - Neue Anwendungen im Bereich "Augmented Reality" (AR)
- also der Anreicherung der wahrgenommenen Realität mit digitalen
Informationen - könnten sowohl im Privat- als auch im Geschäftsalltag
künftig eine bedeutende Rolle spielen. Davon gaben sich Experten bei
einer Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community
gestern, Donnerstagabend, in Wien überzeugt.
Wer entsprechende Anwendungen benutzt, kann sich durch die
Handykamera die tatsächliche Umgebung ansehen, aber auch Standorte
von Bankomaten, Restaurants oder Sehenswürdigkeiten einblenden lassen
- gespickt mit weiterführenden Informationen. Und Kunden, die neue
Möbel kaufen wollen, überprüfen per Mobiltelefon, ob sie tatsächlich
gut ins Wohnzimmer passen.
Augmented Reality sei der logische nächste Schritt in der
Interaktion zwischen realen Elementen und dem Cyberspace
beziehungsweise den darin enthaltenen und darüber verfügbaren Daten,
erklärte Chris Budgen vom Webconsulter diamond:dogs. Die Vorfreude
sei aber ein wenig getrübt. Erstens würden sich fast alle verfügbaren
Anwendungen noch im Prototyp-Stadium befinden und zweitens müsse die
breite Akzeptanz für dermaßen innovative Ansätze eine Weile reifen.
Neben den visuellen gebe es aber auch haptische - etwa das iPhone
als Wasserwaage - oder Audio-Anwendungen, wie etwa das Erkennen,
welches Lied gerade im Radio gespielt wird. Als mögliche weitere
Einsatzbereiche sieht er 3D-Modelle bei Operationen, Autobastler, die
eingeblendet bekommen, an welchen Teilen sie gerade herumschrauben,
oder Anwendungen, durch die Ornithologen das Gezwitscher den
entsprechenden Vogelarten zuordnen können. Im Alltag der breiten
Masse werde AR aber in den kommenden fünf Jahren noch nicht ankommen.
Knapp 500.000-mal heruntergeladen
Seit der zweiten Jahreshälfte 2009 habe ein regelrechter Boom
eingesetzt, ergänzte Markus Tripp vom heimischen AR-Spezialisten
Mobilizy, dessen Anwendung "Wikitude World Browser" inzwischen knapp
500.000-mal aus dem Internet heruntergeladen worden ist. Wikitude
bindet unter anderem Inhalte von Wikipedia, Youtube und Flickr ein.
Dadurch findet ein Salzburg-Besucher am Kapitelplatz beispielsweise
Youtube-Videos der berühmten "Jedermann"-Aufführung.
Inzwischen habe man 40 bis 50 neue Info-Quellen hinzugefügt. Auch
ein eigenes Navigationssystem sei "praktisch fertig", mit mehreren
Unternehmen würden dazu bereits Gespräche geführt. Allerdings
entwickeln sich die Branchengrößen zu einer echten Konkurrenz, "gegen
die Großen tun wir uns schwer", verwies Tripp auf den
Mobilizy-Personalstand von sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Erweiterte Realität ist verzerrte Realität
"Das Thema wird sichtbarer und setzt ein großes Rad in Gang - weg
vom verstaubten Universitäts-Hinterstübchen", gab sich auch Wolfgang
Leindecker von NextiraOne Austria von den neuen Möglichkeiten
überzeugt. Im Geschäftsbereich seien Lösungen für die bessere
Zusammenarbeit über Distanzen interessant. Nicht vergessen werden
sollte "der Mega-Markt der umgebungsbasierten, zielgerichteten
Werbung - man beachte das große Interesse von Google".
iPhone und Google würden aber "nur eine Eisbrecher-Funktion für
die breite Masse darstellen, der Tragweite der Veränderung in der
Umweltwahrnehmung, die auf uns zukommt, wird der Hype noch nicht
gerecht". Allerdings würden die Nutzer mit ihren Datenspuren für die
Nutzung der Dienste zahlen. "Sie geben etwas preis, das für andere
einen Wert hat", so Leindecker. Die erweiterte Realität sei auch eine
verzerrte Realität, "weil möglicherweise wer dafür bezahlt, dass ich
das sehe".
Wunsch-Immobilie beim Schlendern finden
"Unsere Gewohnheiten werden durch Augmented Reality in Zukunft
verändert", sagte Thomas Wedl von Cellular, einem Anbieter von
mobilen Anwendungen. Wer in einer Wohngegend unterwegs sei, die ihm
gefällt, und eigentlich umziehen möchte, könnte auch gleich angezeigt
bekommen, ob hier eine Immobilie frei ist.
"Der Kunde muss ja nicht wissen, dass es sich dabei um eine
AR-Anwendung handelt, sie muss nur hilfreich sein. Im Vordergrund
steht die benutzerfreundliche Verwendung von neuen Technologien", so
Wedl. AR-Funktionen würden sukzessive in unterschiedliche mobile
Applikationen und Geräte Einzug halten und so im Alltag neue
Möglichkeiten bieten.
Interessante Möglichkeiten hier auch Nachrichten einzubinden,
sieht Alexis Johann vom WirtschaftsBlatt. Als Beispiel nannte er
einen Kundenbetreuer, der vor dem Gebäude des Kunden noch schnell
aktuelle Daten abrufen könnte: Nachrichten zum Unternehmen, wer ist
der Geschäftsführer, wie geht es der Branche, etc.
"Ich kann mir extrem gut vorstellen, dass die Zahlungsbereitschaft
vorhanden ist, wenn die Informationen hilfreich sind", sagte Johann
in Anspielung auf "das heurige Motto der Medienbranche 'Show me the
money'". Weitere Einsatzgebiete von AR seien etwa Möbelhäuser, die
ihren Kunden anbieten könnten, sich ein Bild von der roten Couch im
Wohnzimmer zu machen, die sie eventuell zu kaufen beabsichtigen.
Prinzipiell mache AR für viele Firmen Sinn, das "wird ein extrem
großer Markt". Treiber sei der Spaßfaktor. Kurzfristig würden "einige
das Potenzial erkennen und aus Imagegründen nutzen."
Als mögliche Zielgruppe sieht Johann beispielsweise auch Personen mit
Sehbeeinträchtigung.
Die Plattform
Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit neun
Jahren existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur
Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu
vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria economyaustria.at
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- IT Solution GmbH www.itsolution.at
- Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting AG www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- seeyou 3.0 www.seeyou.at
- Telekom Austria www.telekom.at
- UC4 Software GmbH www.uc4.com
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia multimedia.apa.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
E-mail: [email protected]
http://ebc.apa.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/419
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM






