- 28.01.2010, 10:12:33
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Bures: KDV-Novelle bringt mehr Sicherheit für Kinder und Motorradfahrer
Verkaufsverbot für veraltete Kindersitze - Motorradausbildung wird verbessert
Wien (OTS/BMVIT) - Verkehrsministerin Doris Bures hat die Novelle
zur Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV) in Begutachtung
geschickt. Die Novelle bringt wichtige Verbesserungen in den
Bereichen Kindersicherung und Motorradsicherheit. So wird der Verkauf
von Kindersitzen, die nicht der aktuellsten Prüfnorm entsprechen,
verboten und auch der Handel von gebrauchten Sitzen durch
Privatpersonen eingeschränkt. Damit nimmt Österreich eine
Vorreiterrolle in Europa in Punkto Kindersicherung ein. In der
Ausbildung von MotorradfahrerInnen wird künftig ein Schwerpunkt auf
das Erlernen der richtigen Bremstechnik und das Verhindern von einer
der Hauptunfallursachen, dem "Übersehen werden", gelegt . ****
Veraltete Kindersitze bedeuten große Gefahr
"Mir geht es darum, den kleinsten Passagieren größtmöglichen Schutz
beim Mitfahren zu bieten. Mit der Umsetzung international höchster
Prüfnormen beim Verkauf von Kindersitzen helfen wir mit, dass unsere
Kinder sicher mit ihren Eltern unterwegs sind", so Verkehrsministerin
Doris Bures.
Sehr gefährlich ist vor allem die Verwendung von alten Kindersitzen.
Zwei große Problemfelder gibt es:
* Veraltete Technik: Laufender technischer Fortschritt schützt immer
effizienter vor Unfallfolgen, neuere Sicherungssysteme bieten auch
mehr Komfort.
* Gebrauchsschäden und Manipulationen am Sicherungssystem erhöhen das
Risiko des Kindes im Fall eines Unfalls.
Hintergrund: In der internationale Prüfnorm ECE 44 sind die
Mindestanforderungen festgelegt, die ein Rückhaltesystem für Kinder
erfüllen muss, um eine Zulassung zu erhalten. Das ECE-Prüfzeichen
muss auf jedem Kindersitz angebracht sein. Mit 02 oder gar 01
beginnende Nummern bezeichnen veraltete Sitzmodelle, die nicht mehr
verwendet werden dürfen. Kindersitze, die mit der Prüfnummer 03 oder
04 beginnen, dürfen weiterhin verwendet werden.
Handel mit gebrauchten Sitzen auch durch Privatpersonen
eingeschränkt
Betroffen von diesem Verkaufsverbot sind nach österreichischem Recht
neben dem Handel auch Privatverkäufer, die Kindersitze der Norm 44/03
oder älter an eine größere Personengruppe anbieten. Das betrifft
daher u.a: Privatannoncen, Internetmarktplätze (wie eBay und
ähnliche), aber auch andere Vertriebsformen wie Secondhand-Läden und
Flohmärkte. Als erstes Land in Europa dürfen in Österreich nur mehr
Kindersitze mit der Norm 44/04 verkauft werden. Damit nimmt unser
Land eine Vorreiterrolle in Europa in Punkto Kindersicherheit ein.
Diese Kindersitze haben unter anderem:
* Modernes 5 Pkt-Gurtsystem
* Zentralspannvorrichtung = gleichmäßige Gurtspannung
* Schultergurthöhenverstellung ohne Gurtumfädeln
* Seitenaufprallschutz im Kopf-, Brust- und Beckenbereich
* Fahrzeuggurt mehrmals geklemmt, Gurtführung optimiert
* Zusätzliche Spannvorrichtung für den Fahrzeuggurt
* Hohe, geschlossene Schale
"Nach fünf Jahren entspricht ein Kindersitz nicht mehr dem
technologisch neuesten Stand. Vom Kindersitz hängt im Ernstfall
allerdings meist das Leben des Kindes ab. Also, liebe Eltern: Sparen,
wo's geht - aber nicht bei der Sicherheit!", so der Appell des
Kindersitz-Experten Peter Jahn.
Was 2009 für Kindersicherung getan wurde
Auf Initiative von Verkehrsministerin Doris Bures wurden 2009 ganz
wesentliche Schritte zur richtigen Sicherung von Kindern im Fahrzeug
gesetzt:
* Seit 1. September wird nun bei der zweiten Vormerkung für mangelnde
oder nicht vorhandene Kindersicherung ein Kindersicherungsseminar
statt der bisherigen Fahrsicherheitstrainings verordnet.
* Neben den gesetzlichen Änderungen wurden auch bewusstseinsbildende
Maßnahmen gesetzt: So wurde eine Broschüre zur richtigen
Kindersicherung im Auto neu aufgelegt,
Reform der Motorradausbildung
Bereits im Frühjahr 2009 hat Verkehrsministerin Bures einen
Aktionsplan zur Erhöhung der Verkehrsicherheit für
MotorradfahrerInnen gestartet. Um die Hauptursachen für
Motorradunfälle herauszufinden, hat das BMVIT gemeinsam mit der ARGE
Zweirad eine Studie in Auftrag gegeben. Österreichweit wurden rund
1.700 Zweiradfahrer schriftlich und mündlich anonym befragt - die
Ergebnisse sind nun Grundlage der Reform der Führerscheinausbildung.
Wichtigstes Ergebnis der Studie: Mit der richtigen Reaktion und den
richtigen Fahrtechniken hätten demnach viele Unfälle vermieden werden
können. Fast jeder dritte fremdverschuldete Motorradunfall hätte
durch richtiges Bremsen vermieden werden können.
Motorradausbildung wird reformiert
Die gewonnen Erkenntnisse werden nun in eine entsprechenden Änderung
der Führerscheinausbildung münden.
Die wichtigsten Neuerungen:
* Bei der Motorradausbildung in den Fahrschulen soll ein Schwerpunkt
auf das Erlernen der richtigen Bremstechnik gelegt werden.
* Reflexartige Fehlreaktionen durch Erschrecken sollen durch
spezielle Übungen minimiert werden.
* Außerdem soll den angehenden Motorradfahrern mit entsprechendem
Bildmaterial veranschaulicht werden, was sie selbst aktiv gegen eine
der Hauptunfallursachen, das "Übersehen werden", tun können.
Die neue KDV-Verordnung soll im Frühjahr in Kraft treten. (Schluss)
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Susanna Enk, Pressesprecherin
Tel.: +43 (0) 1 711 6265-8121
mailto:[email protected]
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/47
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